Die Glocken der Bernwardskirche zu Groß Lafferde

Die Schlagglocke von 1507 (älteste Glocke)
 
Die Schlagglocke von 1507 (Foto aus Kalender 2009, 150 Jahre Bernwardskirche Groß Lafferde)
 
Die große Glocke am 26.06.1917 auf der Waage vor dem Abtransport nach Ilsenburg zum Einschmelzen
 
Beschreibung einer Kirchenglocke
 
Nachweis aus dem Krupp-Archiv über den Guss der Glocken beim Bochumer Gussstahlwerk im Jahre 1922
 
Glockenstuhl mit Glocken von oben
Wann genau die erste Kirche (alte Bernwardskirche) in Groß Lafferde errichtet worden ist, verbirgt sich im Dunkel der Geschichte. Es muss aber kurz nach 1300 gewesen sein. Adolf Nülle meinte nachweisen zu können, dass sie bereits 1321 vorhanden war, denn in einem Prozess um die Eigentumsrechte an der alten Kapelle (1728) hat das Michaeliskloster versichert, dass in dieser wegen der Einweihung einer neu erbauten Kirche seit 1321 keine regelmäßigen Gottesdienste mehr stattfanden.

Ein Kirchturm ohne Glocke ist eigentlich undenkbar. Deshalb darf vermutet werden, dass nach der Errichtung des Kirchturmes mindestens eine Glocke vorhanden war. Überliefert ist in dieser Hinsicht nichts.


Um 1500 musste das Kirchenschiff zum ersten Mal erweitert werden. Das könnte der Anlass gewesen sein, die jetzt noch vorhandene, auf das Jahr 1507 datierte, kleine Glocke zu beschaffen. Sie diente später der Turmuhr als Schlagglocke (Die alte Turmuhr wurde im Jahr 1892 durch eine neue ersetzt.)
Auf Betreiben des Lehrers Biermann erhielt die Schlagglocke vor dem 1. Weltkrieg zusätzlich eine Betglockenfunktion, die zur stillen Andacht aufforderte. Finanziert wurde die Maßnahme von Kommerzienrat Friedrich Eduard Behrens.

Die Glocke wird in einer Zeitschrift unbekannten Namens wie folgt beschrieben:

Uhrglocke, außen am Turmhelm.
Ø ca. 0,45 m.
Am Hals zwischen Ringstegen in gotischer Minuskel: Anno d(omi)ni MCCCCCVII (Anm. 1507).
Auf der Flanke: Maria auf der Mondsichel im Strahlenkranz (H. ca. 0,08 m);
aus der Werkstatt von Harmen Koster. *)
– Am Glockenstuhl die Inschrift: … B WB 1796.

(Auf wen verweist die rätselhafte Glockenstuhlinschrift?)

*) In der Evangelisch-Lutherischen Nikolaikirche Eickenrode ist eine nahezu identische Kirchenglocke, sozusagen eine Schwester, vorhanden. Beschreibung:
„Auf der Glocke steht am Hals zwischen Ringstegen und Kreuzblumenfriesen in gotischer Minuskel:
an(n)o ∙ d(omi)ni ∙ CCCCCVII ∙ o ∙ rex ∙ glorie ∙ xpe (Christe) ∙ veni ∙ cu(m) ∙ pace ∙ Harmanus ∙ Koster ∙ me ∙ fecit
Das „M“ der Jahreszahl fehlt. Auf der einen Seite der Glocke ist eine Bischofsfigur dargestellt, auf der anderen Seite eine Madonna im Strahlenkranz auf der Mondsiche“l.


Schon im Jahre 1677 haben nachweislich zwei Glocken im Kirchturm gehangen. Denn im Sterberegister des Kirchenbuchs von 1677 steht unter der Nr. 14 geschrieben:
„Hinrich Borchtorf den 19. Xbris (Anmerkung: Dezember) ein Hauswirth von 70 Jahren . Bey dessen Beerdigung ist leyder unser große Glocke geborsten. Gott verleihe Friede und .… fromme Hertzen, die [zu legen] daß sie umbgegossen werde und wolgerathen möge“.

Leider ist nicht festzustellen ob es sich bei der zweifellos vorhandenen kleinen Glocke um die von 1507 oder um eine weitere Glocke handelt.

Die im Jahre 1677 geborstene große Glocke wurde irgendwann umgegossen, denn für das Jahr 1749 ist nachgewiesen, dass neben der kleinen Glocke von 1507 noch zwei weitere Glocken (eine kleine und eine große) im Turm hingen. Laut Kirchenbucheintrag 14/1749 ist beim Begräbnis einer Frau von 31 Jahren am Feste Trinitatis (1. Juni 1749)
„die kleine Glocke geborsten, ohne Zweifel durch Verwahrlosung, da die Knechte, die häufig auf dem Turm läuten, gar zu lange läuten und die Glocken gar zu heftig ziehen und damit hantieren“.
Man beachte den Plural „die Glocken“.
Nimmt man den Text „auf dem Turm läuten“ wörtlich, dann wurden die Glocken nicht vom Erdgeschoss des Turmes, sondern von einer höheren Turmebene aus geläutet.

Die Gemeinde hat sich recht schnell um Ersatz bemüht. Sie beauftragte mit Genehmigung des Konsistoriums in Hildesheim den Hildesheimer Glockengießer Becker, die zerborstene Glocke umzugießen. Zitat: „Dem Glockengießer in Hildesh. Hn. [Becker], die Halbscheid vom Gießofen, neuem Metall, Materialien, Seil und Kloben und der Gesellen Trinkgeld laut Quittung gegeben in 150 Gülden 10 mg[..].
Die Rechnung wurde zur ungefähren Hälfte von der Gemeinde und dem Konsistorium bezahlt.
Richard Wolf zitiert ein Schreiben des Fürstlichen Konsistoriums aus dem Jahre 1752, worin ein Zuschuss von 30 Talern für die Beschaffung einer neuen Glocke bewilligt Gemeinde Gr. Lafferde zur Glocke 30 Rtl gegeben sind“.

Leider ist über die Inschrift dieser neuen Glocke nichts überliefert. Sie wog 27 Zentner.

Rund 35 Jahre später, am 1. August 1784, wäre es fast zu einer Katastrophe gekommen. Im Kirchenbuch steht unter 18/1784:
„Des Grobschmiedemeisters Ehefrau starb mit 59 Jahren an einem hitzigen Fieber. Bei der Beerdigung wäre fast die große Glocke heruntergefallen und hätte großen Schaden anrichten können. Gott aber hat das Unglück noch in Gnaden abgewandt.“

Für die Beinahe-Katastrophe könnte ein maroder Glockenstuhl ursächlich gewesen sein, denn aufgrund der oben bereits zitierten Glockenstuhlinschrift „… B WB 1796“ darf angenommen werden, dass längst notwendige größere Instandsetzungsarbeiten am Glockenstuhl in jenem Jahre vorgenommen wurden.

Der kleinen Glocke von 1750 war keine lange Existenz beschieden. Das „Aus“ kam bereits im Jahre 1818. Pastor Bahrs schrieb am 17. April desselben Jahres: „Im vorigen Monate ist die kleinere Glocke hiesiger Kirche bei einem ganz mäßigen Läuten geborsten“.

Ein Gutachten gab Auskunft über die Schadensursache: Beim Läuten schlug die Glocke an einen Balken, der sich über der Glockenwelle befand. Das führte langfristig zum Bersten der Glocke.
Die Welle musste durch eine neue ersetzt werden. In diesem Zusammenhang wurden aufwendige Veränderungen am Glockenstuhl notwendig. Eine weniger kostspielige Reparatur war wegen der großen Glocke nicht möglich.

Wegen des kostbaren Glockenmetalles war es üblich, unbrauchbare Glocken umzugießen. Dabei ging ungefähr 10 % der ursprünglichen Masse verloren. Die neue Glocke wurde entweder kleiner als die alte oder man setzte, wie in unserem Falle, neues Metall hinzu.

Nach dem üblichen Gerangel um die Kosten einigte man sich zwischen Gemeinde und Konsistorium auf ungefähre Kostenteilung. Der Gesamtaufwand aller Leistungen wurde mit 588 Reichstalern veranschlagt. Den Auftrag für das Umgießen der Glocke erhielt der Glockengießer Damm aus Hildesheim.

Im Herbst 1818 war die neue kleine Glocke einsatzbereit. Ein genaueres Datum ist nicht überliefert.
Ihre Inschrift, in jeder Zeile mit Großbuchstaben beginnend, lautete:

Ich freue mich mit den Fröhlichen
Und klage mit den Weinenden
Zur Eintracht zu herzinnigen Vereine
Versammle ich die liebende Gemeinde
Johann Andreas Bahrs Pastor
Johann Franz Böttcher Bauermeister
Heinrich Cramm Gemeindevorsteher
Gegossen von Hans Ludwig Damm in Hildesheim 1818


Vier Jahre später, im Jahre 1821, folgte die nächste Katastrophe. Jetzt war die große Glocke geborsten. Pastor Bahrs schrieb am 23.02.1822: „Zeige …. an, dass am 1. Advent vorigen Jahres (Anm.: 02.12.1821) unsere große Glocke unter einem Sterbegeläute gesprungen ist. Ich ersuchte sofort Hr. Bauermeister Posthalter Böttcher, dass er auch nachforschen möchte, ob durch die Läuter, wir haben Bestimmte, etwas falsch gemacht sei. Dergleichen hat sich nicht ergeben“

Man könnte durchaus vermuten, dass die Glocke bereits durch den Fast-Absturz des Jahres 1784 einen Knacks abbekommen hatte.

Es ist schon merkwürdig: In rund 70 Jahren sind 3 Kirchenglocken geborsten, darunter 2 bei Sterbefällen. Die Dramatik um die Groß Lafferder Kirchenglocken ist fast nicht zu überbieten.

Dass Kirchenglocken beim Läuten barsten, scheint keine Seltenheit gewesen zu sein und betraf auch zahlreiche andere Kirchengemeinden, wie das Beispiel der Elisabethkirche zu Langenhagen zeigt.
Bei ihr gutachteten Sachverständige, dass die Glocke geborsten sei, weil „ ..sie schließlich nicht mehr in Winkel und Waage hing und infolgedessen beim Läuten nach allen Seiten hin und her geschleudert wurde. Kein Wunder, dass dadurch Prellschläge und schließlich Risse entstanden“. Das könnte im Hinblick auf den maroden Glockenstuhl, neben unsachgemäßem Läuten und Materialermüdung, auch auf Groß Lafferde zutreffen.


Die geborstene große Glocke wurde am 22. März 1822 in Hildesheim gewogen. Sie hatte ein Gewicht von 3699 Pfund.

Jetzt ging das Gerangel wegen des Umgusses der Glocke los. Der selbstbewusste Pastor Bahrs und der einflussreiche Bauermeister Böttcher waren unterschiedlicher Meinung. Bahrs wollte unbedingt den jungen, noch wenig bekannten Glockengießer Colditz. Böttcher bevorzugte den Glockengießer Damm. Die besseren und einsichtigeren Argumente lagen bei Böttcher, denn Damm hatte schon beim Umguss der kleinen Glocke hervorragende Arbeit geleistet. Durch einen Bürgerentscheid entschied man sich schließlich mit großer Mehrheit für den Glockengießer Damm.

Die Gemeinde wünschte eine 2/3-Kostenbeteiligung des königlichen Konsistoriums. Dieses wollte sich aber nur zur Hälfte an den mit rund 357 Reichstalern veranschlagten Kosten beteiligen. Nach Hin und Her zwischen Groß Lafferde, der Superintendentur Mehrum, dem Amt Peine, dem Königlichen Konsistorium und dem Königlichen Kabinettsministerium einigte man sich schließlich auf 50:50.

Neuer Ärger kam auf, als die Glocke etwas voreilig in Auftrag gegeben wurde und statt 357 Reichstalern mit allen Nebenausgaben rund 580 Reichstaler kostete. Ursächlich dafür war u.a. eine nicht vorgesehene Erhöhung der Glockenmasse. Laut Rechnung des Glockengießers Damm (Wiegeschein vom 17. Juli 1822) betrug das Gewicht 4074 Pfund.
Das Konsistorium blieb hart. Es beteiligte sich mit der Hälfte lediglich an den ursprünglich veranschlagten Kosten von 357 Reichstalern. Daran änderte auch nichts, dass auf den hervorragenden Klang der neuen Glocke und die Harmonie des Geläutes hingewiesen wurde.

Zum Herausbringen der alten und zum Hereinbringen der neuen Glocke musste Maurermeister Sack ein Schallloch erweitern und anschließend wieder verkleinern.
Das muss im September 1822 geschehen sein. Ein genaueres Datum ist leider nicht überliefert.

Die Inschrift der neuen großen Glocke lautete, in jeder Zeile mit Großbuchstaben beginnend:

Froh empfinde meinen Klang
Der mich hört zur Feier läuten
Jubelnd zu des Brautpaars Gang
Trauernd zu den Grab Geleiten
Weckend zu des Sünders Buß
Schreckend wenn ich stürmen muss
Johann Andreas Bahrs Pastor
Johann Franz Böttcher Bauermeister
Conrad Burgdorf Gemeindevorsteher
Gegossen von Heinrich Ludwig Damm in Hildesheim 1822

Pastor Bahrs äußerte sich beim Königlichen Konsistorium über den Klang der großen Glocke negativ. Vermutlich hing das mit seiner Abstimmungsniederlage zusammen, die er wohl noch immer nicht verwunden hatte. Bis auf ihn war man einmütig vom Klang und der Harmonie des Geläutes begeistert.

In der „Feuersäule“ des Kirchenkreis Peine, vom 22.05.1932 steht geschrieben:
„Leider haben die Lafferder beim Neubau der Kirche nicht aufgepasst. … Dadurch dass die östlichen Schalllöcher vom Kirchendach überdeckt sind, werden die Schallwellen gestört und ist das herrlich abgestimmte Geläut in seiner Klangwirkung stark beeinträchtigt. Bei alledem ist’s herrlich gewesen, - so wie es selbst alte Stadtkirchen und Dome nicht oft haben.
Bei stillem Winterwetter und Ostluft wollen Lafferder, die in der Christnacht von Hildesheim kamen, das Geläut der Glocken vor Kemme gehört haben (14 Kilometer).
Leider ist eine der Glocken während des Krieges der Metallabgabe zum Opfer gefallen und vor einigen Jahren hat man dann, um ein einheitliches Geläut zu haben und Bronzeglocken zu teuer waren, die kleine Glocke verkauft und ein neues Gussstahlgeläut angeschafft. Es hat auch einen schönen Klang, aber an das volle wuchtige, das herzpackende und die Seele schwingend machende alte Geläut reicht es doch nicht heran.

Laut Richard Wolf wurden die Glocken im Jahre 1886 für 898,50 Mark von der Firma Radler aus Hildesheim umgehängt (Quellenangabe fehlt).

Pastor Ludwig Scharfe schrieb, dass
„die durch ihren Ton berühmte große Glocke aus dem Jahre 1822 abgeliefert werden musste. Die 2. Glocke von 1818 mit einzig gutem Klange wurde 1922 in der Inflation verkauft“.


Es muss ein trauriger Moment gewesen sein, als das gemeinsame Geläut beider Glocken für immer verstummte.
Am 26. Juni 1917 nahm man die große Glocke im Turm los und stieß sie aus dem extra vergrößerten südlichen Schallloch an der Westseite des Turmes hinaus. Sie kam unbeschädigt auf der Erde an.
Am 27. Juni um 07.30 Uhr wurde sie nach Ilsenburg/Harz zum Einschmelzen gefahren. Ihr Metall war rüstungsnotwendig. Metall, das die Gläubigen zu friedlichen Zusammenkünften gerufen hatte, war jetzt dazu bestimmt, Tod und Vernichtung zu bringen.

Die kleine Glocke ist zunächst auf ihrem Platz geblieben, bis sie den neuen Gussstahlglocken weichen musste. Aus heutiger Sicht wäre es besser gewesen, die kleine Glocke zu behalten und um eine neue (Gussstahl-) Glocke zu ergänzen.
Vom Veräußerungserlös der kleinen Glocke und aus freiwilligen Spenden wurden dann beim Gussstahlwerk Bochum zwei neue Glocken für 101.650 M gekauft. Die große Glocke (Ton h) wiegt 2.353,5 kg, die kleine Glocke(Ton d) wiegt 1.323,5 kg.

Am Sonnabend, dem 2. September 1922, wurden die neuen Glocken angeliefert. Die Aufhängung erfolgte in der Zeit vom 10. bis 16. September an einem Glockenstuhl aus Holz und Stahl.
Der Einweihungsgottesdienst fand am Sonntag, dem 17. September statt. Er begann um 9.00 Uhr, nachdem die Glocken von 8.30 Uhr bis 9.00 Uhr in mehreren Schauern geläutet hatten.

Hoffen wir, dass das Metall dieser Glocken allzeit friedlichen Zwecken dient.

Interessant wär noch zu wissen, wie es sich mit den ältesten Glocken verhielt, was mit der kleinen, 1922 verkauften Glocke geschehen ist, ob sie eingeschmolzen wurde oder ob sie vielleicht die Menschen noch mit ihrem Geläut erfreut.
Es gibt noch viel mehr Fragen, auf die möglicherweise in irgendwelchen Archiven Antworten zu finden sind.



(Quellen:
Rektor a.D. Richard Wolf, Aus der Geschichte der Kirche zu Groß Lafferde, wie es ihren Glocken erging; Stadtbaumeister a.D. Adolf Nülle, Aus der Geschichte von Groß Lafferde; Pastor Ludwig Scharfe, Die Kirche zu Groß Lafferde; Kirchenkreis Peine, Die Feuersäule; Hauptstaatsarchiv Hannover Akte Hann. 83 II Nr. 7147, Umguss der geborstenen Glocke zu Groß Lafferde, 1818 – 1823); Ev.-Luther. Kirchengemeinde Eickenrode); Monatsbote für die Ev.- luth. Kirchengemeinde Langenhagen, 4. Jg. (1935) Nr. 12 und 5. Jg. (1936) Nr. 1 + 2.




Anhang


Über die Gießereien unserer Glocken (aus Wikipedia):

Firmenname Zeitraum Gründer /1. Bekannter Gießer Weitere bekannte Gießer / Inhaber Aktiv / historisch Bemerkungen
Harmen Koster, Hildesheim **) 1494 – 1520 nachweisbar historisch Schüler von Gerhard van Wou
Hans Ludwig Damm, Hildesheim Hans Ludwig Damm Heinrich Ludwig Damm historisch Name oft genannt, aber als Gießerei in HI nicht geführt
Verein für Gussstahlfabrikation (BVG, Bochum) 1842 – heute Jacob Mayer
Eduard Kühne historisch Ist im heutigen Krupp-Konzern aufgegangen. 1970 wurde die Glockenproduktion eingestellt.


**) Koster lässt sich seit 1494 als Gießer nachweisen (Glocke in Lauenstein, nicht erhalten). Seit 1503 war er Bürger in Hildesheim. Aus seiner Werkstatt stammen nicht nur zahlreiche noch zum Teil erhaltene Glocken im Harzvorland, sondern auch Geschütze, wie für die Stadt Hildesheim (1513).
Für die Michaeliskirche in Braunschweig schuf er 1501 ein Taufbecken. Die Glocke für Ilsenburg von 1520 ist sein spätestes bekanntes Werk. Nach Cord Mente in Braunschweig war Koster wohl der bedeutendste Gießer seiner Zeit in den Diözesen Hildesheim und Halberstadt. (Quelle: NDB/ADB Deutsche Biographie)

Anmerkung: Pastor Scharfe gab das Gewicht der abgelieferten Glocke mit 2.300 kg an. Laut Wiegeschein vom 17.07.1822 wog sie 37 Zentner 4 ½ Pfund nach Berliner Gewicht. Glockengießer Damm rechnete das in 4074 Pfund um. Setzt man ein Pfund zu 500 Gramm, dann ergäbe das 2037 kg (ohne Klöppel oder mit Klöppel?).
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