Kriminalistisch – doch noch weit mehr heiter: Münsterhauser Theaterfreunde unterhalten ihr Publikum wieder auf´s Beste

TF 2016 - Stirb schneller Liebling - Gruppenbild Collage
 
TF 2016 - Stirb schneller Liebling - Gruppenbild
Münsterhausen: Pfarrheim | „Stirb schneller Liebling“ – schon der Titel des Stücks, mit dem die Theaterfreunde Münsterhausen heuer ihr Publikum im örtlichen Pfarrheim beglückten, suggeriert unmissverständlich, dass der Schwank neben all den gewohnten humoristischen Noten, die schon bei der Premiere immer wieder zu heftigem Szenenapplaus animierten, auch eines gewissen kriminalistischen „Touchs“ nicht entbehrt.
Und so darf es denn nicht verwundern, dass – wie der Vereinsvorsitzende Erwin Haider am Ende der Vorstellung zu verstehen gab – sämtliche noch ausstehenden Veranstaltungen schon ausverkauft waren.
Dilettantische Killer
„Z´ Meischtrhausa spielt ma´ Theater“ hieß es also auch heuer wieder, wenn die diesmal von Bernhard Atzkern angeleiteten Akteure sich der Pfarrheim-Bühne bemächtigen. Und es geht dabei – wenngleich mit eher dilettantisch agierenden Killern – um innerfamiliäre Mordversuche, in einem Dreiakter samt Prolog und Epilog sowie einem eher unerwarteten, spektakulären Schluss.
Wenig Harmonie
Liebe sieht anders aus als das Eheleben des Unternehmers Kurt Kniesebeck (Bernd Höß) und seiner angetrauten Ehefrau Paula (Gabi Schiefele). Sie meint, dass alles, was ihr Mann, der Fußballfan und Klopapierfabrikant, macht, „für da Arsch“ sei. Und er meint, es gebe zwei Arten von Frauen: „Engala“ und solche, die noch leben. Und Kniesebeck ist denn auch der Meinung, dass man sogar aus einem Hasen einen Drachen machen könne, wenn man ihn denn heirate. Die einzige Gemeinsamheit der beiden scheint es zu sein, dass sie am selben Tag geheiratet haben.
Rollen glänzend besetzt
Am Verhältnis der beiden können auch die mannstolle Tochter Caroline (Jana Aumann), die keineswegs glaubt, den „Richtigen“ finden zu müssen, wenn sie doch immer Spaß mit den „Falschen“ hat, und Paula´s beste Freundin, die schon siebenmal verheiratete und stets über die Maßen „aufgedrehte“ Luise (Karin Gumpinger) wenig ändern. Die Lacher unentwegt auf seiner Seite hat zudem der tollpatschige Hausmeister Josef, in einer Rolle, die Konrad König, der immer dann besonders stark ist, wenn er in ausländischem Akzent auftreten darf, förmlich auf den Leib geschneidert ist.
Höchst amüsant gestalten sich ferner die Auftritte des stets beflissenen Butlers James (Andreas Simonis), der sich „very british“ gibt und es mitunter sogar für angebracht hält, die Zeitungen zu bügeln. Komplettiert wird die Riege der Akteure durch Susi (Christina Frey), des Hausherrn Sekretärin und gleichzeitig Geliebte, sowie die erwähnten Killer (Angelika Girsig und Josef Krimbacher), denen nichts, aber auch gar nichts zu gelingen scheint und die ständig Gefahr laufen, womöglich die Falschen zu ermorden.
Bis dass der Tod sie scheidet
„Stirb schneller Liebling“ kommt gespickt mit Verwirrungen, Situationskomik und häufig auch boshaft-humorvollem Wortwitz daher. Wenngleich der Hausmeister mehr demoliert als wirklich repariert, ist ausgerechnet er es, der zu verstehen gibt, dass Denken Glückssache sei, manche Menschen jedoch immer Pech hätten. Und gegen Ende spitzt sich die Lage dramatisch zu. „Eine Ehe soll halten, bis der Tod sie scheidet“, meint Kniesebeck. Ob er damit auch in diesem Stück richtig liegt, konnten nur jene erfahren, die das Glück hatten, einer der Aufführungen beiwohnen zu dürfen.

- Text: Günther Meindl
- Bilder: Erwin Haider

Weitere Infos unter:
www.theaterfreunde-muensterhausen.de
www.facebook.com/theaterfreunde
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