Der Rimberggipfel war ihr Ziel

Wandergruppe vor dem Rimberg
Wandergruppe der Volkshochschule Marburg-Biedenkopf wanderte am Sonntag im Hinterland.

Das wunderschöne Wetter lockte in die herrlich bunte Frühlingslandschaft der Damshäuser Kuppen. Das satte Grün der Wiesen mit ihrer bunten Blumenvielfalt und wogende Getreidefelder säumten den Weg, der an Kornblumen und Klatschmohn, an plätschernden Bachläufen und an schattigen Waldrändern entlang führte.

Startpunkt des 10 km langen Rundweges war die Kirche des verträumten Dörfchens Dautphetal-Damshausen. Der 20m hohe Wehrturm mit seinen 1,20m dicken Mauern aus dem 13. Jahrhundert und mit seiner Doppeldachhaube hat alle Stürme der Zeit lässig überstanden, wogegen das Kirchenschiff bereits zwei bauliche Erweiterungen erfahren hat.

Fachwerkhäuser in der alten Dorfmitte, das älteste von 1770, sind in erstaunlich gutem Erhaltungszustand. Respekt vor den Besitzern, die mit viel Aufwand den beständig an den alten Holzkonstruktionen nagenden Zahn der Zeit zu bremsen versuchen.

Nach wenigen Kilometern Wanderstrecke durch das Damshäuser Feld kam der Rimberg in Sicht. Mit seinen rund 500 Höhenmetern und seinem majestätischen Aussehen wird er auch der "König der Hinterländer Berge" genannt. Die Aussicht vom 24m hohen Aussichtsturm mit einer dunstfreien Fernsicht bis zum Horizont war fantastisch: Selbst die in einer Entfernung von ca 100km liegenden Rhönberge Milseburg und Wasserkuppe waren deutlich sichtbar.

Grenzsteine aus dem Jahre 1669 in gutem Erhaltungszustand bezeugen am Rimberg die ehemalige Landesgrenze zwischen dem Kurfürstentum Hessen-Kassel und der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt sowie den einstmals umfangreichen Grundbesitz des Deutschen Ritterordens. Von der einstmaligen Heidelandschaft "Gnitaheide" bei Caldern ist nichts mehr zu erkennen. Lediglich die Flurbezeichnung "Heide" erinnert noch an die Sage mit Siegfried, dem Drachentöter. Vor einer Begehung der sehr versteckten Drachenhöhle ist wegen der Gefährlichkeit dringend abzuraten. Der Marburger Maler Otto Ubbelohde hat die in die Deutschen Heldensagen übernommene Sage von Siegfried und der Drachentötung mehrfach mit Zeichnungen illustriert.

Seit 2007 besteht ein "Rimbergturm-Förderverein", welcher in der Turmhütte eine Bewirtung nur noch am 1. Mai, am Himmelfahrtstag und am 3. Oktober organisiert. So war man auf "Selbstversorgung" angewiesen: Eine Kaffeepause stärkte die Wanderer nach dem anstrengenden und kräftezehrenden Aufstieg, welcher mit traumhafter Fernsicht belohnt wurde.
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Oberhessische Presse | Erschienen am 14.06.2014
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Volker Beilborn aus Marburg | 27.05.2014 | 09:19  
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