Die Weihnachtswichtel zu Köln und der Sieg über die Gerechtigkeit

  Köln: Weihnachtsmarkt | Auf dem Markt der Heinzel stand eine Gruppe niederländischer Touristen am Lebkuchenstand und Blinki und Flinki schauten ihnen zu, wie sie die leckeren Lebkuchen und Aachener Printen kauften.

Plötzlich sahen sie, wie ein Mann, der mit einer Mütze und Schal bekleidet war, an die Gruppe herantrat: „Guck mal Flinki, er steckt seine Hand in die Manteltasche der Holländerin!“

Kaum hatte Blinki dies ausgesprochen, hatte er die Hand bereits wieder herausgezogen und etwas in seiner Jackentasche verschwinden lassen.

„Der hat geklaut!“ rief Flinki nun laut. Niemand am Stand konnte die beiden Weihnachtswichtel hören oder sehen. Nur die Tiere konnten jedes auf seine Art, die Wichtelmännchen wahrnehmen.

So kam es das ein Vogel auf dem Dach saß und genau verstand was Flinki rief. Der Vogel blickte herunter und piepste den Wichteln zu: „Wer war es?“ Blinki und Flinki konnten glücklicherweise die Vögel verstehen und Blinki deutete auf den Mann, der sich vorsichtig von der Gruppe entfernte.

Die Holländerin hatte einiges an Leckereien zusammengestellt und wollte diese nun bezahlen.

Sie griff in ihre Tasche und wurde bleich im Gesicht. Sie griff in ihre andere Manteltasche und auch dort war nicht, was sie suchte. Augenblicklich kreischte sie laut: „Zij hebben mij bestolen!“, was so viel hieß, wie, „Sie haben mich bestohlen!“ Der wahre Dieb war mittlerweile nicht mehr am Stand und so fühlte sich der Holländer neben ihr angesprochen und sagte:“Ben jij nog normaal? Ik heb niet gestolen!“ Ob sie noch normal sei und er habe sie nicht bestohlen, waren seine Worte und sie kreischte weiter. „Nee, ik weet het niet. Mijn beurs is weg!“ Natürlich wußte sie nicht wer es war und dass es ihr Portemonnaie war hatten sich Blinki und Flinki bereits gedacht.

Dass war natürlich überhaupt nicht schön und es würde wieder einmal ein schlechtes Licht auf Köln und seine Märkte werfen. Immerhin hatte man in den letzten Jahren vermehrt Taschendiebe auf den großen Veranstaltungen, auch auf den Weihnachtsmärkten bemerken können und die beiden Wichtel wussten, hier mussten sie helfen, um den Markt der Heinzel nicht in Verruf zu bringen. Denn wenn sie eines nicht leiden konnten, dann war es die Ungerechtigkeit.

„Vogel, siehst du ihn noch?“ „Ja!“ antwortete er. „Gut, dann flieg ihm hinterher und wir folgen dir auf dem Boden.“ Gesagt, getan. Der Vogel erhob sich von der Lebkuchenbude und flatterte los. Blinki & Flinki rannten ebenfalls los. Sie hatten ein wenig Mühe ihm zu folgen, denn der Markt war sehr voll und sie mussten richtig Slalom laufen, zwischen all den vielen Füßen.

Am Lebkuchenstand fragte die Budenbesitzerin die holländische Touristin, ob sie die Polizei rufen sollte. Diese war nur sehr schwer zu beruhigen und schimpfte bereits heftig auf die vermeintlichen Diebe.

Der Mann war mittlerweile bis zur Ecke des Weihnachtsmarktes gegangen, an der es zur Bahn ging und der Vogel kreiste über ihn. Gerade als er die Geldbörse aus seiner Tasche zog, kamen auch Blinki und Flinki bei ihm an und schon öffnete er das Portemonnaie und wollte die vielen Scheine heraus ziehen. Doch kaum hatte er sie zwischen seinen Fingern, da flog der Vogel zu ihm herunter und pickte danach. Die Wichtelmännchen knoteten, während der Vogel den Mann attackierte, seine Schuhbänder zusammen, so das er wenn er weglaufen wollte, hinfallen würde. Flinki kletterte dann zu ihm hinauf und half dem Vogel, um dem Mann die Diebesbeute zu entreißen. Er schlug nach dem Vogel und dabei fiel ihm die Börse aus der Hand. Blinki schnappte sie sich und lief ein Stückchen Richtung Heinzelmarkt zurück. Der Mann wollte hinterher und fiel der Länge nach auf die Nase. Durch dieses Geschehen wurden die Leute aufmerksam und schauten ihm zu, wie er sich wieder aufrichten wollte und wieder stolperte. Es dauerte etwas, bis er begriffen hatte, dass seine Schuhe mit den Schnürsenkeln verbunden waren. Er fluchte und schimpfte laut. Diesen Tumult konnten nun Blinki und Flinki nutzen um in Windeseile zu zweit, die Geldbörse zurück an den Lebkuchenstand zu bringen. Sie schubsten sie unter den Stand und der Vogel flog nun dorthin und zog sie mit seinem Schnabel ein Stückchen hervor, so dass die Touristengruppe, die noch immer dort war und jetzt auf das Eintreffen der Polizei warteten, diese sehen mussten. Ein kleines Mädchen erblickte sie zuerst und rief: „Tante Griet, kijk daar beneden. Is dat niet jou beurs?“ Die mit Tante Griet angesprochene schaute auf den Boden und diesmal wurde sie rot statt blass im Gesicht:“Ja zeg, wie komt die dan daar te liggen?“ Blinki und Flinki die Kölner Weihnachtswichtel wussten sehr gut wie diese dahin kam, doch dies wusste außer den Beiden nur der Vogel, der nun wieder oben auf der Bude saß und den Markt überblickte.

Kurz darauf traf die Polizei ein und die Frau sagte ihnen, sie habe eigentlich fest daran geglaubt, bestohlen worden zu sein und sei sehr überrascht gewesen, die Börse unter der Bude am Boden wiederzufinden. Der Vogel zwitscherte den Wichteln zu, sie sollten doch einmal hinauf kommen. Als die zwei oben neben ihm waren konnten sie sehen warum, der Mann wurde gerade von Polizisten abgeführt und mehrere Wichtel tanzten um ihn herum. „Was ist denn da los?“

Die Touristin sagte nun glücklich:“Kan ik toch nog alles betalen!“ und bezahlte schnell. Die Polizisten lachten als die Holländerin immer wieder den Kopf schüttelte und es einfach nicht begreifen konnte, wie die Börse da unten hingekommen war. „Naja vielleicht waren es ja die Heinzelmännchen!“ sagte nun einer der Polizisten. „Immerhin sind wir auf dem Markt der Heinzel“ sagte die Lebkuchenfrau aus ihrer Bude heraus.

Am späten Abend, als die Schausteller ihre Geschäfte zugemacht hatten, die holländischen Touristen mit ihrem Bus längst wieder nach Hause gefahren waren und der Vogel sich schon zur Ruhe auf einen Baum begeben hatte, trafen sich die Weihnachtswichtel mit ihrer großen Wichtelfamilie am alten Karussell und erzählten sich ihre Tagesabenteuer und gute Taten.

Als Flinki vom Dieb berichtete, dem sie die Schuhe verknotet hatten, da lachte eine kleine Wichtelgruppe laut. „Ach ihr beiden ward das! Habt ihr gut gemacht, das war ein Dieb, der hatte vorher einigen Leuten an der Eisbahn Geldbörsen und Handys gestohlen und wir konnten ihn am Boden liegend wiedererkennen. Damit er nicht weg kam, sind wir um ihn herumgetanzt und dann haben wir Handys und Börsen aus seiner Jacke gezogen und auf den Boden gelegt und die Leute erkannten ihr Eigentum. Dann haben sie die Polizei gerufen und die haben ihn dann mitgenommen.

Die Weihnachtswichtel saßen an dem Abend noch lange zusammen, sie waren sehr froh, dass sie heute der Gerechtigkeit zum Sieg verholfen hatten.

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Elisabeth van Langen aus Köln | 14.12.2013 | 21:58  
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