Niederlage gegen Saarlouis, Hammerlos im Pokal

Schwer hatten es die Marburgerinnen um Katlyn Yohn (Mitte) gegen Saarlouis mit Amanda Dowe (links) und Sabine Niedola. (Foto: Melanie Schneider)
Planet-Cards-DBBL: BC Pharmaserv Marburg – TV Saarlouis Royals 83:86.

Das Spitzenspiel des 17. Spieltags hielt im Ergebnis keine Überraschungen bereit. Der Vizemeister aus Saarlouis gewann in Marburg. Die Auslosung der Pokalhalbfinals brachte dem Pharmaserv-Team das schwerstmögliche Los, den Tabellenführer TSV Wasserburg.


Dass der Fünfte in der Tabelle gegen den Zweiten verliert, ist nicht gerade eine Sensation. Erst recht nicht, wenn sich der Favorit schon im Hinspiel deutlich durchgesetzt hat. Die Gäste zeigten ihre Klasse. Gegen eine 60-prozentige Trefferquote aus dem Feld ist wohl kaum ein Kraut gewachsen. Die Rebounds gingen ebenfalls klar an die Royals. So geht deren erster Erfolg in Marburg seit fünfdreiviertel Jahren in Ordnung. In Amanda Dowe hatte der TVS auch die stärkste Akteurin auf dem Feld. Der BC machte zu wenig aus den herausgespielten Möglichkeiten. Auch wenn alle unter der Woche angeschlagenen BC-Spielerinnen auflaufen konnten.

Nach Marburger Blitzstart (10:2, 5. Minute und 15:6, 7. Minute) übernahm der Vizemeister das Kommando, lag ab der 12. Minute (23:21) stets vorne, beim 38:28 (18.) erstmals zweistellig. Marburg kämpfte sich immer wieder heran, wie zum 37:42 mit der Halbzeitsirene. Auch ein 42:52 (23.) steckten die Marburgerinnen weg (55:60, 28.). Doch fanden die Royals in Bedrängnis immer eine Antwort. Als Stina knapp drei Minuten vor dem Ende einen Offensiv-Foul-Pfiff gegen Marburg mit einem Dreier zum 83:73 nutzte, schien die Partie entschieden.

Jetzt ein Ruck durch das Pharmaserv-Team. Tonisha Baker sorgte für die Initialzündung. Mit zwei Schritten Rückstand gestartet, flog sie an Jamailah Adams heran, die zum Eins-gegen-null-Korbleger ansetzte: Block. Die Bankspielerinnen sprangen auf. Das Publikum war wieder da. Zwar erzielten die Gäste kurz darauf in 85:73 ihren höchsten Vorsprung – 1:55 Minuten waren da noch zu spielen – doch ließen die Lahnstädterinnen nicht mehr locker: Dreier Schaake. Nur ein getroffener TVS-Freiwurf. Dreier Greunke. Steal und zwei Punkte Schaake. Acht-Sekunden-Ballverlust Saarlouis. Unsportliches Foul Saarlouis. Zwei Freiwurf-Treffer Greunke. 83:86 und Ballbesitz bei noch 14,5 Sekunden.

Mutmacher für Marburgs Fans: Finja Schaake hatte zum Ende des ersten und des zweiten Viertels jeweils in letzter Sekunde einen Dreier versenkt. Der würde die Verlängerung erzwingen. Fünf Sekunden vor Schluss fasste sich diesmal Tonisha Baker ein Herz. Doch die Aufholjagd wurde nicht belohnt. Ring, Rebound und Sieg Saarlouis.

Marburg bleibt in der Tabelle mit 11 Siegen aus 17 Spielen Fünfter. Die Ränge vier, drei und zwei sind nun ein, zwei und drei Siege entfernt. Auf Rang sechs beträgt der Vorsprung ebenfalls drei Siege. Am kommenden Samstag reisen die Hessinnen zum direkt vor ihnen platzierten Herner TC. Das nächste kleine Endspiel, wenn es mit Platz vier und dem Heimvorteil im Playoff-Viertelfinale noch etwas werden soll.


Pokalauslosung zum Top-Four in Marburg
Halbfinals am 19. März:
Rutronik Stars Keltern – Herner TC
BC Pharmaserv Marburg – TSV Wasserburg.

Am 20. März folgen die Spiele um die Medaillen.


Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Wir haben das Spiel nicht in den letzten Sekunden verloren sondern vorher phasenweise ängstlich agiert und uns offensiv zurückgehalten. 86 zugelassene Punkte sind gut 20 mehr als sonst. Saarlouis ist aber schon eine Hausnummer. Deren Wurfquote war unglaublich. Amanda Dowe macht sonst neun Punkte und heute das Spiel ihres Lebens. Als wir in der zweiten Halbzeit auch so physisch gespielt haben wie Saarlouis, sind wir immer wieder rangekommen. Aus solchen Spielen lernen wir mehr, als wenn wir mit 25 gewinnen. Wir haben eine charakterstarke Mannschaft, in der jeder jedem hilft. ,Aufgebenʻ steht nicht in unserem Wortschatz. Wir haben uns super zurückgekämpft. Das hat super Spaß gemacht vor der Kulisse. (Zur Pokalauslosung, Anm.d.Verf.:) Wenn man Pokalsieger werden will, muss man Wasserburg schlagen. Das ist bestimmt einfacher im ersten Spiel. Da gibt es kein morgen und wir müssen alles auf dem Feld lassen.“

Svenja Greunke (Spielerin Marburg):
„Wir haben zu lange gebraucht, um in unser Spiel mit Aggressivität und Emotion reinzukommen. Zu Saisonbeginn haben wir das immer schon früher im Spiel geschafft. Wenn du dann gegen ein Top-Team wie Saarlouis acht bis zehn hinten bist, wird’s schwer. Unser Ziel ist immer, den Gegner mit Verteidigung zu schlagen. Aber zur Halbzeit hatte Saarlouis schon 42 Punkte. Es war dann am Schluss ein bisschen einfacher für uns, als wir nichts mehr zu verlieren hatten. Aber wir dürfen es gar nicht so weit kommen lassen. Das müssen wir für die nächsten Spiele mitnehmen. (Zur Pokalauslosung, Anm.d.Verf.:) Wenn man den Pokal gewinnen will, muss man irgendwann gegen Wasserburg spielen. Vielleicht ist es sogar am Samstag eher möglich zu gewinnen, da sind wir noch frischer. Wir werden einfach versuchen, unser bestes Spiel zu spielen.“


Fun Fact: Finja Schaake erzielt mit 23 Punkten Karriere-Bestwert in der Bundesliga und zum ersten Mal in zwei aufeinanderfolgenden Liga-Spielen 20 oder mehr Punkte.

Fail Fact: Mit zu Hause 83 erzielten Punkte verlor Marburg zuletzt am 18. November 2006 (NB Oberhausen, 83:97).


Statistik
Viertel: 18:19, 19:23, 24:24, 22:20.
Marburg: Baker 9 Punkte (4 Assists), Benet 5, Gaudermann 6 (3 Ass.), Greunke 11/1 Dreier (5 Rebounds), Köppl 9/1, Lee 4/1, Rodefeld, F.Schaake 23/4, Schwarzkopf (n.e.), Thimm 13/1 (3 Steals), Yohn 3.
Feldwürfe 45 Prozent (30/67), Freiw. 83 Prozent (15/18), Reb. 20 (def. 11), Turnovers 14, St. 9, Blocks 1, Fouls 16.
Saarlouis: Adams 4, Barnert 15/3 (5 Reb., 5 Ass.), Brodersen (3 Ass.), Costa 2 (7 Reb.), Dowe 24 (9 Reb.), Groß (n.e.), Niedola 17, Pohlmann 7/1, Tisdale 17/3 (4 Ass.).
Feldw. 63 Prozent (33/52), Freiw. 100 Prozent (13), Reb. 32 (d. 26), TO 22, Ass. 18, St. 7, Bl. 5, F. 15.
Schiedsrichter: Steckas, Jelenic. Zuschauer: 600.
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