Saisonrückblick 2015/16 – Teil 4: Playoffs

Die Marburgerinnen freuten sich ausgelassen über ihre Bronze-Medaillen. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
Gezittert, gekämpft und belohnt.


Viertelfinale (Best of Three)
Spiel 1: Auswärtssieg in Keltern (73:69 / Serie 1:0).

Die meiste Zeit über führt der Tabellenvierte aus Baden – in der 32. Minute noch mit 62:54. 67 Sekunden vor Schluss versenkt Julia Gaudermann nach sechs Fehlwürfen ihren einzigen Treffer des Tages. Ihr Dreier zum 70:69 sorgt für den letzten und entscheidenden Führungswechsel. „Wir waren in der ersten Halbzeit ängstlich und zögerlich und haben schlecht verteidigt. Wir haben zu viel nachgedacht“, sagt Tonisha Baker. „In der zweiten Halbzeit sind wir durch bessere Verteidigung und besseres Rebounding wieder zurückgekommen und haben noch gewonnen. Das war sehr spannend und sehr anstrengend.“
Top: Thimm (14).

Spiel 2: Heimniederlage gegen Keltern (56:67 / 1:1).
Allererste Niederlage gegen Keltern – zu einem schlechten Zeitpunkt. Ein Marburger Fehlwurf-Festival macht den starken Gegner noch stärker. Bis zur 27. Minute ist alles ausgeglichen. Dann sorgt ein 16:0-Punkte-Lauf der Gäste zum 59:43 für die Entscheidung. „Wir haben so ziemlich jeden offenen Wurf danebengeworfen. Wenn du nur 26 Prozent aus dem Feld triffst, hast du ein Problem. Wenn du in der ersten Halbzeit schon 13 Ballverluste produzierst, hast du ein Problem“, sagt Patrick Unger. „Das war einfallslos und ohne Spielwitz und ohne Energie. Wir sind teilweise zurückgejoggt, anstatt zurückzulaufen. Das hat mich geärgert.“
Top: Greunke (15), Thimm (10 Reb.).

Spiel 3: Auswärtssieg in Keltern (65:60 / Marburg mit 2:1 weiter).
Fast die ganze Zeit über liegt Marburg vorne, mit bis zu neun Punkten. Doch in den Schlusssekunden ist Keltern bis auf einen Zähler dran. Katie Yohn und Svenja Greunke machen das Weiterkommen mit vier von vier Freiwürfen klar. „Wenn wir nicht so viele leichte Ballverluste gemacht und Rebounds abgegeben hätten, hätte es gar nicht so spannend sein müssen“, sagt Julia Köppl. „Es war ein echtes Playoff-Spiel mit gutem Kampf auf beiden Seiten. Freitag waren wir nicht aggressiv genug und haben Keltern das Spiel bestimmen lassen. Heute hat echt jede alles gegeben, was sie kann.“
Top: Lee (15 Punkte / 1 Dreier), Thimm (11 Rebounds).


Halbfinale (Best of Three)

Spiel 1: Auswärtsniederlage in Wasserburg (57:78 / 0:1).
Auch wenn es nicht das erhoffte perfekte Spiel ist: Die 19 mitgereisten BC-Anhänger sind vom Auftritt ihrer Mannschaft nicht enttäuscht. Noch im Schlussakt stemmen sich die Gäste der Physis und der Spielkunst des ungeschlagenen Ligaprimus tapfer entgegen. „Wir waren teilweise ein bisschen nervös. Wasserburg ist körperlich schon auf einem anderen Niveau. Davon dürfen wir uns aber nicht aus dem Konzept bringen lassen“, sagt Svenja Greunke. „Phasenweise haben wir gut reagiert, phasenweise aber auch blöde Fehler gemacht. So war es am Ende deutlicher, als es hätte sein müssen. Wenn wir das gemacht haben, was wir besprochen haben, lief es ja. Wenn wir am Freitag auf unserem Top-Niveau spielen, kann alles passieren.“
Top: Baker (13/1, 6 Steals), Lee (13/1), Thimm (5 Ass.).

Spiel 2: Heimniederlage gegen Wasserburg (65:75 / Marburg mit 0:2 raus).
Die Sensation liegt lange Zeit in der Luft. Doch die geht den Gastgeberinnen am Ende aus. Nach 16 Minuten führt Marburg 25:24. Nach einem Wasserburger Hoch (44:35, 27.) kämpft sich Marburg auf noch einmal heran (51:52, 32.). Doch der Favorit behält den kühleren Kopf und bringt die Partie sicher nach Hause. „Die Wasserburger Presse im letzten Viertel hat das Spiel entschieden. Die Ballverluste haben die zehn Punkte Unterschied am Ende ausgemacht gegen eine Mannschaft, die seit fast zwei Jahren nicht mehr verloren hat. Und wo jeder vorher sagt: Das wird eh nix“, sagt Unger. „Wir haben den Fight angenommen. Bei Wasserburg merkt man dann auch die Erfahrung aus dem Eurocup. Jetzt wollen wir die Bronze-Medaille. Wir gehen das genauso an wie ein Finale.“
Top: Baker (15).


Duell um die Bronze-Medaille (Best of Two)

Hinspiel: Heimsieg gegen Herne (80:63).
Mit einer tollen Leistung und einem Sieg verabschieden sich die Marburgerinnen von ihrem Heimpublikum. Mit Spielwitz, Leidenschaft und Team-Geist ziehen die Gastgeberinnen einem Gegner den Zahn, der in der Hauptrunde drei Mal mehr gewonnen hat und zwei Plätze höher eingestuft ist. „Ich hätte heute lieber 20 Punkte oder mehr Vorsprung gehabt, je mehr desto besser. Wir haben viele Möglichkeiten ausgelassen“, sagt Katie Yohn. „Aber wir haben schon gut gespielt. Die Defensive war der Schlüssel, wir haben Hernes Offensive und Reboundstärke rausgenommen. Wir müssen uns zum Rückspiel wieder gut vorbereiten, aggressiv spielen und es angehen, als ob es 0:0 stünde. Wir wollen gewinnen.“
Top: Yohn (23/5, 4 Ass.), Lee (7 Reb.), Gaudermann (4 Ass.).

Rückspiel: Auswärtssieg in Herne (77:71 / Summe 157:134)
Mit ihren Dreiern 77, 78, 79 und 80 in diesem Spiel stellt Katie Yohn einen weiteren Team-Rekord auf – für Dreier in einer kompletten Bundesliga-Saison. Zuvor ist jedoch das 17-Punkte-Polster aus dem Hinspiel schon zur Hälfte aufgebraucht (19:28, 12.). Zum Seitenwechsel ist Marburg wieder dran (40:41). Kurz darauf muss der BC beim 44:52 nochmal zittern, ehe ein eigener 16:2-Lauf die Partie dreht. Dreier von Schaake und Baker beseitigen die letzten Zweifel am bronzenen Saisonabschluss. „Wir wussten, dass Herne aggressiv sein würde. Aber wir haben an uns geglaubt, an unsere Arbeit und an uns als Team“, sagt Patricia Benet. „Ich freue mich riesig über die Medaille, die wir unbedingt haben wollten. Dafür haben wir die ganze Saison über gearbeitet und uns jetzt belohnt.“
Top: Baker (14/1), Yohn (14/4).

Tagesbeste:
- Punkte: 23, Yohn (gg. Herne)
- Dreier: 5, Yohn (gg. Herne)
- Rebounds: 11, Thimm (in Keltern, 2)
- Assists: 5, Thimm (in Wasserburg)
- Steals: 6, Baker (in Wasserburg).
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