Mit Gisela und der Fremdenführerin Lara von Olivari nach Rijeka in Kroatien.

Mit Gisela nach Rijeka
 
Hier beginnt auch die Prachtstraße von Rijeka, der Korzo, zeigt uns Lara.
 
Vor uns steht der „schiefe Turm von Rijeka“. Er ist der Campanile der Kirche Maria Himmelfahrt. Der mittelalterliche Turm hat sich ca. 40 cm geneigt. Unter dem Turm befinden sich römische Thermen, was wohl der Grund für das Neigen ist.
Rijeka (Kroatien): . | Die Metropole Rijeka mit ihren 160.000 Einwohnern liegt im Norden der Kvarner Bucht und ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Kroatiens.
Fähren verbinden Rijeka mit den Städten und Inseln entlang der Adriaküste.

Wenn wir auf der neuen Autobahn oberhalb von Rijeka uns der Stadt nähern, wirkt sie auf den ersten Blick mit ihren Hochhäusern und den zahlreichen Industrieanlagen auf uns abschreckend. Die Stadt hat jedoch eine interessante Altstadt. Ihren Namen hat sie durch den Fluss Rijeka, der durch die Stadt fließt und Rijeka heißt übersetzt Fluss, erzählt uns unsere einheimische Fremdenführerin Lara von Olivari.

Bei der Fahrt in die Stadt sehen wir auf einem Hügel, rechts von uns, die Festung von Trsat aus dem 13. Jh. Wir parken mit dem Bus am zentralen Busbahnhof und beginnen von dort unseren Rundgang mit Lara.

Am Busbahnhof befindet sich die neogotische Kapuzinerkirche Maria von Lourdes. Sie wurde erbaut von 1904-1927, allerdings ohne den geplante Glockenturm. Er wurde nie gebaut.

Nicht weit von der Kapuzinerkirche entfernt steht der Palast Jadran. Er ist die Zentrale der größten Fährgesellschaft Kroatiens.

Hier beginnt die Prachtstraße von Rijeka, der Korzo, zeigt uns Lara.

Vor uns steht der „schiefe Turm von Rijeka“. Er ist der Campanile der Kirche Maria Himmelfahrt. Der mittelalterliche Turm hat sich ca. 40 cm geneigt. Unter dem Turm befinden sich römische Thermen, was wohl der Grund für das Neigen ist.

Lara steht da und erklärt eine Mosaiktafel an der Wand. Allerdings verstehe ich kein Wort, weil ich etwas abseits stehe und die Schulkinder, die gerade Pause haben ziemlich laut sind. Ich hoffe, sie erzählt mir irgendwann, was darauf steht.

Weiter gehen wir zum Dom des Hl. Veit. Er ist ein barocker Rundbau und die einzige Barockkirche in Kroatien, so Lara. Die Jesuitenkirche wurde im 16./17. Jahrhundert im Stil des venezianischen Barock erbaut.

Durch den Stadtturm erreichen wir den Korzo. Der Korzo ist die belebte Fußgängerstraße der Stadt. Hier laden viele Restaurants, Geschäfte, Boutiquen und Cafe´s zum Bummeln ein. Cafe´s sind sehr wichtig für die Kroaten, in der Pause oder während dem Einkaufsbummel ein Cafe besuchen, lassen sie sich nicht nehmen, erklärt mir Lara. In Rijeka einzukaufen wird durch einen angenehmen Spaziergang in Verbindung mit dem Besuch eines stilvollen Kaffeehauses zu einem Erlebnis.

Ungefähr in der Mitte des Korzo befindet sich der Stadtturm aus 1750, das Wahrzeichen von Rijeka, mit dem habsburgischen Doppeladler und Abbildungen der zwei Kaiser Leopold I und Karl VI. Durch ihn kommen wir in die Altstadt. Nicht durch den Kaiser, sondern durch den Turm. Der Turm ist eines der wenigen Gebäude der Stadt, die das große Erdbeben von 1750 überstanden hat.

Von hier aus Richtung Hafen, der immer einen kurzen Abstecher wert ist, gelangen wir zum Grünen Markt. Im Hafen werden nicht nur Güter umgeschlagen, sondern er dient auch dem Personentransport. Er ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region. Von hier startet während der Sommermonate die Küstenfähre über Split, Hvar, Korcula und Mljet nach Dubrovnik, ebenso verbinden Katamarane Rijeka mit den anderem Inseln Cres, Losinj, Rab und Pag.

Der Grüne Markt und der Fischmarkt von Rijeka liegen direkt oberhalb des Hafens. Der große Marktplatz, der Placa, entstand am Ende des 19. Jahrhunderts. An den zahllosen Ständen und in den historischen Markthallen können Sie frisches Obst und Gemüse; in der Fischhalle fangfrischen Fisch kaufen. Aber bitte nicht heute, fleht uns Lara an, sonst lässt der Busfahrer uns nicht mehr in den Bus mit unseren frischen Fischen. Die Fischhalle und die anderen Markthallen wurden 1880 von Izidor Vauchnig entworfen.

Und jetzt noch einiges zur Geschichte der Stadt, was uns Lara in kleinen Dosen während des Stadtrundganges erzählt hat:

In Rijeka fand man Spuren aus der Steinzeit. Die Kelten bauten im Bronze- und Eisenzeitalter auf den umliegenden Hügeln Befestigungsanlagen. Durch diese entwickelte sich eine Siedlung mit Hafen. Später bauten die Illyrern diese Siedlung weiter aus. Sie überfielen als Piraten zahlreiche römische Handelsschiffe, was den Römern natürlich überhaupt nicht gefiel. Die Römer griffen Rijeka mehrmals an bis sie es schließlich um 180 v. Chr. eroberten und die Siedlung näher zum Meer hin ausbauten. Heute gibt es noch Überreste aus römischer Zeit, und immer wieder werden welche ausgegraben.

Die Kroaten ließen sich um 700 n. Chr. in dieser Gegend nieder. Sie führten Kriege gegen das Heer von Karl dem Großen, gegen den sie sich lange wehren konnten bis schlussendlich doch die Franken siegten und bis ins 9. Jahrhundert über Rijeka herrschten..

Dann im 9. Jh. gehörte Rijeka wieder den Kroaten, im 12. Jh. kam die Ungarisch-Kroatische Monarchie und im 13. Jh. herrschten dann die Fürsten Frankopan. Nach Jahren wechselnder Feudalherrschaft wurde Rijeka Ende des 15. Jh. Teil des Habsburger Reiches.

Die Franzosen unter Napoleon übernahmen 1805 die Herrschaft und gliederten Rijeka an Italien. "Karolina aus Rijeka" einer Kaufmannsgattin ist es zu verdanken, dass nur eine Kanonenkugel auf die Stadt abgefeuert wurde. Diese steckt heute noch in einer Wand.

Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Europa neu aufgeteilt und Rijeka fiel an die Habsburger zurück. Somit war Rijeka mit Ausnahme der sechs Jahre dauernden Napoleonischen Herrschaft vom 12. Jh. bis 1918 Teil des österreichischen-ungarischen Reiches.

1848 dann eroberte Ban Josip Jelacic Rijeka. Er setzte die Stadtregierung ab und gründete die Gemeinschaft Rijeka. Es begann eine Blütezeit der Stadt, der Hafen wurde ausgebaut, ebenso das Verkehrsnetz.

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges waren aber die großen Zeiten vorbei. Zwischen 1915 und 1918 kam der Hafen zum Erliegen durch die Seeblockade von Otranto und es ging bergab mit Rijeka.

Später dann herrschten die Italiener und noch später die Deutschen. Nach dem 2. Weltkrieg kam 1947 Rijeka durch eine Volksabstimmung zu Jugoslawien, bis 1991 die Kroatien ihre Unabhängigkeit erklärten. Vom Unabhängigkeitskrieg blieb Rijeka verschont und heute ist die Stadt wieder ein wichtiges Wirtschaftszentrum.

Rijekas Karneval ist noch zu erwähnen. Er ist der drittgrößte der Welt nach Rio de Janeiro und Venedig. Köln steht an vierter Stelle erzählt uns Lara. Rijekas Karneval ist weit über die Grenzen Kroatiens hinaus berühmt. Alle Glocken der Kirchen in der Stadt läuten dann. Man sieht in den Straßen wunderschöne Kostüme, die an Venedig erinnern und herrliche Paradewagen. Jährlich werden ca.150.000 Besucher angezogen. Der Karneval in Rijeka gehört zu den wichtigsten Festen Kroatiens.

Und damit ist unser Rundgang beendet und was machen wir nun? Natürlich Kaffee trinken gehen, sagt Lara, bevor wir weiter fahren nach Opatija, aber darüber mehr nach dem Kaffee trinken.
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