Mit Auswärtssieg die Playoffs gesichert

30 BC-Fans unterstützten ihre Mannschaft in Freiburg.
Planet-Cards-DBBL: Eisvögel USC Freiburg – BC Pharmaserv Marburg 59:78.

Die Marburger Erstliga-Basketballerinnen tanken weiter Selbstvertrauen. Vor den vorentscheidenden Spielen um die besten Playoff-Plätze holte das Pharmaserv-Team einen Auswärtssieg im Breisgau. Das Ticket für die Endrunde hat der BC nach dem 16. Spieltag nun sicher.


Nur ein Marburger zog am Samstagabend in Freiburg den Kürzeren. Fan Nils verlor im Pausenspiel gegen einen Eisvögel-Anhänger. Nils ist es aber auch, der Anteil am Sieg seiner Lieblingsmannschaft hat – über das Trommeln hinaus. Nach dem vorigen Heimspiel hatte er die Trommelknüppel mit nach Hause genommen. Wusste nur keiner. So wurde vor der Abfahrt in Marburg der Abstellraum der heimischen Halle auf den Kopf gestellt. Erfolglos.

Währenddessen fiel einer Marburger Spielerin, nennen wir sie Finja S., ein, dass sie ihre Basketballschuhe in der Halle vergessen hatte. Letztlich landeten die Schuhe doch noch im Kofferraum. Die Knüppel lagen da längst. Ohne #knueppelgate hätte sich die Abfahrt jedoch nicht verzögert. Dann wäre das Fehlen der Ausrüstungsteile erst während der Fahrt bemerkt worden.

Barfuß hätte Finja S. wahrscheinlich nicht 21 Punkte markiert – Tagesbestleistung in Freiburg und ihr persönlich zweitbestes Karriere-Ergebnis in der Bundesliga-Hauptrunde. Doch war nicht nur Schaakes Sahnetag verantwortlich für den elften Saison-Erfolg. Erwähnenswert wären da Katlyn Yohns 15 Zähler. Svenja Greunkes Fast-Double-Double (9/10). Patricia Benets 5 Rebounds und 4 Assists. Stephanie Lees 4 Blocks. 3 Steals von Wirbelwind Tonisha Bakers, um nur einiges zu nennen.

Zur Geschichte des Spiels gehört auch der Ausfall von zwei Eisvögel-Stützen. Virusgeschwächt fehlten sie ihrem Team an vielen Ecken und Enden. Im ersten Viertel war davon noch nicht viel zu spüren: Der USC gewann das mit 20:16, weil er besser kombinierte und weniger Ballverluste produzierte.

Ein 18:4-Lauf drehte dann die Partie zu Gunsten der Gäste (38:26, 18. Minute). Und als kurz nach dem Seitenwechsel Freiburg auf 36:40 verkürzte, kamen Schaakes Schuhe ins Spiel. Neun Punkte in Folge erzielte die Flügelspielerin, dann Lee noch zwei zum 55:36 (26. Minute). Die Eisvögel belohnten sich für ihren großen Kampf und kamen auf 55:62 heran, bei knapp sieben Minuten auf der Uhr. Marburg legte ein Dutzend Punkte nach – ohne zu kassieren. Der Sieger stand fest.

An den kommenden beiden Spieltagen muss Marburg gegen zwei direkte Konkurrenten um die Plätze zwei bis vier ran: Saarlouis und Herne.


Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Dass Freiburg ,ohne zwei» gespielt hat, war natürlich ein bisschen Glück für uns. In einem engen Spiel hätten die beiden entscheidend sein können. Andererseits wären wir das Spiel ansonsten vielleicht auch anders angegangen, denn zu Beginn waren wir ein bisschen nachlässig. 20 zugelassene Punkte im ersten Viertel sind viel zu viel. Wir haben da ein bisschen ängstlich gespielt. Ich habe die Mannschaft dran erinnert, dass wir das Spiel nicht in den ersten Minuten gewinnen, sondern das Tempo 40 Minuten lang hochhalten müssen. Und wie die Mannschaft dann reagiert hat, hat mir gefallen. Freiburg ist besser, als es die Tabelle aussagt. Finja hat ein brutal gutes Spiel gemacht. Rotenburg hat uns mit seinem Sieg gegen Herne einen Gefallen getan.“

Finja Schaake (Spielerin Marburg):
„Als wir vor dem Spiel erfahren haben, dass von Freiburg zwei wichtige Spielerinnen fehlen, haben wir uns gedacht: Das macht die Sache vielleicht einfacher. Aber wir wussten auch, dass der Gegner so auch noch motivierter sein kann. Wir hatten gegen die Presse totale Probleme und haben dumme Fehler gemacht. In der Halbzeit haben wir gesagt, dass wir nochmal 20 Minuten reinhausen müssen. Es war wieder ein sehr intensives Spiel. Wir hatten den längeren Atem. Schön, dass wir so alle Spielerinnen einsetzen konnten.“

Sascha Bozic (Trainer Freiburg):
„Wir haben ein paar kurze Schwächephasen gehabt. Aber wenn du Marburg mal vier Aktionen gibst, mal kurz pennst, nutzen sie das aus. Sie sind so tief besetzt, da reicht es nicht, einfach mal zwei Spielerinnen rausnehmen. Wir haben wieder geackert. In der Statistik sieht man: Wir haben gleich viele Würfe und ebenso viele Turnovers wie der Gegner und – und das trotz der kleineren Rotation. Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur mithalten, sondern der Partie sogar phasenweise unseren Stempel aufdrücken können – allerdings nicht für 40 Minuten. Dazu haben uns in diesem intensiven Spiel doch unser beiden Kranken gefehlt. Aber wie konnten es lange spannend gestalten, und das ist ja gar nicht so schlecht für die Zuschauer.“


Fun Facts: Bundesliga-Debüt für Charlotte Eggers (2:14 Minuten) im 250. Hauptrunden-Auswärtsspiel und dem 25. Marburger Sieg gegen Freiburg seit Wiederaufstieg 1992.

Fail Facts: Elf zugelassene Offensiv-Rebounds und 18 Ballverluste (fand Patrick Unger gar nicht lustig).


Statistik
Viertel: 20:16, 11:24, 13:16, 15:22.
Freiburg: Douglas 17 Punkte / 3 Dreier (4 Assists), Dzirma 13/1 (4 Ass.), Hodapp 3/1 (3 Steals), Hoffmann 8, Ilmberger, Ouedraogo, Sabally 8 (7 Rebounds), Schipek, Wieczorek, Williams 10 (14 Reb., 5 Ass., 3 St.), C.Zehender.
Feldwürfe 35 Prozent (22/63), Freiw. 67 Prozent (10/15), Reb. 37 (def. 26), Turnovers 18, Ass. 14, St. 9, Fouls 15.
Marburg: Baker 5 (3 St.), Benet 5/1 (4 Ass., 3 St.), Eggers, Gaudermann 6/2 (3 Ass.), Greunke 9 (10 Reb.), Köppl 4, Lee 8 (3 Ass., 4 Blocks), Schaake 21/3, Thimm 5 (6 Reb., 3 Ass.), Unger, Yohn 15/3.
Feldw. 44 Prozent (28/63), Freiw. 87 (13/15), Reb. 42 (d. 33), TO 18, Ass. 17, St. 12, Bl. 6, F. 20.
Schiedsrichter: Bohn, Wipfler. Zuschauer: 700.
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