Hessische Teams fahren ohne Druck nach Bayern

Ob auf Marburger Seite die angeschlagene Laura Masek (rechts, im Hinspiel gegen Tiina Sten) mitwirken kann, ist noch unklar. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
1. Damen Basketball Bundesliga:
TSV 1880 Wasserburg – BC Pharmaserv Marburg
(Samstag, 19 Uhr, Badria-Halle).


Schlusstag der Erstliga-Hauptrunde. Im Kampf um die besten Playoff-Plätze und den Klassenerhalt wird es am Samstagabend in Basketball-Deutschland hoch hergehen. Die beiden Partien der hessischen Vertreter im Landkreis Rosenheim haben dagegen nur noch statistischen Wert. Eigentlich.

In Bad Aibling müssen die Rhein-Main Baskets ran. Die haben den neunten Tabellenplatz sicher und stehen damit jenseits von Gut und Böse. Die Südhessinnen treffen auf den vermeintlich leichtesten Gegner. Die gastgebenden Fireballs stehen bereits als Schlusslicht und Absteiger fest, wollen sich aber „ehrenvoll“ von den eigenen Fans verabschieden, wie es auf ihrer Homepage heißt.

Eine halbe Autostunde entfernt werden die Marburgerinnen laut ihres Trainers ebenfalls ein leichtes Spiel haben, treten sie doch beim Tabellenführer TSV Wasserburg an. Der Titelverteidiger hat den Platz an der Sonne längst sicher. Das Pharmaserv-Team hingegen könnte sich in der Endabrechnung sogar noch vom achten auf den siebten Rang verbessern. Damit würde der BC in der ersten Playoff-Runde dem Spitzenreiter aus dem Weg gehen.

Bedingung: ein Sieg bei eben diesem Spitzenreiter. Überdies brauchen die Uni-Städterinnen noch Schützenhilfe von ehemaligen Mannschaftskolleginnen. Amanda Davidson und Tina Menz müssten sich mit ihrem abstiegsgefährdeten Chemitzer Team zeitgleich in eigener Halle gegen Freiburg durchsetzen. Das wäre wiederum ärgerlich für Oberhausen. Dem Vizemeister würde dann selbst ein Sieg in Saarlouis nicht zum Klassenerhalt reichen.

Zurück zu Wasserburg: Der Europapokal-Teilnehmer hat seit zehneinhalb Monaten auf nationaler Ebene nicht mehr verloren. In eigener Halle dominiert der TSV die Gegner mit einem durchschnittlichen Ergebnis von 83:58. „Wasserburg spielt in einer anderen Liga“, sagt daher der BC-Trainer Patrick Unger. „Sie haben ein gut zusammengestelltes und gut gecoachtes Team.“ Die Ausgeglichenheit der Qualität mache das Team von Bastian Wernthaler so stark.

Keine TSV-Akteurin steht pro Partie länger als 27 Minuten auf dem Feld. Die 164-fache deutsche Nationalspielerin Anne Breitreiner darf gar nur 20,5 Minuten ran. Oder besser: Sie muss nur 20,5 Minuten ran. Mit durchschnittlich 10,8 Punkten ist die 30-Jährige dennoch drittbeste Korbjägerin ihres Teams. Übertroffen nur von den beiden US-Amerikanerinnen Sheylani Peddy (13,8 / 3 Assists / 3 Steals) und Emma Cannon (14,5 Punkte / 9,4 Rebounds).

Gutes Hinspiel gibt Hoffnung


„Wir machen uns aber keinen Stress und können ohne Druck befreit aufspielen“, sagt Unger, stellt jedoch klar: „Wir fahren nicht nach Wasserburg, um die Hucke vollzukriegen. Wenn wir uns auch nur etwas hängenlassen, kann es ganz bitter werden.“ Sein Team könne aber gegen den Spitzenreiter nur gewinnen, „wenn wir ein 100-prozentiges Spiel machen“. Will heißen: voller Einsatz, wenig Fehler und Ausschöpfung des eigenen Potentials. „Es gibt immer eine Chance. Auch Wasserburg kann einen schlechten Tag erwischen“, hofft Unger.

Mut auf ein gutes Ergebnis schöpfen die Lahnstädterinnen aus dem Hinspiel. Das ging mit „nur“ 77:63 an das Über-Team vom Inn. Und falls es diesmal nichts werden sollte mit der Überraschung, bleiben dem Pharmaserv-Team ja im Playoff-Viertelfinale gegen den selben Gegner noch zwei Möglichkeiten, es besser zu machen. „Vielleicht geht ja was“, sagt der BC-Coach. Mit einem Augenzwinkern.

Mittelmäßige Nachrichten gibt es derweil aus der medizinischen Abteilung des BC: Tonisha Baker wird zwar trotz eines verletzten Daumens auflaufen. Der Einsatz von Lisa Koop (Entzündung der Plantarsehne an der Fußsohle) und Laura Masek (im Training umgeknickt) ist dagegen fraglich.

Alle Partien des letzten Spieltags der Hauptrunde werden im kostenlosen Livestream übertragen auf www.sportdeutschland.tv/dbbl
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