Fakten, Fakten, Fakten

Kein Durchkommen für an alter Wirkungsstätte: Marburgs Birte Thimm (rechts) gegen Oberhausens Monique Reid. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
1. Damen Basketball Bundesliga:
evo New Basket Oberhausen – BC Pharmaserv Marburg 91:56.


Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hat, heißt es. Nicht immer sagen Zahlen alles. Diesmal schon. Die klare Niederlage des Marburger Erstliga-Teams lässt sich ganz leicht aus dem Scouting-Bogen ablesen – auch ohne Blick auf die Punkte-Spalte.

Minus elf bei den Rebounds. Minus zwölf bei den Assists. Bis auf die geblockten Würfe und Offensiv-Rebounds lagen die Hessinnen nur dort vorne, wo man es ganz und gar nicht brauchen kann: Turnovers und Fouls. Eine insgesamt schwache Trefferquote von 34 Prozent, gleichmäßig verteilt über alle Feldpositionen, war ein weiterer maßgeblicher Faktor. Und der Vizemeister?

Das Zielwasser von NBO scheint eine Art Zaubertrank gewesen zu sein: 63 Prozent aus dem Feld. Traumhaft! Nicht mal Iva Grbas wurde bei den Oberhausenerinnen vermisst. Von Beginn an setzten sie die Gäste unter Druck, erzielten von ihren ersten 15 Punkten 9 durch Fastbreaks. Wie oben beschrieben war New Basket in allen wesentlichen Belangen überlegen. Die Stationen: 24:12 (9. Minute), 46:26 (19.), 62:32 (23.), 82:40 (34.).

Für die Hessinnen war unter dem gegnerischen Korb so gut wie kein Durchkommen. Dafür waren die ehemaligen Marburgerinnen im NBO-Trikot umso erfolgreicher: Isabell Meinhart versenkte von der Dreierlinie gleich ihren ersten Ballkontakt. Zwei weitere Dreier folgten, bei perfekter Quote. Aline Stiller war mit elf Zählern viertbeste Oberhausener Schützin. Davor nur die drei US-Profis Amber Stokes, Cartisha Hill und Monique Reid.

Bei Marburg erfreute Tonisha Baker die 45 mitgereisten BC-Fans mit ihrer unorthodoxen Spielweise. Mit vier Dreiern zwischen der 35. und 37. Minute sorgte sie dafür, dass das vierte Viertel das beste ihres Teams war. Nur Finja Schaake punktete auf Marburger Seite noch zweistellig. Für das Pharmaserv-Team war es die fünfte Niederlage im siebten Punktspiel.


Patrick Unger (Trainer Marburg): „Wir müssen uns als Team über die Verteidigung definieren, um uns so Selbstbewusstsein zu holen. Wir wollten eigentlich verhindern, dass Oberhausen gut ins Spiel kommt. Das ist uns heute überhaupt nicht gelungen. Wir waren oft einen Schritt zu spät, haben nicht früh genug rotiert. In der kommenden Trainingswoche wird der Fokus daher natürlich auf der Defense liegen.“

Stefan Mienack (Trainer Oberhausen): „Wir haben den Ball gut laufen lassen und unsere Würfe gut rausgespielt. Die vielen Assists und die hohe Trefferquote unterstreichen das. Aber bei manchen Würfen hatten wir auch Glück. Wir haben sehr gut als Mannschaft verteidigt und so auch die Rebounds gewonnen. Besonders gefreut hat mich der Start ins dritte Viertel. Trotz hoher Führung sind wir weiter konzentriert geblieben.“

Birte Thimm (Kapitänin Marburg): „Natürlich habe ich mir meine Rückkehr nach Oberhausen anders vorgestellt. Wir haben nicht aggressiv genug verteidigt. 63 Prozent Trefferquote beim Gegner kommt nicht von allein. Wenn die Gegnerinnen immer eine Hand im Gesicht hätten, würden sie auch nicht so gut treffen. In der Offense müssen wir lernen, den Ball mehr zu bewegen, nicht immer mit der ersten Aktion den Weg zum Korb suchen und einfach abgeklärter werden.“


Fun Facts: Jenny Crowder erzielte ihren ersten Dreier in der 1. Liga. Tonisha Baker bestritt vor einem Jahr in Oberhausen ihr erstes Erstliga-Spiel, dann ihr letztes vor dem Wechsel vom BC und nun ihr erstes nach der Rückkehr.

Fail Fact: Höchste Niederlage des Pharmaserv-Teams seit fast sieben Jahren (-41, 04.12.2007 in Wasserburg).


Statistik:
Viertel:
29:16, 20:14, 23:8, 19:18.
Oberhausen: Gries, Hill 16 Punkte/1 Dreier (6 Rebounds), Meinhart 9/3 (4 Assists), Menz 8, Mersch 9 (6 Ass., 3 Steals), Reid 16/2 (10 Reb., 7 Assists), Schiermeyer, Stiller 11/1, Stokes 18 (3 Ass.), Tews 4. Feldwürfe 63 Prozent (34/54), Freiw. 94 Prozent (16/17), Reb. 32 (def. 28), Turnover 14, Ass. 21, St. 7, Blocks 2, Fouls 10.
Marburg: Baker 15/4 (5 Reb.), Crowder 3/1, Köppl 2, Koop 7, Masek 2, Pierce 4, Rodefeld 2, Schaake 14 (5 Reb.), Thimm 7, Winterhoff. Feldw. 34 Prozent (21/62), Freiw. 69 Prozent (9/13), Reb. 21 (d. 11), TO 15, Ass. 9, St. 6, Bl. 3, Fo. 19.
SR: Kammann, Dirks. Z: 400.
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