MEMPHIS, TENNESSEE - DIE WIEGE DES ROCK AND ROLL

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Sun Studio. Foto Wikipedia Commons by Jeremy Atherton, 2002. CC BY-SA 2.5.jpg
Memphis (Vereinigte Staaten): s | Memphis war einmal die Wiege des Blues und des Rock And Roll (Rhythm & Blues). In den 40er und 50er Jahren war die legendäre Beale Street die Wiege des Blues, bevor dieser seinen Siegeszug durchs Land begann und auch die Entstehung des Rock And Roll im legendären „SUN“-Studio daselbst ermöglichte (Jerry Lee Lewis, Roy Orbison, Johnny Cash, Carl & Luther Perkins, Elvis Presley, u.a.). Noch in den 60er und 70er Jahren kamen „Funk“ und „Soul“ in die Stadt, um ebenfalls das ganze Land und den Rest der Welt zu erobern (Otis Redding, Isaac Hayes, u.a.). Damals war die Energie gefüllte City verstopft mit Cadillacs und das Geld lag auf der Strasse.

Der Boom ist vorbei. Abends bei Sonnenuntergang erklingt noch ab und zu ein einsamer Blues durch die Beale Street, doch er wird erdrückt von den vielen Souvenirläden für Blues- und RnR-Pilger aus aller Welt. Aus der Musikstrasse wurde eine Souvenirmeile. Musikalisch passiert so gut wie nichts mehr. Durch das Ableben verschiedener Bluesmusiker in (Howlin’ Wolf, B.B.King u.a.) wird Memphis nun von seinem Erzrivalen Nashville mehr und mehr ins Abseits gedrängt. Das SUN Studio ist zu einer Pilgerstätte geworden. Davor steht ein alter Thunderbird, der an die Glorie der 50er Jahre erinnert.

Die Stadt hat es versäumt, ihre neuen Talente zu halten und zu fördern, weshalb Leute wie Justin Timberlake oder Valerie June ihr Glück anderswo machten. Außerdem ist man nicht mit der Zeit gegangen, um neue Musikstile und Veränderungen in der Musikindustrie zu beachten. Es gibt ebenso wenig willige Sponsoren, die neue aufkommende Talente unterstützen. Nun starten in der Nachbarschaft von Memphis neue Talente wie Christon „Kingfish“ Ingram durch.

Nashville, das Mekka der Country-Music, reibt sich nun die Hände, weil hier neue Stars wie Taylor Swift, Jack White (White Stripes), Briton Jamie Lidell und die Rock-Gruppe Black Keys heftig durchstarten, denn hier stimmt das Umfeld und die Ausrüstung der Studios. Zahllose willige Studio-Musiker und clevere Manager stehen hier zu Verfügung. Im US amerikanischen „Arts Vibrancy Index“ liegt Nashville bereits hinter der Nummer Eins, Washington D.C., gefolgt von New York und Boston. Dagegen findet man Memphis noch nicht einmal unter den ersten 20 (Quelle NCAR Vibrancy Index).

Na gut, wenn Rom zum Open Air Museum wurde, darf sich Memphis dies wohl auch antun – oder nicht?
Der Fan buchstabiert Tennessee übrigens "With a blues, with a tear, with a double-S and a double-E"
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8 Kommentare
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg | 01.07.2015 | 00:30  
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Bodo Kannacher aus Essen | 01.07.2015 | 10:38  
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 01.07.2015 | 16:21  
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg | 01.07.2015 | 17:28  
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 01.07.2015 | 23:39  
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 01.07.2015 | 23:57  
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg | 02.07.2015 | 16:09  
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