Soldat aus Mühlheim hilft einem Leukämiepatienten

Sascha Ring spendet bei der Stefan-Morsch-Stiftung Stammzellen.
 
Unter der gebührenfreien Hotline 0800 - 76 67 724 sind Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung erreichbar.
Mühlheim am Main: Rathaus |

Ein kleiner Piek vor fast vier Jahren war Sascha Rings erster Schritt auf dem Weg zum Lebensretter. In der Alsberg-Kaserne in Rennerod (Westerwaldkreis) ließ sich der 25-Jährige aus Mühlheim am Rhein (Kreis Offenbach) im August 2010 als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren. Jetzt hat der Unteroffizier den zweiten entscheidenden Schritt getan: Er hat seinem an Leukämie erkrankten genetischen Zwilling, einem ihm völlig wildfremden Menschen, mit einer Stammzellspende die Chance gegeben, den Blutkrebs zu besiegen: „Ich bin glücklich, dass ich die Gelegenheit habe, ein Menschenleben zu retten.“

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die Stiftung seit fast 30 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist es, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender zu registrieren. Beinahe täglich sind Teams der Organisation in ganz Deutschland unterwegs, um junge Menschen als Stammzellspender zu gewinnen. So klären Mitarbeiter der Stiftung zusammen mit dem Sanitätsdienst der Bundeswehr in verschiedenen Kasernen die Soldaten über diese Form der Lebendspende auf.
Sascha Ring, 2010 noch im Westerwald stationiert, überlegte nicht lange: „Ich möchte gern Gutes tun. Und hier kann man mit geringem Aufwand ein Menschenleben retten.“ Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland mehr als 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Oft reicht die Behandlung mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung nicht aus. Dann ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Leben. Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn es Menschen wie Sascha Ring gibt, die sich typisieren lassen.
Um sich als möglicher Lebensretter bei der Stefan-Morsch-Stiftung zu registrieren, lässt sich Ring eine Blutprobe abnehmen. So viel wie in einen Fingerhut passt. Eine Sprecherin der Stefan-Morsch-Stiftung erklärt: „Das Blut wird im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung auf die für die Transplantation relevanten Gewebemerkmale, die HLA-Werte, untersucht. Die Daten stehen anonymisiert im deutschen Zentralregister (ZKRD) zur Verfügung. Dort laufen die Suchanfragen aus aller Welt auf. Gibt es eine Übereinstimmung mit den Daten eines Patienten, wird die entsprechende Stammzellspenderdatei informiert, die sich dann mit dem Spender in Verbindung setzt.“
Mittlerweile ist Sascha Ring in der General-Hans-Graf-Sponeck-Kaserne in Germersheim stationiert. Er arbeitet dort als Rettungssanitäter. Nebenbei trainiert er in Germersheim regelmäßig Aiki-Dan-Do, einem Selbstverteidigungssport. Als die Stefan-Morsch-Stiftung ihn Anfang 2014 anruft, weiß er schon, was auf ihn zukommt und freut sich: „Ein Bekannter hat Stammzellen gespendet. Er hat sehr eindrucksvoll davon erzählt. Deswegen weiß ich, wie gering der Aufwand ist – für einen guten Zweck.“ Sascha Ring will helfen. Er willigt in weitere Bluttests ein. „Schon drei Wochen später kam die Nachricht, dass ich der passende Spender für den Leukämiekranken bin. Ich hatte keine Bedenken und konnte es nicht abwarten.“ Seine Freunde interessieren sich für Rings Stammzellspende: „Meinen Kameraden muss ich Fotos von der Stammzellspende mitbringen“, erzählt Sascha Ring.
Stammzellen kann man auf zwei Arten spenden. Einmal durch Knochenmarkentnahme aus dem Beckenknochen – niemals aus dem Rückenmark. Die zweite Möglichkeit ist die Apherese. Hierbei werden Stammzellen ähnlich wie bei der Blutplasmaspende aus dem Blut gesammelt.“ Sascha Ring entscheidet sich für die Apherese. In der Entnahmeeinheit der Stiftung in Birkenfeld spendet er Stammzellen.
Vor der Entnahme muss sich Ring über ein paar Tage ein Medikament spritzen. Es regt die Bildung von Stammzellen an und lässt sie aus dem Knochenmark ins Blut übergehen. Sascha Ring zieht nach der Entnahme eine positive Bilanz: „Viele Menschen jammern darüber, wie schlecht es ihnen geht. Ohne, dass sie jemals so ein Leid ertragen müssen, wie jemand, der an Leukämie erkrankt ist. Ich habe die Gewissheit, dass ich in meinem Leben was Gutes getan habe – vielleicht sogar ein Leben gerettet.“

Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema Stammzellspende:
Wie wird man online zum Lebensretter?

Die aktuellen Termine für die Typisierungsaktionen der Stefan-Morsch-Stiftung findet man auf der Internetseite (www.stefan-morsch-Stiftung.de). Zudem gibt es die Möglichkeit sich über die Homepage auch online registrieren zu lassen. Auf der Startseite ist der Online-Registrierungsbutton. Dort findet man Informationen über die Chancen und Risiken und über die Ausschlusskriterien. Es ist wichtig, diese Information vor dem Ausfüllen der Einverständniserklärung durchzulesen. Wer sein Einverständnis gegeben hat, bekommt ein Entnahmeset zugesandt. In dem Päckchen ist das entsprechende Material, um sich bei seinem Hausarzt eine Blutprobe entnehmen zu lassen. Dieses Päckchen wird dann einfach an die Stefan-Morsch-Stiftung zurückgesendet. Weitere Informationen bekommen Sie über unsere gebührenfreie Hotline (08 00 - 766 77 24) oder über die Homepage. Zudem bleiben wir gerne über unsere Facebookseiten mit Ihnen in Kontakt.

Warum kooperiert die Stefan-Morsch-Stiftung mit dem DRK Blutspendedienst West?
Der überwiegende Teil der Empfänger von Bluttransfusionen sind heute Patienten mit bösartigen Erkrankungen: Kinder, Jugendliche und Erwachsene die beispielsweise an Blutkrebs (Leukämien) erkrankt sind. Dies hängt neben der eigentlichen Erkrankung insbesondere mit der modernen Chemotherapie zusammen. Diese Chemotherapie führt in vielen Fällen zu einer vorübergehenden kompletten Unterdrückung der körpereigenen Blutbildung im Knochenmark (Aplasie), so dass die Patienten in diesen kritischen Behandlungsphasen lebenswichtig auf Blutübertragungen angewiesen sind. Viele moderne und heilende Behandlungsverfahren, gerade im Kampf gegen Krebs, können nur durchgeführt werden, wenn für diese Patienten genügend Blut zur Verfügung steht. So helfen Blutspenden auch über die Wartezeit hinweg, die es dauert um beispielsweise einen passenden Stammzellspender zu finden, wenn eine Transplantation erforderlich ist.

Warum liegt das Typisierungsalter bei der Stefan-Morsch-Stiftung bei 40 Jahren?
Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren registrieren lassen. Das Höchstalter für eine kostenlose Neuaufnahme haben wir für unsere Datei so festgelegt, da wir wissen, dass Spender, die älter als 40 Jahre sind, nicht mehr oder nur noch sehr selten von den Transplantationszentren als Spender angefordert werden. Das liegt unter anderem daran, das sich mit zunehmendem Alter die Zellteilung verlangsamt und die Beschwerden zu nehmen. Deshalb bitten wir, Spender, die älter als 40 Jahre sind, einen Beitrag für die Typisierungskosten zu leisten. Denn als gemeinnützige Organisation finanzieren wir die Registrierungen aus Spendengeldern. Und diese Gelder wollen und müssen wir so verantwortungsvoll wie möglich einsetzen.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient einen passenden Spender findet?
Die Wahrscheinlichkeit, für einen Patienten einen kompatiblen Stammzellspender zu finden liegt in der Größenordnung von 1 : 10.000 und 1 : 1.000.000 und ist abhängig von den Gewebemerkmalen (HLA-Merkmalen) des Patienten. Je genauer die Übereinstimmung zwischen den Merkmalen dieses DNA-Teilstückes des Spenders und denen des Patienten ist, umso größer sind die Erfolgsaussichten für eine Stammzelltransplantation.

Ich bin bereits typisiert. Soll ich nochmal?
Wer bereits typisiert ist, sollte sich nicht noch einmal registrieren lassen. Egal, wo er registriert ist, die Daten aller Stammzellspenderdateien stehen anonymisiert über das deutsche Zentralregister des ZKRD für weltweite Suchanfragen zur Verfügung. Wer mehrfach registriert ist, würde als Mehrfach-Treffer erscheinen und so zunächst den Eindruck erwecken, es gäbe mehrere Spender zu Auswahl. Letztendlich wäre das eine trügerische Hoffnung. Wer schon typisiert ist, sollte jedoch überlegen, ob die Spenderdatei noch die aktuellen Kontaktdaten hat.

Sollten Sie noch Fragen haben – die Stefan-Morsch-Stiftung ist unter der gebührenfreien Hotline 08 00 - 766 77 24 oder über info@stefan-morsch-stiftung.de erreichbar. Auf der Homepage www.stefan-morsch-stiftung.de oder via Facebook kann man sich ebenfalls informieren.


Die Stefan-Morsch-Stiftung
Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz im rheinland-pfälzischen Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke – in jeder Frage. Leukämie - 11. 000 Mal pro Jahr wird allein in Deutschland diese Diagnose gestellt. Mal ist es ein berühmter Fußballer, mal die Frau eines Arbeitskollegen, mal der Sohn eines Vereinskameraden, mal der Bekannte eines Freundes – es könnte aber auch Ihr Kind, Ihre Frau, Sie selbst treffen.
Hilfe ist oft nur möglich, wenn es Menschen gibt, die sich freiwillig als Stammzellspender und damit als potenzieller Lebensretter für Patienten zur Verfügung stellen. Deshalb werben wir dafür, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, für einen Patienten einen passenden Stammzellspender zu finden. Nur dann hat die Übertragung von Stammzellen den gewünschten Erfolg, bei Krankheiten, für die es ansonsten keine vergleichbaren Möglichkeiten der Heilung oder des Überlebens gibt. So vermitteln wir täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der Spenderdatei als Lebensretter für Patienten weltweit.
Die Stiftung ist Teil eines Netzwerkes, das Menschen über alle Grenzen hinweg das Leben rettet. So sind wir angeschlossen an das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD), in dem alle für die Suche nach einem passenden Spender relevanten Daten aus ganz Deutschland zusammenlaufen und damit weltweit zur Verfügung stehen.
Aufgrund der internationalen Zusammenarbeit kann es sein, dass ein deutscher Patient Stammzellen aus Kanada erhält, oder ein Stammzellspender in Deutschland für einen Erkrankten in Griechenland gefunden wird.
Zudem bringen Vertreter unserer Stiftung über die Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD), European Group of Blood an Marror Transplantation (EBMT) und World Marror Donor Association (WMDA) auf nationaler und internationaler Ebene ihre Erfahrungen ein, wenn Experten die neuesten Forschungsergebnisse diskutieren und das weltweite Netzwerk optimieren.
Darüber hinaus hat sich die Stefan-Morsch-Stiftung zum Ziel gesetzt, Patienten und ihren Angehörigen zur Seite zu stehen. Wir helfen bei der Vermittlung von Kliniken oder Ärzten, beraten aber auch den Patienten nach der Transplantation. Die Stiftung gibt im Notfall finanzielle Hilfen. So können ungedeckte Kosten des Patienten, die durch eine Leukämie-Erkrankung entstanden sind und zu einer wirtschaftlichen Notlage geführt haben, übernommen werden.
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