Die Sensation auf dem Rhein zu früheren Zeiten - das Holländerfloß.

Die sogenannten Holländer-Flöße hatten bis zu 2,40 m Tiefgang und waren 200 bis 400 Metern lang, 40 bis 80 Metern breit und gehörten zu den größten jemals gebauten Flößen. Sie bestanden aus fünf Lagen Holz; aus einem Feststück das mit mehreren Kniestücken (Foto: Norbert Schnitzler)

Die Blütezeit der Flößerei war das 17. Jahrhundert. Damals wurden große Mengen Holz nach Holland transportiert, wo das Material für den Schiffbau, sowie für den Aufbau der Handelsstädte Verwendung fand. Die sogenannten Holländer-Flöße hatten bis zu 2,40 m Tiefgang und waren 200 bis 400 Metern lang, 40 bis 80 Metern breit und gehörten zu den größten jemals gebauten Flöße. Sie bestanden aus fünf Lagen Holz; aus einem Feststück das mit mehreren Kniestücken flexibel verbunden war. Durch diese Knie war das Floß lenkbar um die Kurven des Stromes.

Die gefährliche Gebirgsstrecke ab Mainz wurde mit kleineren Flößen befahren, die erst in Koblenz zu größeren zusammengefasst wurden. Auf jedem dieser Einzelflöße wimmelte es von Menschen, die dort in einem kleinen Dorf lebten, das aus mehreren Hütten bestand. Ganze Familien lebten dort mit Kinder und Vieh. Für diese wurden riesige Mengen Lebensmittel mitgeführt, sowie Unterkünfte, Küchen, eine Wäscherei, eine Bäckerei, ein Schlachthaus und Viehställe auf dem Floß gebaut.

Die Mannschaft setzte sich zusammen aus Ruderknechte, Beiläufer, Fleischer, Bäder, Meister, Handwerker, Schreiber, Steuermann und dem Floßherrn. Viele Auswanderer benutzten die Holländerflöße als preiswertes Beförderungsmittel nach Rotterdam.

Vor jeder Abfahrt rief der Steuermann zum Gebet. Mit einem Schlag wurde es mucksmäuschenstill auf dem Floß und keiner bewegte sich mehr. Alle standen wie angewurzelt die Häupter entblößt die Hände gefaltet! St. Nikolaus! Gib uns gute Fahrt..... betete laut der Steuermann.

Nachdem die Ankerketten gelöst waren, setzte sich das mehrere hundert Meter lange Gefährt in Bewegung und entfernte sich langsam vom Ufer. Das Floß war ungeheuer schwer, so dass auf beiden Seiten an den Rudern Rudergruppen von je sieben Mann die Geschwindigkeit erhöhten. Der Steuermann, der auf seinem Steuerstuhl saß, gab mit dem Hut Befehle, die von Steuerknecht zu Steuerknecht an die Ruderer weitergegeben wurden. Ist das Floß in seiner Position, treibt es in der Strömung ruhig und schnell den Rhein hinunter. Um es zu steuern, benötigte man 400 bis 500 Mann.

Vor jedem Floß fuhr ein Warschauer mit seinem Ruderboot um die Schifffahrt nicht zu gefährden. Sein Ruderboot, das etwa eine Stunde Vorsprung vor dem Floß hatte, warnte die aufwärts fahrenden Schiffe mittels einer rotweiß gewürfelten Flagge.

Wenn so ein Floß in Sicht kam versammelten sich die Bürger der Städte auf beiden Seiten des Rheins um das Ereignis zu sehen.

Das letzte gewerbliche Floß auf dem Rhein fuhr 1968. Es wurde von Schleppern gezogen.

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15 Kommentare zum Beitrag
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Giuliano Micheli aus Garbsen am 16.08.2009 um 14:09 Uhr  
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Hans-Werner Blume aus Garbsen am 16.08.2009 um 15:03 Uhr  
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Gisela Görgens aus Linz am Rhein am 16.08.2009 um 16:16 Uhr  
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