2016 – Karneval wie in der DDR

Mainz: Dom | Haben Sie nicht auch bemerkt, dass wir jetzt staatstragenden Karneval und Fasching à la DDR haben?

Vor 2016 waren die Büttenreden noch kritisch, radikal und unbestechlich, manchmal richtig mutig im Draufhauen. 2016 sind die Reden, ist das Auftreten mutiert zu devot und obrigkeitsbequem = Karneval als Kultur der politischen Korrektheit.

Die Narren durften früher dem Fürsten den Spiegel vorhalten. 2016 sind die Narren zu Gutbürgern mutiert. Helau!

So war Karneval 2016:

„Wir beglückwünschen unsere Frau Staatsratvorsitzende Honecker, pardon unsere Frau Bundeskanzlerin Merkel, für ihre staatstragende Entscheidung, alle Flüchtlinge zu uns zu rufen.“
dumm-dä dumm-dä dumm-dä


(Lautes Klatschen und Sich-Beklatschen aller Offiziellen im Saal, die versammelte Nomenklatura)

„Sie wird es schaffen, die Frau Staatsratsvorsitzende, pardon Frau Bundeskanzlerin – Wir schaffen es! Wir haben einen - viel besser als vorher - einen Dreitagesplan, einen Dreimonatsplan und einen Dreijahresplan. Wir werden alle Pläne übererfüllen. Wir schaffen das. Das mit der Übererfüllung unserer Pläne haben wir schon immer geschafft.“
dumm-dä dumm-dä dumm-dä


(Klatschen wie oben)

[keiner wagt zu fragen, wie das denn geschafft werden sol (= wie früher), aber Versprechungen kommen immer gut an]

„Schon jetzt kommen weniger Flüchtlinge, die Staatsratsvorsitzende – pardon die Bundeskanzlerin hat Recht. Es werden 2016 wesentlich weniger sein als 2015. Die Zahlen nehmen schon im Dezember ab und erst im Januar. Im Juni werden es nur noch ganz wenige sein.“
dumm-dä dumm-dä dumm-dä


(Klatschen wie oben)

„Wer nicht die Bedingungen zum Asylantenstatus erhält, wird umgehend abgeschoben, wir werden das sofort ändern. Wir schaffen das. Wir schieben jetzt schon 2 % derjenigen ab, die nicht bei uns bleiben können. Die Zahl der Abgeschobenen wird bald um über 100 % steigen. Wir können bestens mit Zahlen umgehen. Wir schaffen das."
dumm-dä dumm-dä dumm-dä


(Klatschen wie oben)

„Wir werden 400.000 Flüchtlinge in diesem Jahr in Arbeit bringen. Das hat für alle nur Vorteile. Frau Merkel hat alles bestens bedacht. Wir schaffen das.

Wir werden auch Tausende von ausgebildeten Deutschlehrern haben, die in Kürze den Asylanten Deutsch beibringen werden und auch , wie sie sich bei uns zu benehmen haben.“
dumm-dä dumm-dä dumm-dä


(Klatschen wie oben)

[Wer sich die Zahl von 400.000 Asylsuchenden aufgenommen in Arbeitsstellen ausgedacht hat, ist unklar. Wer wilrd den 400.000 Asylsuchenden noch in diesem Jahr die entsprechend notwendigen Deutschkenntnisse, Arbeitsfähigkeiten und Arbeitsstellen vermitteln?

Und überhaupt nicht gesprochen wird von den über 600.000 Asylsuchenden, die übrig bleiben von weit über einer Million, die bei uns gelandet sind. Die werden alle Hartz IV-Empfänger oder werden sich auf andere Art betätigen ...]

„Wir sind stolz auf unsere Mitmenschen, die sich zusammenfinden und Stellung nehmen gegen die Protestler. Wir sind dagegen, dass sich die Protestler zusammenrotten, die Rechtsradikalen, die Alt-Nazis, die Neu-Nazis, die Strohdummen.“
dumm-dä dumm-dä dumm-dä


(Klatschen wie oben)

[Und die Gutmenschen merken nicht, dass sie das Vokabular der Nazis, der SED-Parteibonzen beklatschen. Der eine Wunsch, Recht zu haben, vernebelt alles.]

„Wir werden unsere anderen Mitglieder in der EU mit unseren Gutbürgern überzeugen. Von den von uns im Vorjahr verabredeten 160.000 Flüchtlingen sind bereits fast 500 verteilt! Wir werden diese Quote um ungeahnte Prozentzahlen erhöhen.

Wir garantieren, dass die Zahl der Verteilten sich um über 100 % steigern wird [brausender Applaus, Narrhallamarsch]. Ja, wir werden vielleicht 1.000 % Steigerung für die demnächst von uns Zurückgeschickten finden [rauschender Applaus, "Ein dreifaches Helau! - Helau! Helau! Helau! - Narrhallamarsch"]. So eine Planerfüllung gab es noch nie. Wir sind mit Rumänien und Ungarn in guten Gesprächen. An unserem guten Wesen werden alle genesen..“
dumm-dä dumm-dä dumm-dä


(Klatschen wie oben)

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Bei „Mainz bleibt Mainz“, in Aachen, in der Oberpfalz waren die Hofnarren einst fähig, den herrschenden Fürsten die Leviten zu lesen. Jetzt wird Kotau gezeigt, huldvolle Reden an die Bundeskanzlerin gehalten - und die Minister und Anhänger im Saal klatschen. Was das Volk denkt, spielt keine Rolle. Schlimmer konnte es in der DDR nicht sein.

Und wenn irgendwo in Deutschland im Saal oder bei Umzügen mal Kritik sich Luft machte, dann kam sofort der Ruf nach der Staatsanwaltschaft. Pfarrer und Vertreter von SPD und Grüne verließen die Stätte der Kritik.

Was war eigentlich gemeint mit „Je suis Charlie“?

Offenbar gilt bei uns – schon lange? – Meinungsfreiheit nur aus einer Richtung: von sog. "Linksintellektuellen". Scharfzüngigkeit ist nur von ganz Links erlaubt und geduldet. Die Agitprop der Linken hat sich offenbar schon durchgesetzt.

Wie wird es im nächsten Jahr aussehen?

Alle Faschingsreden werden vorher von Regierung und den verbündeten Redaktionen geprüft werden. Faschingswagen müssen vorgeführt werden – und wehe, es wird gegen die linke Richtung argumentiert. Gnadenlose Korrektur.

Aber vielleicht werden alle Narren im Jahr 2017 wie schon fast alle in diesem Jahr weichgespült sein.
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6 Kommentare
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Romi Romberg aus Berlin | 13.02.2016 | 00:37  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 13.02.2016 | 00:52  
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Wolfgang O. H: Schmenner aus Marburg | 13.02.2016 | 02:48  
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Heinrich Rautenhaus aus Marburg | 13.02.2016 | 04:07  
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Helmut F. FRANK aus Bielefeld | 13.02.2016 | 09:26  
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Romi Romberg aus Berlin | 14.02.2016 | 00:12  
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