Alles unter Kontrolle – zumindest fürs Erste

Julia Köppl (links) und Birthe Thimm auf der Ehrenrunde. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
1. Damen Basketball Bundesliga:
BC Pharmaserv Marburg – TV Saarlouis Royals 79:72.


Wer hätte das gedacht? Gegen den Tabellenzweiten der Bundesliga holten die Marburgerinnen ihr erstes Erfolgserlebnis im neuen Jahr. Mit viel Herz blieben sie den Saarlouis Royals immer auf den Fersen und drehten die Partie in der zweiten Halbzeit.

„Es war heute pure Emotion. Unglaublich“, freute sich Alissa Pierce. Mit je vier Ballgewinnen und Korbvorlagen war sie eine der Antreiberinnen im Marburger Spiel. Tonisha Baker ackerte und wuselte, klaute dem Gegner drei Mal den Ball und war mit 22 Zählern drittbeste Schützin des Abends. Davor nur Teamkollegin Lisa Koop und die ehemalige Mitspielerin Kellindra Zackery.

Die Neu-Sarlouiserin holte bei den Punkten (25) und Rebounds (11) die Höchstwerte des Abends. Koop blieb in beiden Statistiken zwar nur der zweite Platz (24/10). Doch war ihre Steigerung in der zweiten Halbzeit ein ganz wichtiger Faktor im Offensivspiel des Pharmaserv-Teams. Die 29-Jährige markierte im letzten Viertel zehn Punkte, immer wieder toll in Szene gesetzt von ihren Kolleginnen um Brittany Wilson.

Zwei Minuten und 15 Sekunden waren noch zu spielen. Birte Thimm ärgerte sich über eine misslungene Aktion. „Wir haben alles unter Kontrolle“, rief Patrick Unger seiner Kapitänin zu. Mit 69:67 war der Marburger Vorsprung nicht all zu groß. Doch der BC-Trainer sollte Recht behalten. Seine Schützlinge gaben die Führung nicht mehr her. Unter den ungläubigen Blicken der 600 Fans, die ihr Team von Beginn an unermüdlich angetrieben hatten.

Offensichtlich hatten die Gäste nicht ihren besten Tag erwischt. Mit vielen angeschlagenen Akteurinnen angereist, schienen die Royals aber lange Zeit alles im Griff zu haben. Mit einer großen Rotation: Acht Spielerinnen standen mehr als 16 Minuten lang auf dem Feld. Meist lagen sie knapp in Front, wie beim 27:22 (14. Minute). Doch die Gastgeberinnen ließen sich nicht abschütteln, und lagen selbst immer mal kurzzeitig vorne (30:29, 17.).

Langsam schien sich aber die Klasse der Saarländerinnen durchzusetzen: 42:35 (21.). Doch dann ein Marburger Lauf, der andeutete, was an diesem Abend möglich war. Block Koop, zwei Punkte Baker – mit Fouls Abseits des Balles. Einwurf zu Baker, Dreier. Rebound Koop, Zweier Thimm. Rebound Koop, Doppelpass mit Baker, 52:46 für Marburg (27).

In einer Auszeit rief Gäste-Trainer René Spandauw sein Team zur Räson. Kimberly Pohlmann (7) und Kellindra Zackery (2) rückten die Verhältnisse wieder zurecht – vorerst (55:52, 29.). Gegen die wechselnde Marburger Zonenverteidigung taten sich die Royals aber mit zunehmender Spielzeit immer schwerer. Kaum noch freie Würfe. Die Defense-Varianten hatte das BC-Trainer-Team erst in der vorigen Woche ausgeklügelt. „Dadurch haben wir Saarlouis zu Fehlern gezwungen“, freute sich Marburgs Coach Patrick Unger. „Durch gute Defense wollten wir uns Selbstvertrauen holen. Und so haben wir eben vorne auch mal öfter getroffen.“

Und auch im Rebound-Verhalten tat sich einiges. Beherrschten vor dem Seitenwechsel ganz klar die Gäste die Bretter, hielt das Pharmaserv-Team dort nun kräftig dagegen. „Viele Kleinigkeiten machen den Unterschied. Wir haben gesehen, dass wir ein Team haben, endlich mal mehr Leidenschaft gezeigt“, sagte sich Unger. „Wir haben hart gearbeitet und uns belohnt. Das zu sehen, ist das Schönste als Trainer.“

Viel besser hätte das Wochenende nicht laufen können aus Marburger Sicht. Selbst gewonnen, während die Tabellennachbarn allesamt Federn lassen mussen. Schöne Momentaufnahme: Platz acht mit zwei Siegen Vorsprung vor den Abstiegsrängen.

Fun Fact: Gegen Saarlouis hat Marburg im Monat Januar bislang erst eins von sieben Heimspielen verloren.

Fail Fact: Reboundverhältnis in der ersten Halbzeit: 14:27.


Statistik:
Viertel: 18:20, 17:19, 19:16, 25:17.
Marburg: Baker 22 Punkte / 2 Dreier (3 Steals), Crowder, Köppl, Koop 24 (10 Rebounds, 2 Blocks), Masek 1, Pierce 13 (4 Assists, 4 St.), Schaake 4, Thimm 10 (6 Reb.), Wilson 5 (3 St.); Rodefeld, Schwarzkopf, Winterhoff (alle n.e.). Feldwürfe 44 Prozent (27/61), Freiw. 85 Prozent (23/27), Reb. 33 (def. 25), Turnovers 19, Ass. 9, St. 14, Bl. 4, Fouls 22.
Saarlouis: Adams, Barnert 12/1 (7 Reb.), Groß 3/1, Manáková 9, Meyer 4, Pohlmann 7/2, Sutton 3 (3 Ass., 3 St.), Tetschlag 9 (8 Reb., 2 Bl.), Zackery 25 (11 Reb.); Wimmer (n.e.). Feldw. 37 Prozent (24/65), Freiw. 67 Prozent (20/30), Reb. 44 (d. 27), TO 23, Ass. 10, St. 12, Bl. 2, Fo. 24.
SR: Jelenic, Rey. Z: 600.
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