WARUM DIE BEATLES NICHT NACH MARBURG KAMEN
Marburg: Stadtsäle | Kürzlich sah ich im TV einen halbdokumentarischen Spielfilm vom Marburger Regisseur Michael Wulfes über meinen früheren Freund, Gesangskumpel und Inspirator Ferdinand Kilian. Ich war zunächst enttäuscht, dann zornig und schließlich nachsichtig mit diesem Machwerk.
Die Glaubwürdigkeit liegt bei solchen Unterfangen immer in einer sorgfältigen Recherche. Doch je weiter ein Ereignis zurück liegt, desto schwieriger wird jegliche Nachforschung. Trifft man dann in Interviews auf Zeitgenossen, die glauben, etwas zu wissen und dann aus zweifelhaften Motiven Halbwahrheiten oder Falsches von sich geben, kann man das nur mit anderen nicht fundierten Aussagen anderer Interviewpartner vergleichen und Resümee ziehen. Michael Wulfes hat sich sicherlich über lange Zeit intensiv bemüht, Ferdies Spuren in MR zu verfolgen und daraus Schlüsse zu ziehen. Doch leider wird das Ergebnis unserem „Lord Ferdie“ (sein Künstlername bei den King Singers) nicht gerecht. Er hat ganz gewiss ein anderes Requiem verdient:
Ende der 50er Jahre gab es den Marburger Tanzkreis (hier MTK) – lange vor Club E.
Dort traf sich die Marburger Jugend im Saalbau "Straßburger Hof", in den alten Stadtsälen oder im Berggarten Marbach zum Tanz. Rock’n’Roll war angesagt. Die amerikanische Besetzung, AFN Frankfurt und Radio Luxemburg (abends unter der Bettdecke auf Kurzwelle) hinterließen ihre Spuren bei uns Jugendlichen. Denn der deutsche Schlagermief hing überall in den provinziellen „Gelsenkirchener Barock“-Wohnungen unserer Eltern.
Leider gab es damals keine Bands in Marburg, die Rock’n’Roll spielen konnten, und Schallplatten mit amerikanischen Songs hatte damals kaum ein Händler in seinem spießigen Marburger Sortiment. Also tanzten wir zur Musik von so genannten „Dixieland-Bands“. Das waren „Jazzer“ aus dem Marburger Raum, die den alten New Orleans Jazz aufgriffen und europäisch mehr oder weniger einfühlsam interpretierten. Diese Bands mit Weibezahn (Ketzerbach) oder Vaupel (Am Grün) waren unsere „Tanzunterlagen“. Die wenigen Single Schallplatten, die sich einige von uns per Fahrrad von den Amis in Giessen (PX) besorgten, wurden mit einem alten Grundig Tonbandgerät TK 15 (mit dem magischen grünen Auge) immer und immer wieder kopiert und auf privaten Parties bei schummrigem UV-Licht, in dem die Nyltest Hemden so schön glänzten, eingesetzt.
Außer den „Dixie-Bands“ hatten wir auch noch andere Programmpunkte im Marburger Tanzkreis. Es gab immer wieder schüchterne Versuche von Gleichaltrigen, mit einer billigen Wandergitarre (von den Eltern) Rock’n’Roll oder andere Songs aus aller Welt zu interpretieren. Da gab es den Jürgen Stawenow (Vino) „der Elvis von Marburg“, die King Singers (int. Folklore), Jürgen Bruder im Duo mit einem Freund (amerk. Pop) u.a.
Ferdinand Kilian war der große Organisator des MTK. Er holte sogar die Dutch Swing College Band, die Feetwarmers (Klaus Doldinger), Papa Bue’s Viking Jazz Band, Champion Jack Dupree und andere zu unseren Veranstaltungen in die Stadtsäle. Dort lernte ich Ferdie kennen, und schon bald gründeten wir das Gesangsduo "Caribbean Lords" – auf den Spuren von Harry Belafonte.
Ferdie spielte Clavietta und ich Gitarre (akustisch). Doch unsere Stimmen und musikalischen Fähigkeiten waren sehr begrenzt, so dass wir über eine Privatanzeige in der OP andere Gleichaltrige suchten, die Lust hatten, mit uns die „King Singers“ zu begründen. Zu dieser Gruppe stieß dann auch Ingrid (nicht Inge) Grametbauer („Sugar“), die später Ferdies Ehefrau wurde.
Zu den Übungsstunden in meinem Elternhaus am Pilgrimstein erschien Ferdie stets "gestylt" mit schwerem Bierzipfel (Gesellschaftsverein Concordia) am Gürtel, seinen Bongos, einem Silberkettchen am Handgelenk, einem dicken Siegelring am Finger und einem schwarzen Dokumentenköfferchen. Darin befand sich eine Clavietta, eine silberne Zigarettendose, gefüllt mit Peter Stuyvesant (er nannte sie "Peter Stoßmichsanft"), eine kurze Zigarettenspitze (er rauchte nur mit Spitze), Kondome und ein Benzinfeuerzeug. Manchmal auch noch „Rumba-Rasseln“. Den Ford legte er sich erst viel später zu. Ferdie war ein Macho (kein Homo) Er war stets sehr kreativ und ungewöhnlich phantasievoll. Sehr geschickt und manipulativ im Umgang mit uns jugendlichen Heißspornen.
Ferdie avancierte zum Vorstand des MTK, denn sein Organisationstalent, sein Überblick und seine Begeisterung für Musik waren begehrt und willkommen. Alles was er organisierte, hatte Hand und Fuß, und hunderte von Jugendlichen zollten ihm Applaus. Doch die Musikbranche war schon damals sehr schnelllebig. Dem Rock’n’Roll folgte der Twist mit seinen vielen Modetänzen (Madison, Hully Gully, Surf, Slop, Monkey, Jerk usw.). Und 1962 kam der Beat (britischer R’n’R) aus England. Einige der Jungs des MTK konnten sich E-Gitarren (elektrisch verstärkt) leisten und ihren neuen Idolen aus England nacheifern. Überall in Deutschland schossen so genannte „Beat-Bands“ aus dem Boden. Dies war nicht mehr die R’n’R Generation, zu der wir gehörten, denn 3 oder 4 Jahre Altersunterschied machten (so wie heute auch) musikalische Welten aus.
Diese Beatfans gründeten den Club E (nicht Störmer) und der jetzt antiquierte MTK blutete nach und nach völlig aus. Die Älteren waren stark beruflich eingespannt oder schon verheiratet (so wie Ferdie) und die Jüngeren flohen in den Club E.
Doch Ferdie gab nie schnell auf und überlegte, wie er die Jugend wieder aus dem Club E in den MTK zurückholen konnte. Es müsste doch gelingen, die jungen Beatbegeisterten zurück zu holen. Nicht Kleckern sondern Klotzen war Ferdies Motto. Also – her mit den Beatles nach Marburg. Doch wir wussten, dass dies nie möglich sein würde. Egal – das wäre ein Knaller, der dem MTK wieder die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit (Jugend) zurück bringt. Die OP war damals noch von recht konservativen, verstaubten Redakteuren besetzt, die sich immer gewehrt hatten, über die Aktivitäten des MTK oder der Marburger Rock’n’Roll Jugend zu berichten. Pfadfinder oder Kinderverschickung nach Wolfshausen waren da schon bequemere Themen.
Also verfassten Ferdie und ich eine Meldung an die „Bild“-Zeitung „Die Beatles kommen nach Marburg“ und erhielten dafür 10 DM Honorar. Sofort hängte sich die OP an. Ein Lauffeuer war im Marburger Raum gelegt. Heute nennt man so etwas „Hype“, einen Medienrummel ohne Hintergrund und Fakten, nur um des Rummels willen.
Es gab also niemals eine fadenscheinige Person im Friseurladen der Kilians, die Ferdie einen Beatles-Floh ins Ohr setzte. Es gab auch nie irgendwelche Kontakte zu Konzert-Agenturen oder gar dem Management der Beatles. Die paar Plakate und Eintrittskarten (deren Verkauf übrigens nicht forciert wurde) waren schnell und billig gedruckt, und der MTK war wieder in vielen Munden. Doch Lügen haben kurze Beine, und die verständliche Enttäuschung der Beat Fans traf Ferdie voll, wie man es auch im Film richtig hören kann. Hype war damals noch verwerflich. Der MTK starb einen stillen Tod und der Club E setzte seinen Siegeszug fort, weil dessen neuer Besitzer, mein cleverer und fleißiger Nachbar „Happy Jack“ (Störmer), die Zeichen der Zeit erkannte und den jungen Beat-Fans ein neues Ventil für ihren Alltagsfrust bot.
Richtig ist, dass Ferdie dazu neigte, dick aufzutragen, aber er hatte oft bewiesen, dass er viel zustande brachte, was seine Kritiker ihm neideten. Ihm gebührt deshalb die Zeichnung eines positiveren Bildes seiner Person, ein besseres Angedenken und vor Allem der Dank der damaligen Marburger Rock’n’Roll Jugend . Sein Lieblingssatz lautete: "Nichtsdestowenigerdestotrotzalsauchschlechthin"
Unser Ferdie bleibt unvergessen – auch ohne dieses Filmchen.
Ein sehr schönes sowie interessantes Portrait!
Danke Matthias, und schau Dir mal gelegentlich den Film an, damit Du vergleichen kannst.
Vielen Dank für den Bericht! Sehr (!) interessant. Hab ihn schon fleißig weiterempfohlen.
Hallo, interessanter Artikel. Habe den Rummel um den Beatles-Besuch mit erlebt. Das schlug ein wie eine Bombe, ich hatte schon meine Finanzen gepüft, ob eine Karte drinnen ist.
Ich bin davon ausgegangen, dass der Film so ok ist. Aber die Richtigstellung sollte dann schon sein.
Der Film erscheint von Zeit zu Zeit auf den Regionalprogrammen, der ARD oder Arte/ZDF. Einfach aufpassen, Titel: Der Tag als die Beatles (beinahe) nach MR kamen. Regisseur Michael Wulfes.
Der Filmemacher hatte es zunächst sehr schwer, überhaupt Zeitzeugen zu finden. Erst nach einem Aufruf in der OP meldeten sich dann einige Weggefährten. Manche berichten ihm ja auch in seinem Film aus ihrer Erinnerung. Schade: Klingt ganz so, als hättest Du sehr viel für die Dokumentation beitragen können...
Sorgfaltspflicht und Gutgläubigkeit passen eben nicht unter einen Hut.
Hallo King, Du hast im Anhang einen Zeitungsbericht in dem vom Café Brose berichtet wird. Wer kennt denn noch das Café? Ich stelle mal auf meiner Seite eine Ansichtskarte (Ausschnitt) mit besagtem ein. Das Café ist deutlich am abgerundeten Anbau zu erkennen. Schöne Grüße Siegfried
Dieser Beitrag gehörte auch in der Website des Club-E. Da ich als Autor dieser Seite nicht den Beitrag hier einfach "klauen" möchte, wäre es von Hans-Rudolf König nett, wenn er zur weiteren Verbreitung der Wahrheit um "Lord Ferdie" den Kontakt zu mir suchen würde.
Mit freundlichen Grüßen Harald Fester
Lieber Herr Fester, das geht ganz ohne "klauen". Sie können den Beitrag einfach über das Beitrags-Widget auf ihrer Webseite einbinden. Einfach auf "Einbinden" (direkt unter dem Beitrag oder in der rechten Spalte "Diesen Beitrag als Banner") gehen. Das machen schon ganz viele User so. Beste Grüße, Martin Huber - myheimat-Moderatorenteam
Danke, Herr Huber für den Tipp.
Hatte mir bisher mit einem einfachen Link ausgeholfen.
Ihr "Angebot" sieht aber schöner aus. MfG Harald Fester
Es ist doch manchmal das, was einen ärgert, was einen dann voran bringt. Ich kann nur sagen, ohne den Film hätten wir jetzt nicht diesen Zeitzeugen-Artikel hier lesen können. Da ich nicht aus der Gegend bin, erfreue ich mich doch an den knuffigen Bildern. Es ist die Zeit und die Mode meiner Eltern. Der Übungsraum, der ist spitze. Aber noch heute sehen diese oftmals nicht anders aus! ;-))
Eine Vorschau zu der Dokumentation, die im Hessischen Rundfunk lief,
habe ich aufgenommen und der Club-E Seite hinzugefügt. Als WMV-Video mit 14,5 MB kann man sich das hier die fast 3 Minuten ansehen:
http://www.club-e-marburg.de/1beatles/hr3-beatles-...
MfG Harald Fester
Wenn der Link nicht von hier aufzurufen ist, dann mit rechter Maustaste im Kontexmenü "Ziel speichern unter.." klicken und angeben, wo die WMV-Datei hin gespeichert werden soll. Wenn die Datei heruntergeladen ist, kann man diese vom eigenen PC direkt abspielen.
Hallo Harald,
Gerade komme ich von einem Rock-a-Billy Weekend in Lowestoft (GB) zurück und lese meine Mails. Ich habe nichts dagegen, wenn Du meinen Bericht auf die Homepage vom Club E übernimmst, der Marburger Tanzkreis war ja praktisch ein Vorläufer vom Club E (allerdings ohne kommerzielle Ambitionen).
Sonnige und rockige Grüße von TF,
Hans-R.König
Mir hat Martin Huber (weiter oben) verraten, wei man den Artikel einfach in eine andere Website einbinden kann. Das hat gut funktioniert. MfG Harald Fester
Hallo Herr König,
habe eben den Bericht mit sehr viel Interesse gelesen. Da dieser Bericht die Ereignisse um Ferdinand Kilian in einem ganz anderen Licht darstellt, als es der Film von Michael Wulfes zeigt, würde ich auch sehr gerne diesen Artikel auf meiner Internetseite verlinken. Über ein kleines OK von Ihrer Seite würde ich mich sehr freuen.
Einen netten Gruß
Wolfgang Krebs, Marburg
Hallo Wolfgang (ich glaube das Du ist einfacher),
Selbstverständlich bin ich mit einer Verlinkung einverstanden. Dies gilt auch für meine anderen Marburg-Artikel. Viel Erfolg - wir bleiben in Kontakt, gelle?
Da habe ich doch auch mal eine Verlinkung zur Marburg-Seite meiner Homepage gemacht: http://www.alfred-lenz.de/9.html
Vielen Dank an Hans-Rudolf König für diese wichtigen Informationen, die vieles aus dem an sich sehr hübschen Film richtigstellen. Hat sich der Filmemacher Michael Wulfes dazu geäußert? Eigentlich müßte der Film m.E. jetzt überarbeitet werden.
Hallo Herr König,
vielleicht ist ja der Filmemacher garnicht in diesem Forum vertreten.
Wenn Sie den Kontakt suchen, dann könnte es über diese Mailadresse gehen: wulfes2"ät"t-online.de
MfG Harald Fester
Bevor ich diesen Artikel schrieb, versuchte ich vergeblich über einige Agenturen und telefonisch direkt mit Michael Wulfes Kontakt aufzunehmen. Hat nicht geklappt. Jetzt ist es nicht mehr wichtig, denn der Film ist so gedreht und mehrmals gelaufen; mein Artikel veröffentlicht. Mir ging es nur darum, die Person Ferdie so zu schildern, wie ich sie kannte. Und ich kannte ihn gut über einige Jahre hinweg. Dem Film-Ferdie fehlen viele (gute) Eigenschaften. Die Figur erscheint zu einseitig. Klar bei DEN Interviews!
Als ich Ihren Artikel noch nicht kannte, fiel mir in dem Film schon auf, daß der angebliche Friseurskunde, der Ferdie reingelegt haben soll, nicht aufgespürt wurde. Da müßte es doch polizeiliche Ermittlungen wegen Betruges gegeben haben. Aber hat in Wirklichkeit Ferdie keine Scherereien mit der Polizei wegen des Kartenverkaufs bekommen? Konnte man das nicht als Betrug werten, auch wenn vermutlich die Leute ihr Geld zurückbekamen, als der Schwindel aufflog?
Nein, der Vater als angesehener Geschäftsmann ist (unter dem Druck seiner Frau) in die Bresche gesprungen, aber für Ferdie hatte es auch familiäre Konsequenzen.
Als Zeitzeuge muss ich mich heute mal einschalten und ihnen berichten, dass mein Bruder Peter damals als Lehrling bei Ferdis Vater war. Mein Bruder hat seinerzeit mit Ferdi Karten verkauft. Als dieses Konzert nicht zustande kam hat mein Bruder mit Ferdi die Karten wieder zurückgenommen und das Geld wurde zurückgezahlt . In dem Film spielt auch die nahe Verwandschaft von Ferdi als Zeitzeugen mit . Ich selbst war jahrelang mit Ferdis Frau Ingried sehr gut bekannt . Nach dem Aufruf in der OP haben sich sofort Zeitzeugen gemeldet. Es gibt viele Bürger, die sich sehr gut daran erinnern, als die Beatels nach Marburg kommen sollten. Ich kann nicht verstehen warum Herr König die gute Arbeit von Herrn Wulfs anzweifel.Es gibt immer Kritiker aber hier ist Kritik nicht angesagt und der Film entspricht voll der Wahrheit. Selbst sein Sohn der vor einigen Jahren bei mir zu Besuch war weiß,dass dieses wirklich so geschehen war, wie Herr Wulfs dies im Film gebracht hat.
Frau Eich: "Selbst sein Sohn der vor einigen Jahren bei mir zu Besuch war weiß, dass dieses wirklich so geschehen war, wie Herr Wulfs dies im Film gebracht hat."
Ich habe Kontakt mit Ingrids (nicht Ingried) Sohn, der von mir Infos erbeten hat, weil er NICHT weiss, was damals wirklich passierte.
Das würde ich jetzt gern genau wissen: Gab es diesen geheimnisvollen Kunden im Frisiersalon (Herrn Oetringer), der Ferdi (oder Ferdie? Wie schrieb er sich?) den Floh von dem Beatleskonzert ins Ohr gesetzt haben soll, wirklich, Frau Eich? Wenn ja, woher wissen Sie das? Von Ihrem Bruder, der dabei war? Und zu Herrn König: Ferdi ist doch offensichtlich mit einem skeptischen Marburger Journalisten (Böckling) nach Göttingen gefahren, um den angeblichen Herrn Oetringer, Vorsitzenden des Vereins ehemaliger Mittelschüler, aufzusuchen. Hat Ferdi diese Fahrt wirklich unternommen, obwohl ihm klar war, daß es diesen Herrn Oetringer weder in Göttingen noch woanders gab und daß sein - Ferdis - Schwindel jetzt herauskommen mußte?
Einen Typen, der im Frisiersalon die Beatles angeboten hat, gab es sicher nicht. Ferdie hat die Fahrt nach Göttingen gemacht - er wollte ja den Hype so lange wie möglich nicht zugeben.
Ob Herr Oetringer seinerzeit Ferdi alleine im Geschäft angetroffen hatte weiß keiner genau oder ob Ferdie nach Göttingen gereist war, kann auch heute keiner mehr genau wissen. Fest steht, dass der Film sehr schön ist und viele Menschen den Film gesehen haben. Wenn man bedenkt dass bei der Premiere des Films im Cineplex Marburg 800 Zuschauer anwesend waren, zeigt, dass die Marburger sehr interresiert waren an dieser Zeitgeschichte.
Die Frage ist nicht in erster Linie, "ob Herr Oetringer seinerzeit Ferdi alleine im Geschäft angetroffen hatte", sondern ob dieser Herr Oetringer überhaupt existierte und ob es dafür einen Zeugen gibt. Ferdis Fahrt nach Göttingen wird dagegen im Film durch einen Mitreisenden glaubhaft gemacht. Daß der Film "schön" war und viele Marburger interessiert hat, stimmt m.E. Aber an Ihrer Einschätzung "der Film entspricht voll der Wahrheit" habe ich nach Herrn Königs Erklärungen erhebliche Zweifel.
Ich empfehle alle Zeitzeugen selbst zu befragen, vielleicht ist einer dabei der ihnen weiterhelfen kann.
Waren nicht einmal in diesem Bericht auch eine Bilderserie untergebracht?
Richtig Harald, die habe ich aus ungeklärten urheberrechtlichen Gründen gelöscht. Siehe Diskussion: http://www.myheimat.de/augsburg/?page=content%2Far...
Da haben wir ja heutzutage richtig Glück Herr König den in Marburg gibt es eine Rock´n Roll Band.Die Jungs heißen """THE BOPTOWN CATS"""sie spielen 50´s und 60´s Rock´n Roll und nicht mal schlecht.Kennen sie die Band? Info unter www.boptowncats.de Spielen am Sa.10.01.09 in der Waggonhalle Marburg.
Danke Henry, sieht gut aus und klingt gut. Daß es Euch in MR gibt finde ich Spitze. Schade, daß ich nicht mehr in MR den RnR Club (frühe 80er Jahre)leite. Wenn ich mal in der Nähe bin, werde ich Kontakt mit Euch aufnehmen. Wir haben hier auf TF einen RnR Club. Wenn Ihr mal in der Gegend seid, meldet Euch vorher bei mir. Schau mal hier rein:
http://www.myheimat.de/marburg/beitrag/42868/rock-...
http://www.myheimat.de/marburg/beitrag/43331/rock-...
http://www.myheimat.de/marburg/beitrag/47194/deuts...
Viel Erfolg bei Éurem Gig in der Waggonhalle. RnR forever!
Hallo - für das Buch "Komm, Gib Mir Deine Hand - Die Beatles in Deutschland 1960 - 1970" habe ich die Geschichte des Konzertes, was es nicht gab, in einem Extra-Kapitel so wiedergegeben, wie es Herr Wulfes in seinem Film dargestellt hat. Ich habe an der dortigen Darstellung gar keinen Zweifel. Warum sollte der damalige Zeitungsbericht aus der regionalen Presse von Herrn Öttringer berichten, wenn diese Geschichte schon damals nicht stimmte? Woher hätte sonst diese Sache stammen sollen, wenn nicht aus z.B. Rechtfertigungen von Kilian gegenüber aufgebrachten Fans oder sogar im Vorfeld als Erklärung, warum gerade die Beatles für ihn spielen würden?
Auch die Zeitschrift Musikparade berichtete im Herbst im Nachgang über das Ereignis. Leider habe ich keine Informationen über einen entsprechenden Bild-Zeitungsartikel - hätte die überregionale Presse nicht viel größer berichtet, wenn es schon in der Bild gestanden hat? Ich gehe weiterhin davon aus, der Film, mit Ausschmückungen versehen, den Tatsachen entspricht. Ich glaube nicht, dass sich der Regisseur von den Augenzeugen und Zeitungsberichten in die Irre führen ließ.
Der Film selbst hat mir sehr gut gefallen!
Hallo Thorsten, dann ist dieses Kapitel in Deinem Buch eben genau so falsch wie der Film. Ich war dabei und weiß, dass es anders war. Aber was spielt das heute noch für eine Rolle? Es ist ja auch kein Dokumentarfilm.
Der Film "Der Tag, als die Beatles (beinahe) nach Marburg kamen" wir heute abend um 22:55 von rbb ausgestrahlt.
http://www.rbb-online.de/filmzeit/filmzeit/genres/...
Hallo - mein neues Buch
Die Bravo-Beatles-Blitztournee - Fünf Tage Beatlemania in Deutschland im Juni 1966
ist soeben erschienen.
Dort enthalten ist wieder auch ein Kapitel zum Thema "als die Beatles beinahe...".
Ich habe aber diesmal einen Hinweis auf die von dem Film abweichenden Meinungen - hier aus dem Forum - eingefügt.
Gruß
Thorsten
Hallo Hans-Peter, schau mal bitte hier:
http://www.myheimat.de/marburg/kultur/fedinand-kil...
Danke Jan. Richtig, das war auch einer der vielen Fehler im Film, dass man das Grab von Ferdi nach Dreihausen verlegte, weil niemand der schlauen Interview-Partner wusste, wo es tatsächlich ist. Gut, dass Du den Beweis angetreten hast.


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