Nicht schlecht, aber nicht perfekt

Wasserburgs Marlou de Kleijn (links) behielt im ersten Halbfinale die Oberhand gegen Marburg mit Tonisha Baker. (Foto: Peter Voeth)
Planet-Cards-DBBL: 1. Playoff-Halbfinal-Spiel: TSV 1880 Wasserburg – BC Pharmaserv Marburg 78:57 (Serie 1:0).

Ohne echte Überraschung endete der Marburger Ausflug an den Inn. Der TSV Wasserburg wurde im ersten von maximal drei Halbfinal-Partien seiner Favoritenrolle gerecht.


Auch wenn es nicht das von BC-Trainer Patrick Unger erhoffte perfekte Spiel seiner Schützlinge war: Die 19 mitgereisten Anhänger waren vom Auftritt ihrer Mannschaft nicht enttäuscht. Will sich das Pharmaserv-Team die Möglichkeit auf das Playoff-Finale offenhalten, muss am Freitag in eigener Halle ein Sieg her.

Konzentriert starteten die Marburgerinnen gegen den Titelverteidiger. Aufmerksame Verteidigung brachte ihnen neben der 5:0-Führung noch weitere gute Gelegenheiten. Die Chancenauswertung war aber an diesem Tag das große Manko beim Außenseiter. Auch die schönsten herausgespielten Gelegenheiten blieben ungenutzt. So übernahmen die treffsicheren Pokalsiegerinnen das Kommando. Der 14:21-Rückstand nach zehn Minuten war ohne Übertreibung aus Marburger Sicht unnötig.

Dafür legten die Hausherrinnen im zweiten Viertel richtig los. Mit schnellen Kombinationen wirbelten sie die Marburger Verteidigung durcheinander und trafen hochprozentig. Ganz im Gegensatz zu den Gästen von der Lahn. Beim 27:16 nach 13 Minuten war der Abstand erstmals zweistellig. Sheylani Peddy setzte in diesem – wie Unger es nannte – entscheidenden Viertel, mit 18 der 26 Wasserburger Punkte die Akzente, wie den Dreier zum 47:27 kurz vor dem Seitenwechsel.

Beim 55:33, dem höchsten Wasserburger Vorsprung, war nach 23 Minuten die Partie im Grunde entschieden. Dennoch zeigten die Hessinnen hier ihre beste Phase und gewannen den Durchgang gar mit 13:12.

Auch im Schlussakt noch stemmten sich die Gäste der Physis und der Spielkunst des ungeschlagenen Ligaprimus tapfer entgegen. Beispiel gefällig? Nach zwei verwandelten Freiwürfen von Julia Köppl klaute Tonisha Baker (6 Ballgewinne) dem Gegner gleich den Einwurf, passte auf Katlyn Yohn, und die traf per Dreier zum 54:69 (36. Minute). In den letzten 2:22 Minuten ließ Unger seine jungen Spielerinnen als Lohn für ihren Trainingsfleiß erstmals Playoff-Halbfinal-Luft schnuppern.


Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Phasenweise haben wir echt gut gespielt, dann uns aber wieder selbst im Weg gestanden. Wenn man sieht, was wir eigentlich machen wollten, und was wir alles falsch gemacht haben, bin ich schon ein bisschen enttäuscht. Wir wissen, wie stark Wasserburg ist. Da dürfen wir uns keine mentalen Aussetzer erlauben, wie leichte Korbleger danebenwerfen. Wenn wir die am Anfang reinmachen, läuft das Spiel vielleicht anders. Aber es gibt so Tage, und Wasserburg verteidigt ja auch gut. So wird es natürlich schwer, wenn man die ganze Zeit über hinterläuft. Die Mädels haben gut gekämpft. Aber vielleicht haben nicht alle wirklich dran geglaubt, gewinnen zu können.“

Svenja Greunke (Spielerin Marburg):
„Wir waren teilweise ein bisschen nervös. Wasserburg ist körperlich schon auf einem anderen Niveau. Davon dürfen wir uns aber nicht aus dem Konzept bringen lassen. Phasenweise haben wir gut reagiert, phasenweise aber auch blöde Fehler gemacht. So war es am Ende deutlicher, als es hätte sein müssen. Wenn wir das gemacht haben, was wir besprochen haben, lief es ja. Wenn wir am Freitag auf unserem Top-Niveau spielen, kann alles passieren.“

Katlyn Yohn (Spielerin Marburg):
„In Defense und beim Rebound haben wir phasenweise gegen diese groß gewachsene Mannschaft sehr gut gespielt. Wir müssen noch besser mit dem gegnerischen Druck umgehen und den Fastbreak stoppen. Wenn uns das gelingt, können wir am Freitag mit unserem Publikum im Rücken gewinnen.“

Georg Eichler (Trainer Wasserburg):
„Wir haben eine sehr, sehr gute erste Halbzeit gespielt. Mit der Zweiten bin ich nicht zufrieden. Da haben wir die Konzentration verloren, nicht mehr gereboundet und eine schlechte Wurfauswahl getroffen. Unser Anspruch ist, 40 Minuten lang Gas zu geben. Wir haben aber keine 60 Punkte zugelassen. Damit bin ich sehr zufrieden.“


Fun Facts: Marburgs beste Freiwurfquote (89 Prozent) seit acht Partien (dem vorigen Spiel in Wasserburg am 28.02., 91 Prozent). – Die Differenz beim Endergebnis von 21 Punkten entspricht ziemlich genau dem Durchschnitt der vorherigen drei Aufeinandertreffen beider Teams (20,67).

Fail Facts: Marburgs 23 Ballverluste (die meisten in den vier Saisonspielen gegen Wasserburg). – Der TSV Wasserburg ist jetzt seit 68 Liga- und -Pokalspielen und 715 Tagen auf nationaler Ebene ungeschlagen (natürlich für Wasserburg ein Fun Fact).


Statistik
Viertel: 21:14, 26:17, 12:13, 19:13.
Wasserburg: Brunckhorst 11 Punkte / 2 Dreier (4 Assists), Hindrakova 4, de Kleijn 15/3 (3 Steals), Lucet 10/1 (5 Rebounds), Oliver 1, Pavel (n.e.), Peddy 18/4 (6 Reb., 4 Ass.), Raincock-Ekunwe 15 (13 Reb., 4 St.), Sten, Wagner 4.
Feldwürfe 46 Prozent (28/61), Freiw. 63 Prozent (12/19), Reb. 38 (def. 29), Turnovers 22, Ass. 18, St. 13, Blocks 1, Fouls 19.
Marburg: Baker 13/1 (6 St.), Benet 3/1 (3 Ass.), Gaudermann, Greunke 8 (5 Reb.), Köppl 2, Lee 13/1, Rodefeld, Schaake 2, Schwarzkopf, Thimm 6 (5 Ass., 3 St.), Winterhoff, Yohn 10/2.
Feldw. 32 Prozent (18/57), Freiw. 89 Prozent (16/18), Reb. 35 (d. 27), TO 23, Ass. 10, St. 13, Bl. 3, F. 21.
Schiedsrichter: Max Kindervater, Sven Frischmuth; TK: Dietrich. Zuschauer: 500.



Halbfinale (Best of Three):
Spiel 1: 78:57 für Wasserburg
Spiel 2: Freitag, 15. April, 19 Uhr in Marburg (GGH)
Spiel 3 (falls nötig): Sonntag, 17. April, 16 Uhr in Wasserburg (Badria)

Im anderen Duell um den Einzug ins Finale siegte der Tabellenzweite, TV Saarlouis Royals, in eigener Halle mit 62:59 gegen den Rundendritten, Herner TC.


So geht’s danach weiter:

Hin- und Rückspiel um Platz 3:
22. und 24. April-

Meisterschaftsfinale (Best of Five):
22.- / 24. / 27.- / 29. April* / 1. Mai*-

* falls nötig
- Heimrecht für das nach der Hauptrunde besser platzierte Team.
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