In Hannover verloren, Montag gegen Meisterbesieger

Besonders im dritten Viertel gab es beim Spiel Hannover für das Pharmaserv-Team viel zu besprechen.
Marburg: Georg-Gaßmann-Halle | Planet-Photo-DBBL: TK Hannover – BC Pharmaserv Marburg 84:69.

Im zweiten Jahr hintereinander freut sich die erste Bundesliga über einen starken Aufsteiger. Das bringt Schwung in die Bude. Am Samstag bekam es Marburg mit dem aktuellen Neuling aus Hannover zu tun. Schon am Montag, 3. Oktober, 16 Uhr, geht es in der Gaßmann-Halle gegen gegen den Aufsteiger der Vorsaison, Rutronik Stars Keltern.

Ein ganz schlechtes Marburger Viertel – ein um so besseres der Gastgeberinnen – gab bei der Premiere gegen den TK Hannover den Ausschlag. Der dritte Durchgang ging mit 24:13 an den nominellen, aber nicht personellen Aufsteiger. Das mit Erstliga- und internationalen Meriten gespickte Ensemble aus Niedersachsen ließ den Hessinnen in dieser Phase keine Chance. Rebound, Fastbreak, Score. Zack, zack, zack. So schnell, wie die Hannoveraner Punkte fielen, konnte man kaum mitschreiben. Überragend: Melissa Jeltema. 32 Punkte, darunter sieben Dreier bei nur neun Versuchen.

Nach gutem Beginn des BC (15:8, 5. Minute), kam der TKH ins Rollen (20:15). Bis zum 35:39 (19.) blieb das Pharmaserv-Team dran. Es folgte ein viertel-übergreifender 31:8-Lauf der Hausherrinnen. Beim 70:43 (29.) stand der Sieger längst fest. Hannover schaltete einen Gang zurück und Marburg nutzte dies zu einem 26:14-Endspurt. Zweieinhalb Minuten vor Ende kam der BC gar auf acht Punkte heran. Am historischen und verdienten ersten Bundesliga-Sieg für Hannover gab es aber nichts mehr zu drehen.

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Hannover hat genau so gespielt, wie wir erwartet haben. Das dritte Viertel haben wir total verschlafen. Wir haben uns nicht gut bewegt, haben Blöcke nicht genutzt und sind nicht zu unseren Aktionen gekommen. Das war teilweise kopflos. Wir waren in diesem Spiel das erste Mal richtig gefordert. Es ist gut für uns, dass wir das nun so früh in der Saison hatten. Im letzten Viertel haben wir Herz gezeigt und gesehen, was es braucht, um oben mitzuspielen. Am Montag erwartet uns ein ähnlicher Gegner. Wir müssen härter arbeiten, wacher sein und schneller auf den Beinen.“

Diana Voynova (Spielerin Marburg):
„Es war auch ein mentales Ding. Wenn wir die ganze Zeit so gespielt hätten, wie im letzten Viertel, hätten wir eine Chance gehabt. Aber es war eine gute Erfahrung, aus der wir hoffentlich lernen.“

Birte Thimm (Spielerin Hannover, voriges Jahr Marburg):
„Wir haben eine vielseitige Mannschaft und bringen Aggressivität in Offense und Defense mit. Die Kunst wird sein, unsere verschiedenen Charakterköpfe unter einen Hut zu bringen. Wenn wir es schaffen, über 40 Minuten so aggressiv und diszipliniert zu spielen, wie heute über 25 bis 30, dann wird es für jeden Gegner schwer, dagegenzuhalten.“

Fun Fact: Katie Yohn hat Marburgs Top-Ten in der Ewigen Tabelle der Dreierschützinnen erreicht (68), und das nach nur 24 Bundesliga-Hauptrunden-Spielen. Finja Schaake (122 Dreier) verbesserte sich auf Platz sechs, den sie sich mit Lani Kalutycz/Kramer (nur Langzeit-Fans erinnern sich) teilt.

Fail Fact: Marburg erzielte in 40 Minuten weniger Punkte (69) als Hannover in 30 (70).

Statistik
Viertel: 20:22, 26:13, 24:13, 14:21.
Hannover: Arndt (n.e.), Bartsch, Diawakana 8 Punkte / 2 Dreier(7 Assists, 3 Steals), Grigoleit 9, Jeltema 32/7 (6 Rebounds, 3 Ass., 3 St.), Madden 12 (7 Reb.), Mihalyi 6 Punkte (3 Ass.), Richter 7/1 (8 Ass.), Rosché, Schreck, Thimm 10 (6 Reb.). Feldwürfe 48 Prozent (31/65), Freiw. 71 Prozent (12/17), Reb. 34 (def. 24), Turnovers 15, Ass. 25, St. 12, Blocks 3, Fouls 22.
Marburg: Baker 12 (8 Reb.), Barra (n.e.), Bradley 8/1, Greunke 8, Köppl 1, Schaake 5/1, Sola (3 Ass., 3 St.), Wilke 2, Voynova 12 (6 Reb.), Yohn 21/4 (3 St.).
Feldw. 44 Prozent (24/55), Freiw. 68 Prozent (15/22), Reb. 34 (d. 24), TO 19, Ass. 7, St. 8, l. 1, F. 20.
Schiedrichter: Bejaoui, Schupke. Zuschauer: 200.

Randnotiz: Wenn der Hallensprecher mehrfach vor gegnerischen Freiwürfen das Publikum zu lautstarkem Stören anpeitscht, und – wie am Samstag geschehen – die Schiedsrichter das unbeanstandet durchgehen lassen, wird diese unsportliche Unsitte wohl demnächst in allen Hallen um sich greifen.



Planet-Photo-DBBL: BC Pharmaserv Marburg – Rutronik Stars Keltern (Montag, 16 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle).

Am Feiertag wartet die nächste harte Nuss auf das Pharmaserv-Team. In eigener Halle geht es gegen die Rutronik Stars Keltern. Nach dem Playoff-Aus im April hat das Team aus der Nähe von Pforzheim mit Marburg noch ein Hühnchen zu rupfen.

Der Pokalfinalist der vorigen Saison brachte Abonnement-Meister Wasserburg am Samstag die erste Bundesliga-Niederlage seit fast dreieinhalb Jahren bei. Beim 73:61-Heimsieg war Jasmine Thomas mit 22 Punkten und zehn Rebounds der auffälligste „Star“.

In Kelterns Premierenspielzeit im Oberhaus entschied Marburg vier der fünf Partien für sich. Das letzte Heimspiel – im Playoff-Viertelfinale – jedoch verlor das Pharmaserv-Team.
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