Es geht mit und ohne. Aber wie? Eine Satire über unseren Körper, Seite 4

Nun hatte Adam Zeit. Viel Zeit. Wenn er zu sich kam spielte sein Verstand nicht so recht mit. Mal glaubte er im Krankenhaus zu sein, dann wieder: „Aber wie sollte ich hierher gekommen sein, ich müsste es doch wissen“.
Am Kopfende machte ein Gerät piep piep an einem Stück. Mal regelmäßig, mal holprig. Das monotone Geräusch machte Adam schläfrig und der Schlaf lässt die Zeit schneller vergehen. Mit jeder Minute und jeder Stunde steigen die Chancen zu überleben. Das Blut wird künstlich verdünnt, damit es leichter durch den Körper fließen kann, doch der Schaden am Herzen selbst kann damit nicht mehr behoben werden. Ein großer Hinterwand Infarkt kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die betroffene Stelle muss vernarben und der Körper muss zusehen, dass er mit dem verbliebenen Teilstück des Herzens klarkommt.
Die Ärzte kämpften um sein Leben und Adam schaffte es. Nachdem er begriffen hatte was geschehen war und dass er das Schlimmste überstanden hatte, befolgte er eisern alle Vorschriften.

Adam wollte leben.

Die Fingerspitzen taten ihm Weh vom Blutzucker messen, überall an den Armen waren blaue Flecken weil ständig Blut entnommen wurde. Medikamente gab es in Unmengen. Das Marcumar zum Blut verdünnen ist jedoch ein ganz gefährliches Zeug. Ein Zuviel davon hätte innere Blutungen verursacht, was aber auch die vielen blauen Flecke am Körper erklärte. Zuwenig davon hätte zu einem neuen Infarkt führen können. Tabletten gab es gegen das Cholesterin, den hohen Zuckerwert und die Harnsäure. Das Alles mochte der Magen nicht und rebellierte. Damit er Ruhe hielt, bekam auch er seinen Anteil.
Die Feineinstellung ist kompliziert und kommt auf die ursprüngliche natürliche Einstellung nie heran. Die, aus künstlichen Rohstoffen hergestellte Medikamente sind unentbehrlich und hilfreich, doch sie stellen den Körper auf eine harte Probe. Er macht seine eigenen Tests, entweder er sagt ja dazu oder lehnt sie ab, sodass der Arzt sich etwas anderes einfallen lassen muss. Und bis heute hat noch keiner herausfinden können warum er das tut und wie das vor sich geht.
Zum Glück ist Adams Körper nicht gar so anspruchsvoll, das Meiste toleriert er ohne Widerspruch und so kann er nach vier Wochen Krankenhausaufenthalt nahtlos nach Rothenburg in eine große Reha Klinik speziell für Herzkranke übersiedeln.
Im Krankenhaus besuchte Eva ihren Mann täglich und bedrängte ihn ständig durchzuhalten Nun fuhr sie an jedem Wochenende nach Rotenburg und verbrachte die Nacht von Samstag auf den Sonntag in einem Privatzimmer bei einer netten Familie in der Nähe der Klinik.
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2 Kommentare
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Helmut Seifert aus Mönchengladbach | 10.10.2013 | 11:28  
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Gaby Floer aus Garbsen | 11.10.2013 | 10:55  
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