In Extremo Konzert in München: Das letzte Einhorn qualmt im Zenith

In Extremo (Foto: Maarten Corbijn)
Knapp zwei Stunden spielten die sieben Musiker von In Extremo am Samstagabend im Zenith in München. Bühnenbild und Intro standen dabei ganz im Zeichen des neuen Albums „Kunstraub“, der gleichnamige Song bildete den Auftakt eines Konzerts mit negativen Höhepunkten. Vor dem Auftritt standen die Mittelalterrocker 50 Fanclubmitgliedern beim Meet&Greet zur Verfügung.

Als Anheizer schickte das Septett die Rockband Hassliebe aus dem Landkreis Donau-Ries um 20 Uhr auf die Bühne. Und das Quintett legte sich 36 Minuten lang ins Zeug, Stage Diving inklusive. Mit Liedern wie „Schwarzer Engel“, „Perfekt“, „Sklaven der Neuzeit“, „Niemandsland“, „Alltagsprogramm“, „Vom Anfang bis zum Schluss“ und der starken Ballade „Ein-Bild(ung)“ rockten sie das Zenith mit gesellschaftskritischen Texten zu stromgetriebenen Sound und ernteten dafür reichlich Applaus und unerfüllte Zugabe-Rufe.

Das letzte Einhorn animiert Publikum zum Rauchen
Um 21 Uhr betraten die Musiker von In Extremo die Bühne. „Alles schon gesehen“, „Belladonna“, „Der die Sonne schlafen schickt“, „Feuertaufe“, „Gaukler“ sowie „Himmel und Hölle“ vertraten neben „Kunstraub“ und „Lebemann“ das neue Album. „Frei zu sein“, „Mein rasend Herz“ und „Vollmond“ boten Fans des früheren Wirkens der Band genügend Grund zum Jubeln. „Küss mich“ richtete sich an die Mädchen, der „Spielmannsfluch“ in der Zugabe wurde mit „Es regnet Blut“-Rufen auch lautstark gefordert. Nach „Liam“ musste Sänger Michael Robert Rhein (Künstlername: Das letzte Einhorn) gleich zwei Schlägereien verbal beenden. Es blieb seine einzige sinnvolle Ansage, von standardmäßigen Dankeschöns und Lob ans Publikum abgesehen. Überleitungen oder Songankündigungen waren jedoch keine erzählerischen Höhepunkte; versuchte sich der Sänger mit Wortwitz, scheiterte er in der Regel, insbesondere bei einem kläglichen Seitenhieb auf „Lebemann“ Uli Hoeneß. Den größten Bock schoss Rhein allerdings bei der Ankündigung des Zugabeliedes „Viva la Vida“, das er mit den Worten „Es ist zwar verboten“ einleitete, ehe er sich eine Zigarette auf der Bühne ansteckte. Damit löste er einen Nachahmer-Effekt aus und zu etlichen Betrunkenen, die ihren Bierbecher nicht halten konnten, gesellten sich nun qualmende Idioten, deren Trieb die Security halbherzig und ziemlich erfolglos versuchte zu unterbinden. Wie sonst lässt sich erklären, dass vereinzelte Raucher gleich zwei Mal mit dem Sicherheitspersonal deswegen aneinandergerieten, die Kippe aber glatt ein drittes Mal demonstrativ anzündeten und den Rauch in die nun schnell verqualmte Zenith-Luft bliesen.
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