Gnau-Cup: Ein Pünktchen fehlt zum Glück

Neu-Marburgerin Birte Thimm (links) gegen Neu-Oberhausenerin Isabell Meinhart. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
 
Marburgs Alissa Pierce (am Ball) im Spiel gegen Grünberg. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
 
Grünbergs Nicola Happel (links) gegen Oberhausens Lea Mersch. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
 
Marburgs Bjonee Reaves (rechts) gegen Rotenburgs Katarina Flasarova. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
Der Pokal geht nach Oberhausen. In der letzten Partie des dreitägigen Vorbereitungsturniers auf die Bundesliga-Saison fehlte den Gastgeberinnen nur ein Zähler. Der Deutsche Vizemeister behielt in einer spannenden Schlussphase mit 71:70 die Oberhand.

Marburg 70:71 Oberhausen

Nichts für schwache Nerven. Die Zeit war schon abgelaufen. Marburg mit drei Punkten zurück. Doch die Verlängerung war noch möglich. Mit Ablauf der Spielzeit war Marburgs Julia Köppl beim Dreierversuch gefoult worden. Drei Freiwürfe zur Verlängerung. Doch die Österreicherin setzte gleich den ersten an die Ringkante. Die beiden folgenden Treffer waren bedeutungslos.

Dennoch: Dieses Spiel hat Spaß gemacht. Von Beginn an drückten beiden Mannschaften vor knapp 150 Zuschauern aufs Tempo. Zur Halbzeit noch mit 38:31 vorn, kassierten die Marburgerinnen dann zehn Zähler in Serie. Die Partie blieb eng bis zum Schluss. Kellindra Zackery besorgte beim 66:65 die letzte Marburger Führung, Amber Stokes 8,8 Sekunden vor der Sirene das 71:68. Der entscheidende Vorsprung. Als herausragende Akteurin erwies sich für die Gäste Monique Reid (28 Punkte), die auch über das gesamte Turnier hinweg die meisten Zähler erzielte.

Auffällig beim BC: Das Angriffsspiel ist variabler geworden. Durch die 1,97 Meter große Lisa Koop liegt die Hauptlast unter den Körben nicht mehr bei Kellindra Zackery. Sie kann nun auch ihre Stärken in der Halbdistanz ausspielen. „Ich genieße es, wieder hier zu sein“, sagte Rückkehrerin Koop. „Ich verstehe mich gut mit dem Team und ich freue mich schon auf's erste Bundesliga-Spiel in dieser Halle.“

Die zweite Rückkehrerin, Alissa Pierce, bestach durch ihre Schnelligkeit, Athletik und Übersicht. „Das Turnier war schon ganz gut. Wir haben auch erst seit zwei Wochen Training. Aber natürlich müssen wir uns noch verbessern“, sagte die US-Amerikanerin.

Apropos Neulinge: Energiebündel Bjonee Reaves überzeugte als vorbildliche Kämpferin und setzte sich einige Male robust unter dem Korb durch. Die 18-jährige Jenny Crowder zeigte im Aufbau eine unbekümmerte Vorstellung. „Sie hat genau das Spielverständnis und die Übersicht, die ein Pointguard haben sollte“, schwärmt ihr Trainer Patrick Unger.

Trotz ihres Fehlwurfs von der Freiwurflinie hat Julia Köppl in allen drei Spielen überzeugt. Stark im Rebound, sicher beim Wurf von außen und guter Zug zu Korb. Die Österreicherin ist schon jetzt eine echte Bereicherung. Ex-Oberhausenerin Birte Thimm strahlte eine erstaunliche Ruhe aus. In der Defensive eine Bank. Gegen ihr altes Team anzutreten, sei für sie eigentlich nichts besonderes gewesen: „Mit den meisten habe ich gar nicht zusammen gespielt. Ich fühle mich in meiner neuen Mannschaft sehr wohl.“

Angesprochen auf das Oberhausen-Spiel sagte die 27-Jährige: „Wir haben eine beeindruckende Defense-Leistung gezeigt. Im Vergleich zum Rotenburg-Spiel haben wir uns nochmal deutlich gesteigert – und das gegen eine gute Mannschaft. Wir finden als Team immer besser zusammen.“

BC-Coach Patrick Unger zog ein durchwachsenes Fazit: „Offensiv haben wir noch viel mehr Potenzial. Aber wir haben gegen einen guten Gegner stark verteidigt, nochmal besser als gegen Rotenburg. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Saison spielen können. Aber wir wissen schon, dass wir noch viel arbeiten müssen.“

Statistik:
Viertel: 18:15, 20:16, 13:18, 19:22.
Marburg: Crowder 3/1, Köppl 11, Koop 12, Masek 2, Pierce 10, Reaves 4, Schaake 8, Thimm 2, Winterhoff, Zackery 18; Kuschel, Schwarzkopf (beide n.e.).
Oberhausen: Grbas 8/1, Hill 11, Meinhart 3/1, Menz, Mersch 6, Reid 28/1, Stiller, Stokes 9, Tews 6/1.



Grünberg 53:83 Rotenburg

Ein Spiel mit zwei grundverschiedenen Halbzeiten. In den ersten 17 Minuten spielte Zweitligist Bender Baskets Grünberg den Aufsteiger in die Beletage zeitweise an die Wand. 37:18 lagen die Mittelhessinnen nach 17 Minuten vorn. Dann legten die Avides Hurricanes bis zum Seitenwechsel ein Serie von 13 Zählern in Folge hin. Dem 40:40 in der 25. Minute folgten noch einmal zwölf Rotenburger Zähler in Folge. Die Vorentscheidung.

„Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert“, sagte Grünbergerin Natascha Heuser. In der ersten Hälfte sei die Intensität sehr gut gewesen, „nach der Pause hat Rotenburg auch super gespielt“, gab die Kapitänin zu. „Das Turnier hat unserer Vorbereitung gut getan.“

Viertel: 24:9, 13:22, 5:28, 11:24.
Grünberg: Barra 2, Döring Speranza, Gahmig 2, Happel 10/2, Heuser 7/1, Masek 4, Rodefeld 11/3, Seel 6/2, Strack 2, Wilke 5/1, Winterhoff 2, Zdravevska 2.
Rotenburg: Arlen 4, Baden 9, Flasarova 14/1, Mallard 17, Mankertz 11, Rahn 16/1, Riebesell 2, Schmidt 4, Schwartz 4, Tadeus 2, Wegner, Young.



Tag 1:

Keine Gastgeschenke hat der BC Pharmaserv Marburg beim Eröffnungsspiel des eigenen Turniers verteilt. Gegen den Zweitligisten Bender Baskets Grünberg hatten die Gastgeberinnen im ersten Test der Saisonvorbereitung beim 68:26 alles im Griff.

„Ich bin halb zufrieden“, lautete das Fazit von Marburgs Trainer. „Defensiv haben wir über 25, 30 Minuten das umgesetzt, was wir wollten. Dafür war in der Offensive noch viel Sand im Getriebe“, sagte Patrick Unger.

Entgegen der Befürchtungen konnten Kellindra Zackery und Zugang Bjonee Reaves auflaufen. Beide hatten unter der Wochen noch muskuläre Probleme geplagt. Reaves blieb nach 30 Minuten vorsorglich auf der Bank.

Die Gäste vom Kooperationspartner führten genau einmal, nämlich beim 2:0. Vor mehr als 100 Zuschauern zogen die Marburgerinnen dann bis zum Viertelende bereits auf 21:8 davon. Auch die restlichen Spielabschnitte endeten klar für den Erstligisten, der noch auf Vizemeisterin Birte Thimm verzichten musste. „Ich bin froh, dass sie ab Samstag dabei ist. Wir sind auf dem richtigen Weg. Unabhängig vom restlichen Turnierverlauf“, sagte Unger.

Viertel: 21:8, 17:8, 15:7, 15:3.
Marburg: Crowder 1 Punkt, Köppl 13, Koop 7, Kuschel 6, Masek 2 (1. Halbzeit), Pierce 10, Reaves, Schaake 11/1 Dreier, Schwarzkopf 2, Zackery 16.
Grünberg: Barra, Carthäuser, Happel 5/1, Heuser 3, Masek (2. Halbzeit), Rodefeld 3, Steuber 6, Wilke 4, Winterhoff, Zdravevska 5.



Tag 2:

Nach dem Auftaktsieg gegen Zweitligist Grünberg hat der BC Pharmaserv Marburg auch gegen den Klassenkameraden Rotenburg-Scheeßel die Oberhand behalten. Da auch Vizemeister Oberhausen nach dem zweiten Tag zwei Erfolge auf dem Konto hat, kommt es am Sonntag ab 14.30 Uhr zu einem echten Endspiel um den Gnau-Cup.


Marburg 73:64 Rotenburg

BC-Coach Patrick Unger war trotz des Sieges „nicht ganz zufrieden“. Vor allem in der ersten Halbzeit agierten seine Schützlinge ihm zu passiv. 40 Gegenpunkte in 20 Minuten waren eindeutig zuviel. Der Aufsteiger aus der 2. Liga Nord lag nach dem ersten Viertel 25:23 und eine Minute nach dem Seitenwechsel mit 43:37 vorn.

Vor rund 100 Zuschauern kamen die Gastgeberinnen immer besser ins Spiel. In den letzten beiden Minuten des dritten Durchgangs drehten sie ein 47:51 zum 55:51. Der entscheidende Umschwung. Nach dem 64:54 durch einen Zackery-Dreier fünf Minuten vor Ende kam Rotenburg nur noch einmal auf sechs Zähler heran.

„Nach dem Seitenwechsel haben wir annähernd so gespielt, wie wir uns das vorstellen“, sah Unger das Positive. „Das war schon sehr viel besser als gegen Grünberg. Aber wir haben noch viel Arbeit vor uns, müssen uns mehr zutrauen.“ Mit der Integration der Neulinge ist der 31-Jährige zufrieden aber natürlich fehle noch die Abstimmung.

Viertel: 23:25, 14:16, 18:10, 18:13.
Marburg: Crowder 5 Punkte, Köppl 8/2 Dreier, Koop 7, Masek 4, Kuschel, Pierce 10, Reaves 12/1, Schaake 7, Schwarzkopf, Thimm 7/1, Winterhoff, Zackery 13/1.
Rotenburg-Scheeßel: Arlen 9, Baden 2, Flasarova 12/2, Mallard 9, Mankertz 8, Pakulat, Rahn 11/1, Schmidt, Schwartz, Wegner 4, Young 9/1; Riebesell (n.e.).



Grünberg 37:90 Oberhausen

Zuvor hatte Vizemeister New Basket Oberhausen den Zweitligisten Bender Baskets Grünberg mit 90:37 klar geschlagen. Bereits die ersten sechs Minuten waren mit 21:7 richtungsweisend. Über den Halbzeitstand von 48:21 entschied NBO alle Viertel deutlich für sich.

Viertel: 16:35, 5:13, 7:24, 9:18.
Grünberg: Barra 2, Carthäuser 1, Döring Speranza, Happel 7, Heuser 10/1, Masek 9, Seel, Wilke 3/1, Winterhoff 2, Zdravevska 3.
Oberhausen: Grbas 18/2, Gries 2, Meinhart 3/1, Menz 5/1, Mersch 2, Reid 20/1, Schiermeyer, Schwartz, Stiller 10, Stokes 10, Tews, Hill 20.



Rotenburg 57:70 Oberhausen

Bis zur Mitte des zweiten Viertels hielten die Hurricanes gut mit (18:22). Dann legte NBO zwölf Zähler in Serie hin. Durch ein starkes drittes Viertel verkürzte Rotenburg auf 45:52. Der Vorsprung der Oberhausenerinnen war aber groß genug.

„Das Training unter Wettkampfbedingungen ist wichtig für uns“ auch wenn der Spielplan – mit zwei Spielen hintereinander gegen Erstliga-Konkurrenten – nicht gerade einfach sei, sagte Hurricanes Trainer Christian Greve. Besonders den neuen Spielerinnen galt sein Augenmerk: „Da bin ich akribischer Beobachter. Gerade die Abstimmung in der Defense ist mir wichtig.“ Ein Lob sprach er den Gastgebern aus: „Das Turnier ist gut organisiert, die Stimmung gut, die Leute hilfsbereit. Das kann ruhig mal erwähnt werden.“

Oberhausens Trainer Stefan Mienack sieht das Turnier als „sehr guten Test. Gerade mit drei Spielen in zwei Tagen, zwei gegen Erstligisten“. Besonders, weil man gerade dabei sei, sich im konditionellen Bereich zu verbessern. „Wir müssen noch als Team zusammenfinden – auf und neben dem Feld. Aber wir machen jeden Tag Fortschritte.“ Es sei noch Luft nach oben, aber er habe auch viele gute Ansätze und Phasen gesehen, sagte Mienack.

Viertel: 14:16, 7:22, 24:18, 12:14.
Rotenburg: Arlen 5/1, Baden 2, Flasarova 3, Mallard 7, Mankertz 14/2, Rahn 11/1, Schmidt, Schwartz 1, Tadeus 2, Wegner 4, Young 8; Riebesell (n.e.).
Oberhausen: Grbas 4, Hill 15, Meinhart 3/1, Menz 9, Mersch 14, Schiermeyer, Reid 16/1, Stiller 4, Stokes 4, Tews 1; Gries (n.e.).



In der Halbzeitpause des Marburg-Spiels verabschiedete der BC zwei ehemalige Spielerinnen. Beide waren die vergangenen sieben Spielzeiten im Dress des Pharmaserv-Teams aufgelaufen. Maggie Skuballa (Nantes) erzielte in 184 Pflichtspielen für Marburg 2429 Punkte und 185 Dreier. Natta Gohrke (Karriereende) steuerte in 187 Pflichtspielen 921 Punkte und 17 Dreier für den BC bei. Beide gewannen mit Marburg in Meisterschaft und Pokal drei Bronzemedaille.


Alle Ergebnisse:
Marburg 68:26 Grünberg
Grünberg 37:90 Oberhausen
Marburg 73:64 Rotenburg
Rotenburg 57:70 Oberhausen
Grünberg 53:83 Rotenburg
Marburg 70:71 Oberhausen


Endstand:
1. Oberhausen (3-0)
2. Marburg (2-1)
3. Rotenburg (1-2)
4. Grünberg (0-3)


Erfolgreichste Korbschützinnen:
1. Monique Reid (O, 64 Punkte)
2. Kellindra Zackery (M, 47)
3. Mimi Hill (O, 46)
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