Zehn Jahre älter, zwei Punkte reicher

Die Marburger Mannschaft bedankt sich nach dem Spiel bei den 13 mitgereisten BC-Fans. (Foto: Marcus Richter)
1. Basketball Bundesliga Bundesliga: GiroLive-Panthers Osnabrück – BC Pharmaserv Marburg 59:71.

Nach schwachem Beginn haben sich die Marburger Erstliga-Basketballerinnen beim abstiegsgefährdeten Osnabrücker SC noch deutlich durchgesetzt. Damit bleibt für den BC Platz zwei vor den Playoffs immer noch möglich.

Für den zweiten Rang - der einen Viertelfinal-Vergleich mit NB Oberhausen zur Folge hätte - müssen die Hessinnen am letzten Spieltag allerdings nicht nur das Heimspiel gegen den Tabellenzehnten Nördlingen gewinnen. Auch Wasserburg muss in Halle siegen. Bei einer Marburger Niederlage droht im schlimmsten Falle sogar Rang fünf.

Auch wenn Kellindra Zackery (24 Punkte) und Maggie Skuballa (21), neben der Osnabrückerin Alison Schwagmeyer (22), auf dem Statistik-Zettel als die herausragenden Akteuerinnen geführt werden, betonte BC-Coach Patrick Unger die geschlossene Mannschaftsleistung: „Jede Spielerin kennt genau ihre Aufgabe und jede weiß, dass sie sich auf die anderen verlassen kann.“

Ein gute Verteidigung war letztlich der Schlüssel zum vierten Erfolg in Serie. Doch die griff erst ab dem zweiten Viertel. „In den zehn Minuten davor bin ich um zehn Jahre gealtert“, bekannte Patrick Unger. Der Marburger Trainer sah mit den 13 BC-Anhängern einen starken Auftakt der Gastgeberinnen.

Mit dem Mute der Verzweiflung eines Abstiegskandidaten legten die Panthers los wie die Feuerwehr. „Wir wussten was uns erwarten wurde. Aber sie haben uns dennoch anfangs den Schneid abgekauft“, sagte Unger. Die Marburger Abwehr offenbarte viele Lücken. Die Osnabrückererinnen erspielten sich gute Möglichkeiten und schlossen konsequent ab.

Auf der anderen Seite kam die BC-Offensive nicht richtig ins Rollen. Bälle wurden schon im Aufbau vertändelt, Anspiele kamen zu ungenau, Abschlüsse waren nicht präzise genug. Nach dem 22:10 zum Viertelende und bei einer 14-Punkte-Führung wenige Sekunden später herrschte bei den meisten der rund 600 Zuschauer große Zuversicht.

Als dann in der 15. Minute in einer Aktion Natta Gohrke mit einem Foul, einem Technischen und Maggie Skuballa ebenfalls mit einem Technischen bedacht wurden, schien sich die Waage immer weiter zu Gunsten der Friedensstädterinnen zu neigen.

Doch die Gäste zeigten eine Trotzreaktion vom allerfeinsten. Die Abwehr stand nun sicher, zwang den OSC ein gefühltes Dutzend mal erst kurz vor Ablauf der 24-Sekunden-Uhr abzuschließen – wenn überhaupt. Auf der anderen Seite verkürzten Tonisha Baker, Kellindra Zackery und Ama Degbeon für den BC bis zum Seitenwechsel auf 31:33. Und drei Minuten nach der Halbzeitpause ging das Pharmaserv-Team erstmals in Führung (35:33).

Fortan liefen die Panthers hinterher, obwohl Natta Gohrke und Maggie Skuballa bereits mit vier Fouls belastet waren. Mit 47:46 ging es in den Schlussakt. Hier bauten die Hessinnen ab der 35. Minute ihre Führung von 54:52 auf 63:54 aus – und das innerhalb von nur 115 Sekunden. Nach einem verworfenen Freiwurf angelte sich Kellindra Zackery den Offensiv-Rebound, passte raus zu Maggie Skuballa und die ließ ihren vierten Dreier durch die Reuse rauschen. Die Vorentscheidung.

Alison Schwagmeyers Dreier 2:35 Minuten vor Schluss ließ die Gastgeberinnen noch einmal hoffen. Doch die folgenden Angriffe gerieten unter Zeitdruck, Marburg griff mehr defensive Abpraller ab, als die Hausherrinnen unter beiden Körben zusammen. Und die Osnabrücker Versuche, Marburg durch viele Fouls doch noch aus dem Rhythmus zu bringen, schlugen fehl.

Patrick Unger: „Wir wussten, dass es ein sehr schweres Spiel werden würde. Das war eine starke kämpferische Leistung von Osnabrück. Ab dem zweiten Viertel haben wir dann endlich so verteidigt, wie wir das eigentlich von Beginn an machen wollten. Ein Sonderlob an Ama Degbeon. Sie hat wichtige Rebounds geholt.“

Christian Kaiser (Trainer OSC): „Glückwunsch an Marburg. Im ersten Viertel haben wir genau das gemacht, was wir wollten, den Ball viel bewegen. Wir waren gut auf die Marburger Verteidigungsvarianten eingestellt, haben dann aber die entsprechenden Systeme nicht mehr durchgespielt und die freien Würfe nicht mehr bekommen. Maggie Skuballa hatten wir nur ein Viertel lang unter Kontrolle, Kellindra Zackery nie.“

Statistik:
Viertel:
22:10, 11:21, 13:16, 13:24.
Osnabrück: Abel (4 Assists, 3 Steals), Höötmann 13 Punkte, Knopp, Rodriguez 2, Schulte to Bühne, Schwagmeyer 22 / 4 Dreier (8 Rebounds), Sokoll-Potratz, Wellers 5 (8 Reb., 3 Ass., 3 St.), Worms 17 (4 Ass.); Kaiser, Koopmann, Potratz (alle n.e.).
Feldwürfe 33% (23/70), Freiw. 69% (9/13), Reb. 35 (def. 21), Turnover 7, Ass. 13, St. 6, Blocks 1, Fouls 18.
Marburg: Baker 13/1, Degbeon 6 (12 Reb.), Gohrke 2, Schaake 2, Skuballa 21/4 (12 Reb.), Smith 3 (7 Ass.), Zackery 24 (9 Reb.); Masek (n.e.).
Feldw. 46% (26/57), Freiw. 74% (14/19), Reb. 48 (d. 36), TO 15, Ass. 14, St. 5, Bl. 1, Fo. 16.
SR: Bejaoui, Schupke. Z: 600.


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