Märchenhafte Radtour von Neustadt nach Stadtallendorf

Start der Radtour bei der Grillhütte in Neustadt
 
Bürgermeister Thomas Groll begrüßt die Gäste
Neustadt: Neustadt |

Am 18. Mai 2014 wurde der Märchenpfad zwischen Stadtallendorf und Neustadt mit einer lehrreichen Radtour offiziell eingeweiht. Bei der im Rahmen des „Familienwald-Aktionstages“ von Hessen-Forst stattfindenden Tour erfuhren die Teilnehmer viel über den Wald und seine Bewirtschaftung.

Start war in Neustadt an der Grillhütte, wo der Märchenpfad - je nach Fahrtrichtung - beginnt oder endet. Dort wurden die Teilnehmer zunächst von Neustadts Bürgermeister Thomas Groll begrüßt. Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi wurde etwas später samt Fahrrad angeliefert. Es war nicht sein erster offizieller Termin an diesem Tage - schließlich hatte er bereits am Vormittag in einem Gottesdienst Abschiedsworte für die beliebte Kantorin Soonyoun You gesprochen, welche nun leider die Kirchengemeinde verlässt.

Für alle Teilnehmer gab es einen Fragebogen, auf dem sich sechs Quizfragen zur folgenden Tour befanden und die Ergebnisse von zwei spielerischen Übungen eingetragen werden sollten. Eine Frage lautete etwa "Welche Kernaufgaben hat ein Förster?" Dass die Antwort "D) Waldzerstörung" nicht richtig ist, konnte man schon beim ersten Lesen ahnen. Unter den Teilnehmern sollten Zehnerkarten fürs Schwimmbad (in Stadtallendorf oder Neustadt) verlost werden.

Nach etwa zwanzig Minuten Begrüßung und Vorstellung der Radtour ging es in zwei Gruppen Richtung Stadtallendorf. Erster Stopp war an einer Infotafel des Märchenpfads mit dem Titel "Eulen im Wald". Hier erfuhren die Teilnehmer etwas über die Lebensweise von Eulen, konnten aber auch Auszüge von Märchen lesen, in denen Eulen vorkommen. Mit den Informationen von der Tafel ließen sich auch zwei der Fragen vom Quiz beantworten.

Der Schützenverein Horrido 1920 aus Neustadt hatte am Weg einen Stand aufgebaut, wo sich die Teilnehmer nicht nur stärken, sondern auch mal schießen konnten, und zwar ganz ungefährlich mit einem Lasergewehr. Dabei wird nur mit Licht geschossen. Der Schütze muss nacheinander auf fünf in einer Reihe liegende Punkte zielen, die bei einem Treffer aufleuchten. Das System lässt sich jedoch leicht hereinlegen - ein Kamerablitz kann dafür sorgen, dass alle Lämpchen aufleuchten oder ausgehen. Zwei Plätze standen zum Schießen zur Verfügung, wobei man an einem im Sitzen, am anderen im Stehen schoss. Mancher traf in einer Position mit allen fünf Schüssen und schoss in der anderen meist daneben.
In der Waldbewirtschaftung spielt die Jagd eine wichtige Rolle, da es keine Raubtiere mehr gibt, die den Wildbestand regulieren. Ein großer Wildbestand freut zwar den Jagdpächter, ist aber auch mit größeren Schäden an den Bäumen verbunden. Bei Aufforstungen müssen meist die jungen Bäume vorm Wild geschützt werden, dass wie bei einer Fläche gegenüber durch Einzäunen möglich ist.

Der nächste Stopp war wieder an einer Tafel des Märchenpfads, welche sich mit den im Wald ausgeübten Berufen beschäftigte. Früher waren zahlreiche Leute im Wald beschäftigt. Heute sind es durch die Technisierung der Forstwirtschaft deutlich weniger geworden - mit einer Erntemaschine kann ein Waldarbeiter innerhalb weniger Minuten einen Baum fällen, Entasten, Zerteilen und zur Abholung bereitlegen. Um Waldboden und Wege zu schonen, dürfen sich die Arbeiter mit den Maschinen nur auf den vorher markierten Rückegassen bewegen. Diese sind durch Zeichen an Bäumen markiert, welche man sich beim nächsten Halt anschauen konnte. Mit weiteren Zeichen werden Bäume markiert, die erhalten bleiben sollen (Zukunftsbäume) oder eine wichtige Funktion als Lebensraum haben (Habitatbäume).

Nicht alles im Wald anfallende Holz lässt sich als Baumaterial verwenden. Abfall gibt es in der Forstwirtschaft aber nicht mehr. Dünne Stämmchen lassen sich immer noch zu Holzpellets verarbeiten und verheizen. Allerdings sollte nicht alles Material aus dem Wald entnommen werden, da dies sonst zu Nährstoffmangel führen kann.

Für eine Unterbrechung sorgte auch die Querung der Main-Weser-Bahn. An der Anrufschranke muss man erst den Fahrdienstleiter bitten, die Schranke zu öffnen. Das kann aber etwas dauern, wenn sich gerade ein Zug nähert.

Auf der anderen Seite gab es wieder einen Aktionsstand für die Teilnehmer der Tour. Nach dem Betrachten von verschiedenen Zapfensorten durften sie mit den Zapfen auf Ziele werfen, was weniger leicht als erwartet war.

Nicht an jeder Infotafel im Wald war ein Halt vorgesehen. Bei der Tafel zum Bären gab es jedoch noch einen Vortrag über Raubtiere im Wald. In dicht besiedelten Gegenden ist eine Ansiedelung größerer Raubtiere nicht sinnvoll, wie vor einigen Jahren der Problembär Bruno zeigte.

Kurz vor der Südschule erfuhren die Teilnehmer der Radtour etwas über Waldbau. Hier konnte man sich einen Wald aus Bäumen unterschiedlicher Arten und Altersklassen anschauen. Dies ist die in heutigen Jahren angestrebte Form der Bewirtschaftung.

Über eine Stunde später als geplant endete gegen 17:15 Uhr die interessante Tour an der Südschule mit einer Verlosung von Schwimmbadkarten.

Die Informationstafeln des Märchenpfads wurden übrigens schon im Herbst des letzten Jahres aufgestellt. Eine Ausnahme bildeten die kleinen Thementafeln zum Thema Wasser in der Nähe der Joßklein, die noch nicht so lange zu sehen sind. Dieser Abschnitt des Märchenpfads wurde bei der Radtour aber nicht besucht.
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