Unger: Wir ergeben uns nicht!

In dieser Szene aus dem Pokal-Halbfinale kämpfen Wasserburgs Monique Oliver (links) und Marburgs Svenja Greunke um den Ball. (Foto: M.Schneider / belichtbar.net)
Marburg: Georg-Gaßmann-Halle | Planet-Cards-DBBL: 2. Playoff-Halbfinal-Spiel: BC Pharmaserv Marburg – TSV 1880 Wasserburg (Freitag, 19 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle, Serie 0:1).

Nach der Niederlage im ersten Spiel der Semifinal-Serie müssen Marburgs Erstliga-Basketballerinnen nun gewinnen. Ansonsten sind sie raus aus dem Rennen um die Deutsche Meisterschaft. Die will aber seinerseits der Gegner gerne zum dritten Mal in Folge holen.


„Do or die!“ Wörtlich: Mach oder stirb! So nennt man im Sport-Jargon üblicherweise Spiele, in denen eine Mannschaft gewinnen oder ausscheiden muss. „Do or die?“ So schlimm wird es hoffentlich nicht kommen.

Das Pharmaserv-Team geht die Playoff-Partie im Modus „Best of Three“ mit der nötigen Lockerheit an. „Wir haben keinen Druck, wir haben Spaß“, sagt BC-Trainer Patrick Unger. Spaß am gemeinsamen Arbeiten mit der Mannschaft, wie er immer wieder betont. Doch stellt er gleich klar: „Wir wollen gewinnen!“

Das wollen alle. Nur hat das seit dem 25. April 2014 keine deutsche Mannschaft mehr hinbekommen. Damals war das der Herner TC im – Achtung – zweiten Halbfinal-Spiel. Unger ist jedenfalls „komplett davon überzeugt, dass man gegen Wasserburg gewinnen kann. Genau das werde ich meiner Mannschaft vermitteln“.

Im ersten Spiel (57:78) zeigte der BC über weite Strecken eine gute Leistung. Ein viel besseres Ergebnis war möglich. Doch das verhinderten viele unnötige Fehler im Abschluss, vor allem bei vermeintlich leichten Korblegern. Mit 36 Prozent Trefferquote ist beim Top-Team der Liga natürlich kein Blumentopf zu gewinnen.

„Wir haben phasenweise das umgesetzt, was wir machen wollten, und auch Fehler des Gegners forciert. Wenn uns das auswärts gelungen ist, dann sollte es uns auch zu Hause gelingen“, sagt Unger. Und das hat in dieser Saison ja schon zwei Mal ordentlich geklappt. Im Liga- und im Pokal-Spiel vor eigenem Publikum hielt Marburg lange Zeit mit.

Wasserburgs Trainer Georg Eichler zeigte nach dem Auftaktsieg seiner Mannschaft Respekt vor dem Gegner: „Freitag ist ein komplett neues Spiel. Marburg hat überhaupt nichts zu verlieren. Wir freuen uns auf einen heißen Kampf. Wir wissen um Marburgs Heimstärke. Aber wir wollen die Serie nicht nach Wasserburg zurückholen.“

Sein Gegenüber fordert von seinen Schützlingen, die Fehler aus dem ersten Playoff-Duell abzustellen und so hart zu spielen, wie es geht. „Wir sind nicht ins Halbfinale gekommen, um uns jetzt einfach zu ergeben.“ Dabei hofft er auf große Unterstützung vom eigenen Publikum: „Es ist ein Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Wer überlegt da überhaupt noch, nicht hinzugehen?!“

Auch Marburgs Österreicherin Julia Köppl freut sich auf das Heimspiel gegen ihren früheren Verein: „Ich liebe die Stimmung in unserer Halle und wir hoffen, dass wir wieder auf unsere Fans zählen können. Jetzt sind sie wieder gefragt, damit gegen Wasserburg nochmal alles möglich ist!!“

Rückblick: Am Freitag vor genau elf Jahren gastierte der TSV Wasserburg schon mal zu einer zweiten Halbfinal-Partie in Marburg. Damals rang der BC den Titelverteidiger nieder und erzwang ein drittes Spiel. Der damalige Trainer ist mittlerweile der Schwiegervater des heutigen Mannes an der Seitenlinie. Wenn das kein gutes Omen ist...


Halbfinale (Best of Three):
Spiel 1: 78:57 für Wasserburg
Spiel 2: Freitag, 15. April, 19 Uhr in Marburg (GGH)
Spiel 3 (falls nötig): Sonntag, 17. April, 16 Uhr in Wasserburg (Badria)


Im anderen Duell könnte zeitgleich der Tabellenzweite, TV Saarlouis Royals, nach dem 62:59-Auftaktsieg gegen den Rundendritten, Herner TC, den Finaleinzug klarmachen.


So geht’s danach weiter:

Hin- und Rückspiel um Platz 3:
22. und 24. April-

Meisterschaftsfinale (Best of Five):
22.- / 24. / 27.- / 29. April* / 1. Mai*-

* falls nötig
- Heimrecht für das nach der Hauptrunde besser platzierte Team.
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