Burgwaldschüler: Exkursion in Marburger Anatomie und "12 Years A Slave"

  Marburg: Museum Anatomicum | Kinobesuch „12 Years A Slave“ und „Medizin-Exkursion“ der 9b -
Burgwaldschüler im Museum Anatomicum

In die Universitätsstadt Marburg zog es die Klasse 9b der Burgwaldschule.
Nach einem eindrucksvollen Rundgang über den Marburger Pilgerfriedhof „Michelchen“ sowie durch die weltberühmte Elisabethkirche war das interessante und überaus spannende Anatomische Museum ein weiteres Ziel.
Im obersten Stockwerk des Pathologie zwischen der alten Augenklinik und dem Anatomiegebäude in der historischen Altstadt gelegen, gehört es mit weit über 3000 Präparaten zu den bedeutendsten Einrichtungen dieser Art in Deutschland.

Die Medizinhistorikerin Dr. Julia Langenberg führte die Frankenberger 90 Minuten lang durch die Räume.
Zuvor hatte die Klasse zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Elfi Schmittmann und Biolehrer Kubat bereits einen Rundgang durch die gesonderte Ausstellung in den Gängen der Anatomie der Universitätsklinik unternommen. Hier konnten sie sich mit Studentinnen austauschen, die während einer Pause ihres obligatorischen Präparierkurses über bereits gemachte Studien-Erfahrungen berichteten.

Bereits im frühen 18. Jahrhundert waren Mediziner der Philipps-Universität Marburg an den von vielen Menschen nicht gern gesehenen Aufbau der wissenschaftlichen Sammlung menschlicher und tierischer Präparate gegangen, erst 1920 wurde sie in dieser Form als abgeschlossen betrachtet.

Neben vielen Skeletten und Schädeln mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern bekamen die Schüler sämtliche Organe der Menschen, Gliedmaßen oder Sinnesorgane des menschlichen Innenohres oder auch Präparationen von Blutgefäßen, Nerven oder Muskeln zu sehen.
Zurück geht die Sammlung laut Langenberg auf den Arzt und Gelehrten Christian Bünger.
Eine eigene Ausstellung widmet sich dem Wirken des berühmten Anatomen aus Göttingen, der von 1810 bis zu seinem Tode 1842 an der Medizinischen Fakultät lehrte, forschte und heilte.

Gespannt vernahm man die Geschichte rund um eine ausgestellte Frau, „das Marburger Lenchen“. Sie beging im späten 19. Jahrhundert in der Lahn hochschwanger Selbstmord, weil sie mit der Situation ihres noch jungen Lebens allein und ohne Beistand wohl nicht mehr zurecht kam.
Wie ihr Körper schließlich in die Anatomie kam, ist bisher nicht endgültig geklärt worden.
Es schlossen sich eindrucksvolle Erklärungen in der Abteilung für Geburtshilfe an.

Heiterkeit hingegen rief die Betrachtung des „Langen Anton“ hervor, eines Soldaten aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges mit einer Körperlänge von 2,44 Metern.
Er gilt als einer der längsten Menschen, die je in Europa lebten. Eine extreme Überfunktion der Hypophyse ließ ihn dieses enorme Gardemaß erreichen.

Der Nachmittag stand ganz im Besuch des preisgekrönten Films „12 Years A Slave“ im Marburger Filmkunsttheater im Steinweg. In dem mitreißenden Film geht es um einen amerikanischen Schwarzen, der im Jahr 1840 aus seiner Freiheit und von der Familie weg entführt wird. Zwölf lange Jahre überlebt er in der Sklaverei im Südstaat Louisiana nur, weil er die Hoffnung auf Freiheit und ein glückliches Wiedersehen mit seiner Frau und den Kindern niemals aufgibt – trotz aller Not und Pein. Zurück geht der grandiose Film auf den autobiographischen Roman von Solomon Northup (1853).

Vor der Rückreise mit der Bahn stellte sich die 9b zusammen mit ihren Lehrern vor dem Eingang zum Kino zu einem Erinnerungsbild auf.
Weitere Fotos entstanden im Museum Anatomicum und in der Altstadt.
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2 Kommentare
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Dagma Kuncke aus Waldeck | 18.05.2014 | 23:41  
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Volker Beilborn aus Marburg | 19.05.2014 | 10:46  
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