Eine kleine Geschichte der Bluegrass Music

von Peter Wroblewski aus Kötz | am 25.08.2009 | 421 mal gelesen | 0 Kommentare | 0 Bildkommentare | 11 Bilder
Rhonda Vincent & The Rage at the Grand Ole Opry
 
Die weltberühmte Bühne des Ryman Auditioriums in Nashville

Bluegrass Music –
eine wichtige Stilrichtung innerhalb der Country Music

Bluegrass Music ist eine der wichtigsten US-amerikanischen Volksmusikrichtungen und gehört zum breiten Genre der Country-Musik. Typischstes Merkmal ist das rein akustische Klangbild, das heutzutage aus Banjo, Fiddle, Mandoline, Gitarre, Dobro, Kontrabass und evtl. Gesang besteht. Die Mandoline und Gitarre ersetzen dabei das Schlagzeug und erzeugen perkussive "Chop"-Schläge auf dem Offbeat. Die Harmonien im Gesang sind meistens eng in Terz- und Quint-Harmonien geführt. Dabei wird abwechselnd der Vers gesungen und das Soloinstrument gespielt. Spielt die Mandoline ein Solo, dann übernimmt die Fiddle oder das Banjo die Aufgabe der Chop-Schläge.

Die Ursprünge
Bluegrass entstand in den Jahren 1937 bis 1945 in den Bergen von Kentucky und Tennessee. Zu dieser Zeit experimentierte der Mandolinenspieler Bill Monroe mit Old-Time-Fiddle- und Hillbilly-Stücken, angloamerikanischen Balladen, afroamerikanischer Tanzmusik und traditionellem Gospel-Harmoniegesang. Er formte daraus eine von Swing- und Blueselementen angereicherte Form der Country-Musik. Gegen Ende dieser Phase heuerte er den jungen Banjospieler Earl Scruggs an, der den Dreifinger-Stil seines Heimatstaates North Carolina zu hoher Geschwindigkeit und Präzision perfektioniert hatte und damit den Sound der Band erheblich dynamisierte. Die Band trug den Namen "Bill Monroe and his Blue Grass Boys", als Reminiszenz an den "Bluegrass State" Kentucky. Der Begriff Bluegrass bezeichnet die aufgrund des nährstoffreichen Bodens blaugrünen Blätter der verbreiteten Grasart Poa pratensis. Der neue Stil wurde von den Medien deshalb später als Bluegrass bezeichnet.
Der Bekanntheitsgrad der Blue Grass Boys wurde durch ihre Auftritte in der weithin hörbaren, wöchentlichen Radiosendung "Grand Ole Opry" aus Tennessees Hauptstadt Nashville gesteigert, bei der Bill Monroe von 1939 bis zu seinem Tode im Jahr 1996 Mitglied blieb. Zu ihrem frühen Repertoire gehörten der "Muleskinner-Blues" und der später auch von Elvis Presley gecoverte "Blue Moon of Kentucky". Mit Bill Monroes Gitarristen Lester Flatt gründete Earl Scruggs 1948 die Foggy Mountain Boys, die außer mit den damals unerreichten Banjoinnovationen noch mit originellen Texten und später auch mit der Dobro als Lead-instrument breitere Zuhörerkreise und auch das Fernsehpublikum erreichten. Weitere stilbildende Musiker des Bluegrass der Gründerjahre waren der Banjospieler Don Reno und die Brüderpaare Carter und Ralph Stanley, Bobby und Sonny Osborne, Jim und Jesse McReynolds und Bands wie Hylo Brown and the Timberliners.

Zeitgenössischer Bluegrass
Am Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre kam es vermehrt zu Auftritten von Bluegrassbands an Universitäten und bei Folkfestivals wie dem in Newport, Rhode Island. Durch diese Kontakte der eher kommerziell und südstaatlich geprägten Hillbillies mit einer bis dahin von "Ethnomusikologen" wie Alan Lomax, Charles Seeger und dessen Söhnen Pete und Mike Seeger getragenen Kulturmusikszene erwuchs dem Bluegrass nicht nur eine staatenweite Marktbasis, es kam auch zum Zustrom innovativer jüngerer Musiker wie Byron Berline, Bill Keith, Peter Rowan, Clarence White, Tony Rice und David Grisman.
Seit den späten 1960er Jahren greifen auch andere Musiker wie beispielsweise Grateful Dead den Bluegrass auf. Dadurch entstanden neue Stile wie "Newgrass" und "Jazzgrass". Anfang der 1980er hielt Bluegrass in einer poppigeren Version und teilweise auch mit Schlagzeuguntermalung wieder stärker Einzug in die kommerzielle Country-Musik, als der sogenannte Neo-Traditionalismus Einfluss gewann. Seit der Jahrhundertwende kamen weitere, neue Bluegrass-Bands auf, wie die Infamous Stringdusters, Old Medicine Crow Show oder die Watson Twins, die in ihrer Musik auch Old-Time und Americana vereinigen.

Die Rolle des fünfsaitigen Banjos im Bluegrass
Das 5-String-Banjo ist das unverzichtbare Instrument in allen Bluegrassbands. Während die meisten Banjospieler im Scruggs-style spielen, wurde von Bill Keith in den 60er Jahren der sogenannte Melodic Style entwickelt. Heute herausragender Musiker dieses Stils ist Béla Fleck.

Bluegrass heute
In den USA und auch international erfreut sich der Bluegrass seit Anfang der neunziger Jahre wachsender Beliebtheit. Der Soundtrack zum Film O Brother, Where Art Thou? dürfte dazu stark beigetragen haben. Zudem lässt sich über Internetradiostationen wie Bluegrasscountry.org die Musik weltweit hören. Seit 1991 existiert die International Bluegrass Music Hall of Fame, die von der International Bluegrass Music Association betrieben wird und jährlich stilprägende Künstler mit der Aufnahme in die „Bluegrass Hall of Fame“ ehrt
(Quelle: Wikipedia)

Bluegrass in der Region Günzburg-Ulm-Dillingen
Einige Mitglieder der „Country & Western Friends Kötz“ reisen nach 2005 und 2007 heuer zum 3. Mal im Rahmen ihrer Deep South Tour auch vom 27. September bis 4. Oktober zum Fan-Fest der IBMA-World of Bluegrass in Nashville, Tennessee. An diesem Wochenende sind über 60 namhafte Interpreten und Bands aus der amerikanischen Bluegrass-Szene live und hautnah zu erleben. Information zur dieser Reise unter www.cwf-koetz.de
Die „Country & Western Friends Kötz“ organisieren zudem vom 4. bis 6. September 2009 ein internationales Bluegrass-Meeeting im Kulturgewächshaus Birkenried bei 89423 Gundelfingen. Stargast aus den USA ist Amy Gallatin die mit dem Dobrovirtuosen Roger Williams und ihrer Band Stillwaters am Freitag, 4. September im Birkenried gastiert. Weiter Informationen hierzu ebenfalls unter www.cwf-koetz.de oder www.birkenried.de. Keep on pickin’ (Peter Wroblewski)

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