Judo in Äthiopien

Treffen mit dem obersten Polizeichef Äthiopiens, Asefa Abiyu links und Hannes Daxbacher rechts
 
Regina Daxbacher mit einem äthiop. Mädchen nach dem Training
Regina und Hannes Daxbacher auf Judo-Entwicklungshilfe

Für die Weiterentwicklung des humanitären Entwicklungshilfeprojektes „Judo for Ethiopians“ wurde Regina Daxbacher vom Polizei-SV Königsbrunn durch das Auswärtige Amt und den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als Judo-Expertin nach Äthiopien entsandt. Sie reiste im November zusammen mit ihrem Mann Hannes Daxbacher, der seit 2010 am Aufbau eines Judoverbandes in Äthiopien arbeitet, in das zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas.
Neben einigen großen Judolehrgängen mit bis zu 160 Teilnehmern, davon einem großen Anteil an Mädchen und Frauen, standen die Fortbildungen für angehende Übungsleiter auf dem Programm. Die zwei Königsbrunner Judoexperten standen bei diesen hohen Teilnehmerzahlen grundsätzlich im Team-Teaching gemeinsam auf der Judomatte oder in Ermangelung dessen auf dem Fliesen- oder Betonboden um das große Interesse am Judo zu stillen.
An den drei Außenstützpunkten Adama, Gondar und Bahir Dar konnte Judo als "neue Sportart" dargestellt werden. Der zuständige Sportminister der Amhara Region war so vom Judo überzeugt, dass er vehement für die Einführung von Judo eintritt.
Bei den Schulleitungen der Italienischen und Deutschen Schulen konnte die Königsbrunner Judo- und Sportlehrerin Regina Daxbacher großes Interesse für Judo wecken, Judo den Schülern anbieten und so "Judo an Schulen" implementieren. Diese beiden Schulen bieten nun Judo als festen Bestandteil an.
Der Königsbrunner Polizeihauptkommissar Hannes Daxbacher erhielt vom obersten Polizeichef der Ethiopian Federal Police, Director Commissioner Asefa Abiyu, eine persönliche Einladung. Im Ergebnis zeigte sich, dass die äthiopische Polizei gerne Judo in Theorie und Praxis für ihre Polizeibeamten anbieten möchte, um so ein milderes Mittel für Konfliktlösungen parat zu haben. Weiterhin stand ein Besuch in der Polizei-Akademie der Region Oromiya mit ca. 2.500 Polizeischülern auf dem Programm.
Inhaltlich konnten die beiden Königsbrunner Diplomtrainer wichtige Schritte in Richtung Qualitätsverständnis und v.a. zum Thema "Hygiene" tun. Ideen, Verbesserungen, Kritiken und Vorschläge wurden von den äthiopischen Judoschülern und Verantwortlichen bereitwillig angenommen.

In einem Land, in dem nicht alle Kinder uneingeschränkt die Schule besuchen können, bedeutet Judo auch eine besondere Möglichkeit sich persönlich weiter entwickeln zu können, die eine oder andere Stunde dem Alltag zu entfliehen und für die Zeit des Judotrainings vielleicht sorgenfrei zu sein.

Eine deutliche Bestärkung erfuhr das ehrenamtliche und humanitäre Projekt "Judo for Ethiopians" vom Direktor für Kultur des Äthiopischen Auswärtigen Amtes, Abiy Birhane mit der Aussage "Bitte machen Sie weiter!"

Für das humanitäre Entwicklungshilfeprojekt besteht ein großes politische Interesse sowie beste Unterstützung z.B. durch die Äthiopische Botschaft in Berlin und die Deutsche Botschaft in Addis Abeba.

Nicht nur der Weltjudoverband (IJF) sondern auch der Deutsche Judo-Bund (DJB), der Bayerische Judo-Verband (BJV) und der Dachverband der Polizeisportvereine Deutschlands (DPSVD), die u.a. mit verschiedenen erfolgreichen Spendenaufrufen für Judo-Materialien zu Gunsten Äthiopiens aufgerufen hatten, bringen sich für Judo in Äthiopien ein. Mit Unterstützung der Andreas Schmid Logistik, des Deutschen Olympischen SportBundes (DOSB) und des Auswärtigen Amtes konnte im Herbst 2013 ein Container mit gebrauchten Judomatten und gebrauchter Judobekleidung auf den Weg nach Addis Abeba gebracht werden.
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Ali Kocaman aus Donauwörth | 29.12.2013 | 15:25  
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