THE BLACK HAWKS - Oldieband gibt nach 20 Jahren Abschiedskonzert

 
Handballer-Dämmerschoppen unter dem Hexemturm 2008
Ich beschreibe unsere Band gerne scherzhaft mit den Worten: „Bei uns hört man nicht nur Oldies, bei uns sieht man auch welche.“

Es gibt doch noch ein Abschiedskonzert für die BLACK HAWKS. Einige Fans lassen auch zwei Jahre nach dem plötzlichen Aus nicht locker. Wenn der Arzt dem Chefsänger absolute Stimmband-Schonung verordnet, muss das umgesetzt werden. Es kam uns allen irgendwie ja etwas plötzlich und früh - aber wir haben sozusagen bei einer notgedrungenen Gelegenheit Schluss gemacht. Aber jetzt haben wir das Singen neu verteilt und uns die passenden Lieder zusammengestellt. Jetzt wird kräftig geprobt und am Samstagabend, am 22. November 2014, ist es dann bei Dirk Wolf in der SONNE in Kirchhain soweit.

Vor so ziemlich genau 20 Jahren hatte Sabine Merte aus Dilschhausen eine Kleinanzeige in Auftrag gegeben. Wer an der Gründung einer Oldieband interessiert ist, sollte in das Gemeinschaftshaus in Dilschhausen kommen. Da bin ich dann noch mit dem Schlagzeug hin. Sabine Merte mit ihrem Keyboard, Thomas Nofz aus Breidenstein mit seiner Akustikgitarre und ich wollten weitermachen.
So ein Schlagzeug ständig auf- und abbauen und im Auto verstauen – schrecklich. Ich hatte einen E-Bass zu Hause und ran ging es. Schon nach kurzer Zeit akzeptierten mich die anderen als Bassisten, zumal ich als den Jörg Hamel – Sohn meines Bruders und mein Patenkind – als Schlagzeuger präsentieren konnte.
Der schnelle Umstieg auf den Bass war auf drei Säulen aufgebaut. Zuerst lernte ich das Griffbrett auswendig und nutzte, egal, wo ich war, jeden Leerlauf für geistige Übungen auf gedanklich vorgestellten Saiten. Lehrerkonferenzen können einen da ganz gut voranbringen. Dann hatte ich einen bereitwilligen Thomas, der so geduldig war, mir etwas zu erklären und mir so manchen Lauf mal schnell zu diktieren. STAND BY ME, KNOCKING ON HEAVENS DOOR, SMOKE ON THE WATER, HEY JOE, …... Über die dritte Säule habe ich mir jetzt lange den Kopf zerbrochen. Mir fällt einfach der Name des jungen Mannes aus Schönbach nicht ein, ein Bassist, der damals eine Arbeit bei der Technik des Marburger Theaters anstrebte. Der musste auf meinen Wunsch hin seinen Unterricht so gestalten, dass wir die aktuell neuen Lieder im Repertoire der Black Hawks am CD-Player durchgegangen sind. MR. TAMBOURINE MAN, CALIFORNIA BLUE, ….
Aber schon bald konnte ich die Oldies irgendwie selbst arrangieren.

Außer dem Namen des Schönbacher Bass-Man fehlen mir leider auch die Fotos von den letzten 10 Jahren der Band. Ich war so vermessen, zu denken, dass ich auf das Sichern durch das Brennen auf CD oder DVD verzichten könnte. Lieber wollte ich mit einer Riesenfestplatte immer bequemen Zugriff haben... aber ratter, ratter, Festplatte kaputt.
Ich merke gerade, dass mein Bericht über unsere Oldieband ziemlich persönlich wird – ist aber auch ganz normal.

Die Proben in einem Bürgerhaus-Saal waren natürlich nichts von Dauer, so sind wir dann auch in meinen Keller in Kirchhain umgezogen.
Irgendwann bald sind Jürgen Franke und Peter Stoll mit ihren Gitarren dazu gekommen. So konnte es auch weitergehen, als die Liebe unseren „Kopf“ Thomas, die Stimme und die Gitarre der Black Hawks, plötzlich nach Hannover gerufen hatte. Dort ist er als Koch tätig und ist im eigenen Haus ein liebevoller Vater, der hobbymäßig im Internetradio www.radio-zoom.de Sendungen moderiert. Gründerin Sabine ist damals auch ausgeschieden. Beruf, Heirat, Kinder.

Unsere Ambition war immer die Hausmusik. Wir Späteinsteiger und dann lästige Termine bis in den frühen Morgen, das war nichts für uns. Aber irgendwann ging es auch einmal raus aus dem Keller und unsere Lehrerkollegen der AWS in Kirchhain wurden beglückt. Dieser Termin im Schützenhaus in Stausebach hatte noch einige Wiederholungen. Regelmäßig ging es auch an den Edersee, wo im Biergarten der Wirtschaft ZUR FÄHRE auf der Halbinsel Scheid der WOOLY BULLY los war und der SPEEDY GONZALES sein mexikanisches Girl zum Weinen gebracht hat. Dort ist ein paar Jahre lang auch Thomas Nofz mit Familie und Freunden hingekommen und wir haben zusammen musiziert. RUNRIG (Thomas hat uns mit der schottischen Band infiziert) und eine „Südamerika-Runde“... ONCE IN A LIFETIME.... LA BAMBA....... schallten dann über Campingplätze und den See.
Die Gastronomie auf Scheid ist ein reines Saisongeschäft und hat es deswegen besonders schwer. So war eines Tages das Ende der FÄHRE da – sie steht immer noch leer.
Außer diesen öffentlichen Auftritten zum Spaß von uns und unseren Fans waren wir auch auf zahlreichen privaten Feiern dabei. Fasst hätte ich die Rosenmontage bei Gisela in deren Wirtschaft auf der Röthe vergessen. VIVA COLONIA.... aber ich war immer froh, wenn die paar Karnevals-Proben-Abende vorbei waren.

Zur heutigen Besetzung ist es dann im Frühjahr 2004 gekommen. Ende Januar konnte ich nach einem Geburtstagsauftritt beim SALZWIRT in Erksdorf meine Basscombo kaum noch schleppen und in Kirchhain wieder ausladen. Muskel- und Gelenkschmerzen mit Krankschreibung und Aufenthalt in einer orthopädischen Kur. Während dieser Zeit ist mein Bruder Herbert als Bassist eingesprungen und anschließend als Solo-Gitarrist geblieben. In die Zeit meiner Abwesenheit fällt auch eine legendäre Fahrt der Band zu einem Auftritt in die ehemalige DDR, leider ohne mich.

Bei den BLACK HAWKS – der Name ist eine bleibende Hinterlassenschaft unseres Thomas' – war und ist die harmonische Kameradschaft Bestandteil des Programms.

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