Auswärtssieg in Halle, Heimspiel gegen Rotenburg

Die Marburger Mannschaft bedankt sich nach dem Sieg in Halle bei ihren mitgereisten Anhängern. (Foto: Marcus Richter)
Marburg: Georg-Gaßmann-Halle | Planet-Cards-DBBL: SV Halle Lions – BC Pharmaserv Marburg 61:74.

Nur kurz ausruhen kann sich das Pharmaserv-Team auf dem erfolgreichen Auftritt am Freitagabend in Halle. Bereits am Sonntag gastieren die Avides Hurricanes mit Ex-BC-Kapitän Maggie Skuballa an der Lahn.

Die Defense stand, die Offense rollte. So eine sehenswerte erste Halbzeit haben die Anhänger des Pharmaserv-Teams schon lange nicht mehr gesehen. Irgendwie schien es wie von allein zu laufen. Allerdings hatten nur die wenigsten der rund 500 Besucher in der Sportarena in Halle so wirklich Spaß an den ersten 20 Minuten. Etwa nur jeder Zwanzigste. Nämlich nur die, die den Marburgerinnen die Daumen drückten.

Die anderen wirkten eher fassungslos. „Wir wollen euch kämpfen sehen!“, skandierte der Lions-Fanclub Mitte des zweiten Viertels. Da war die Partie beim 16:41 eigentlich schon entschieden. Starke Verteidigung, präzise Pässe, sichere Abschlüsse aus allen Lagen und Spielfreude waren die Garanten für die BC-Dominanz. Und Unerfahrenheit des Gegners, wie es Halles Trainer René Spandauw ausdrückte: „Ich habe meinen Spielerinnen in der Halbzeitpause genau das gleiche gesagt, wie schon vor dem Spiel. Doch in der ersten Halbzeit haben wir davon nichts umgesetzt. Im dritten Viertel schon. Es liegt noch viel harte Arbeit vor uns.“

Der Hallensprecher hatte es geahnt: „Macht euch bereit zur Aufholjagd“, kündigte er zu Beginn der zweiten Halbzeit an. Und die Lions hielten sich daran. „Sie haben auf Zone umgestellt. Damit sind wir nicht so gut klargekommen und waren zu hektisch“, bekannte Marburgs Julia Köppl.

Und die andere Julia im Pharmaserv-Team, die mit Nachnamen Gaudermann, war vor ihrem ersten Auftritt an alter Wirkungsstätte nach ihrem Weggang aus Halle „schon nervös“. In der ersten Halbzeit sei es „eine super Team-Leistung“ des BC gewesen. „Dann hat Halle mehr Druck gemacht. Da waren wir echt gefordert und müssen nächstes Mal ruhig bleiben und unser Spiel spielen“, sagte die 23-Jährige.

Nach dem 23:50 (21. Minute) drehten die Lions auf. Vor allem Aliaksandra Tarasava. Halle erzielte zwar im dritten Viertel mehr Punkte als in den 20 Minuten zuvor. Näher als auf 47:59 (30.) kamen die Gastgeberinnen aber nicht heran. Das lag auch an der mannschaftlichen Geschlossenheit der Hessinnen. Tonisha Baker, Stephanie Lee und Katlyn Yohn punkteten zweistellig. Dazu Svenja Greunke mit neun Punkten und neun Rebounds, sowie Patricia Benet mit sieben Korbvorlagen.

„In der zweiten Halbzeit sind wir physisch richtig gefordert worden“, sagte BC-Trainer Unger. Ähnliches erwartet er auch für Partie an diesem Sonntag gegen die Avides Hurricanes. Nur von Beginn an. „Wir müssen darauf aggressiv antworten und auf gar keinen Fall die Intensität in unserer Verteidigung vernachlässigen.“

Fun Fact: Erster Sieg in Halle (erster überhaupt in dieser Halle) seit fast fünf Jahren und fünf Niederlagen.

Fail Fact: Schon wieder die Freiwurfquote (50 Prozent: 6/12).

Statistik:
Viertel:
14:24, 9:24, 24:13, 14:13.
Halle: Büschel, Ederaine 6 Punkte, Engeln 2 (7 Rebounds), Hartmann 8/2 Dreier, Hebecker 8, Henningsen 3/1, Kenyon 8 (6 Reb.), Müller, J.Schinkel, L.Schinkel, Tarasava 26/3 (3 Assists), Yancheva.
Feldwürfe 40 Prozent (23/58), Freiw. 56 Prozent (9/16), Reb. 34 (def. 28), Turnovers 17, Ass. 8, Steals 8, Blocks 3, Fouls 14.
Marburg: Baker 18/1 (6 Reb.), Benet 1 (6 Reb., 7 Ass.), Gaudermann 2, Greunke 9/1 (9 Reb., 3 Blocks), Köppl, Lee 16/2 (6 Reb.), Rodefeld 3, Schaake 8, Thimm 4, Winterhoff, Yohn 13/2.
Feldw. 48 Prozent (31/65), Freiw. 50 Prozent (6/12), Reb. 39 (d. 30), TO 12, Ass. 17, St. 9, Bl. 4, Fo. 22.
SR: Straube, Rogic. Z: 500.

Rotenburg kommt mit Niederlage im Gepäck


Planet-Cards-DBBL: BC Pharmaserv Marburg – Avides Hurricanes Rotenburg/Scheeßel (Sonntag, 16 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle).

Wie das Pharmaserv-Team, so starteten auch die Avides Hurricanes mit einem Heimsieg in die neue Spielzeit. In einer spannenden Partie behielten sie im Niedersachsen-Derby gegen den Aufsteiger aus Osnabrück mit 72:70 die Oberhand. Inzwischen wurde das Ergebnis am grünen Tisch in ein 20:0 für die Hurricanes umgewandelt. Für eine Osnabrückerin fehlte die Spielberechtigung.

Am Freitagabend unterlagen die Norddeutschen im Donau-Ries beim BC-Gegner des ersten Spieltags mit 68:78. Ein Blick auf die Statistiken offenbart: Die Hurricanes wirbeln mit einer Siebener-Rotation. Zweistellig punkten fünf Akteurinnen: Kierra Mallard (18 Punkte / 11,5 Rebounds) ist hier bislang die Beste, Maggie Skuballa (12,5) in Marburg die Bekannteste.

Auf diese beiden plus Pia Mankertz (12 / 5,5 Assists), Laura Rahn (11 / 6 Rebounds) und Angela Rodriguez (11) lenkt Marburgs Trainer Patrick Unger auch das Hauptaugenmerk seiner Schützlinge. „Von denen kann jede an einem guten Tag auch mal alleine ein Spiel entscheiden.“ Den Schlüssel zum Erfolg sieht der 32-Jährige auch darin, dieses Quintett unter Kontrolle halten.

Ebenfalls schwierig könnte es werden, die Abwehr des Meisterschaftsdritten der Vorsaison zu knacken. „Sie legen viel Wert auf Defense, spielen gut zusammen und wechseln ihre Verteidigung öfter Mal. Das ist halt Tomáš' Ding“, weiß Unger. Mit Tomáš meint er den Sportkameraden Holešovský, den er „als Kollegen und auch außerhalb des Feldes“ sehr schätzt. In der vorvergangenen Spielzeit noch im Donau-Ries tätig, trainiert der Tscheche nun die Hurricanes.

Neu bei den Norddeutschen ist auch Maggie Skuballa. Zwischen 2007 und 2014 lief die gebürtige Hamburgerin für das Pharmaserv-Team auf. Nach einem Jahr in Frankreich zog es die 27-Jährige nun wieder in heimische Gefilde. „Es gefällt mir gut in Rotenburg. Ich habe liebe Teammates und ein nettes Umfeld im Verein“, sagt die 66-fache Nationalspielerin. „Das Spiel in Marburg wird definitiv etwas besonderes für mich sein. Ich werde die Zeit dort nie vergessen und freue mich auf bekannte Gesichter und die tolle Stimmung in der Halle!“
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