Weite Horizonte stets im Blick.

Blick vom "Scheid" auf Bottenhorn. Foto: W.Döhler

Wandergruppe der Volkshochschule Marburg Biedenkopf durchquert die Bottenhorner Hochebene.
"Auf den Spuren der Herren von und zu Dernbach", so lautete das Thema einer heimatkundlichen Wanderung in der Umgebung von Bottenhorn unter der Leitung von Wanderführer Wolfgang Döhler. Im Tertiär entstanden, bildet diese Gegend eine der größten Hochflächen des Rheinischen Schiefergebirges und liegt heute im "Naturpark Lahn-Dill Bergland". Die Ortslagen von Bottenhorn (490m) und Hülshof (495m) sind die höchsten Siedlungen im Landkreis.
Einst hatte das hessische Ur-Adelsgeschlecht "derer von und zu Dernbach" hier das Sagen. Sie waren Ritter, freie Edelherren und Vögte der hessischen Landgrafen. Um 1350 bauten sie zusammen mit ihren Verwandten, den "Herren von Bicken", hier die Burg Neu-Dernbach, nachdem ihr Stammsitz, das Wasserschloss Dernbach bei Herbornseelbach an der Aar, bei einer kriegerischen Auseinandersetzung mit den Nassauer Grafen, um 1329 zerstört wurde. Leider ist inzwischen auch von der einst kastellartigen Burganlage Neu-Dernbach mit starker Ummauerung und den vier mächtigen Rundtürmen außer wenigen Mauerresten und einem Schutthügel nichts mehr erhalten. Eine Burg ist nicht mehr zu erkennen. Das Adelsgeschlecht starb aus, nachdem der letzte "von Dernbach" 1729 bei einem Jagdunfall ums Leben kam. Sein Pferd stürzte über einem gefrorenen Maulwurfshügel. Dabei brach er sich das Genick.
Die Wanderer konnten bei dem schönen Spätsommerwetter nicht nur tief in die Geschichte eintauchen, sondern gelangten auch ständig an neue Aussichtspunkte mit guter Fernsicht. Erstaunlich auch, welche Ausmaße die neu entstehende Technik in Form von riesigen Windenergieanlagen am Hilsberg einnimmt. Auch der frühere Bergbau hat in dieser Umgebung noch tiefe Spuren hinterlassen: Die bis 1902 betriebene Silber/Kupferzeche "Wiederhoffnung" lag am Weg: Hier schufteten einst 30 Männer und zehn Frauen im 130m tiefen Erzstollen.
Bald war Dernbach erreicht und Familie Mankel bot uns im dortigen Sportheim eine sehr willkommene Gelegenheit zu einer Rast bei Kaffee und frischem Kuchen. Mit neuer Kraft ging es weiter zum Burghügel. Nur mit viel Phantasie konnte man die Mächtigkeit der einstigen spätmittelalterlichen Burganlage noch erahnen! Weiter führte der Weg nun über eine alte Höhenstraße, der "Niederrheinischen Straße", die man nahe des Hülshofes noch gut nachvollziehen kann. Diese führte von hier aus weiter in Richtung Angelburg. Nach Querung der Bottenhorner Heide rückte das Wanderziel, Bottenhorn, schnell näher.
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Eberhard Lipp aus Angelburg | 19.09.2014 | 21:41  
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