Hohenstein sucht Lebensretter für dreijährige Paloma

Die dreijährige Paloma braucht einen Stammzellspende, um von Leukämie geheilt zu werden.
 
Unter der Kostenfreien Hotline 0800 - 76 67 724 sind Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung erreichbar.
Hohenstein: Feuerwehr |

Rasend schnell verbreitet sich die Nachricht über die Erkrankung des Mädchens in Hohenstein. Um zu helfen ziehen viele an einem Strang: Gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung rufen sie zur Typisierung auf, planen ein Motorrad-Korso zur Typisierungsaktion, verkaufen Kuchen, springen Seil, tanzen Zumba, starten einen Spendenmarathon, rufen zu Spenden auf – Jeder kann helfen, um die Suche nach dem passenden Stammzellspender für Paloma zu unterstützen. Am Mittwoch, 18. Juni, 18 Uhr, kann man sich bei der Info-Veranstaltung der Stefan-Morsch-Stiftung in Hohenstein bei der Feuerwehr, Am Kindergarten 4, über das Thema Stammzellspende und die Typisierungsaktion informieren.

Seit Mitte Mai arbeitet ein Team um Kerstin Eichmann, einer Nachbarin von Palomas Familie, daran die Typisierungsaktion und viele Benefizaktionen zu koordinieren. Ungebrochen läuft seitdem die Hilfsaktion, die immer mehr Menschen unterstützen. Allein am vergangenen Wochenende kamen dank dem Einsatz von Freunden, Vereinen, Unternehmen, Sportlern, der Gemeinde Hohenstein und zahlreichen Helfern bei dem Rad-Erlebnistag „Fahr zur Aar“ mehr als 6000 Euro Spendengelder zusammen. Frank Becker, der Ortsvorsteher von Holzhausen startete mit einer Gruppe Läufern einen Spendenmarathon. 3200 Euro liefen sie zusammen. Der Energieversorger SÜWAG lud zum Seilspringen für Paloma ein. Und die Kinder hüpften und hüpften und hüpften. So kamen 1600 Euro an Spenden zusammen. Der Verpflegungsstand der Borner Kerbegesellschaft sammelte 800 Euro Spenden. Mit dem Verkauf von Kuchen nahm der G. T. E. V. Huiberg Weiß-Blau und der Kindergarten Holzhausen 430 Euro ein und die Wiesbadener Volksbank spendete 200 Euro und ein Helfer verteilte Spendendosen. Am Sonntag, 15. Juni findet die nächste Benefizaktion für Paloma statt: Zumba meets Yoga. Kerstin Eichmann ringt überwältigt nach Worten: „Unbeschreiblich!“

Emil Morsch, Gründer der Stefan-Morsch-Stiftung, erklärt, warum Geldspenden wichtig sind: „Es gibt im deutschen Gesundheitssystem kaum öffentliche Mittel für die Typisierung von neuen Spendern. Auch die Krankenkassen dürfen nach den geltenden Sozialgesetzen die Kosten der Ersttypisierung von Spendern nicht übernehmen. Für die Neuaufnahme eines Spenders entstehen der Stefan-Morsch-Stiftung Kosten in Höhe von mehr als 50 Euro. Die Stammzellspenderdatei finanziert diese überwiegend aus Spenden.“

Daniel Bauer, der Bürgermeister von Hohenstein, der sich als Schirmherr der Veranstaltung zur Verfügung stellt, freut sich über den Einsatz, den nicht nur die Bürger der Stadt, sondern auch seine Amtskollegen aus dem ganzen Kreis zeigen. Er ist als Stammzellenspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registriert: „Wichtig ist, dass sich am Sonntag, 29. Juni, von 11 bis 15 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus in Hohenstein-Holzhausen ganz viele junge Menschen als Stammzellspender registrieren lassen.“ Am Mittwoch, 18. Juni, 18 Uhr, kann man sich bei der Info-Veranstaltung der Stefan-Morsch-Stiftung in Hohenstein-Holzhausen bei der Feuerwehr, Am Kindergarten 4, über das Thema Stammzellspende und die Typisierungsaktion informieren.


Über die Stefan-Morsch-Stiftung



Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Seit fast 30 Jahren bietet sie Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Täglich werden Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der stiftungseigenen Spenderdatei von ca. 380 000 potentiellen Lebensrettern weltweit vermittelt. Die Stiftung ist Ansprechpartner für Patienten und ihre Angehörigen und bietet ihnen finanzielle Hilfen. So können ungedeckte Kosten des Patienten, die durch eine Leukämie-Erkrankung entstanden sind und zu einer wirtschaftlichen Notlage geführt haben, übernommen werden. Als gemeinnützige Organisation ist die Stefan-Morsch-Stiftung auf Spendengelder angewiesen. Weitere Informationen gibt es unter www.stefan-morsch-stiftung.de oder unter der kostenlosen Hotline 0800 – 76 67 724.


Häufige Fragen:



Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient einen passenden Spender findet?
Die Wahrscheinlichkeit, für einen Patienten einen kompatiblen Stammzellspender zu finden liegt in der Größenordnung von 1 : 10.000 und 1 : 1.000.000 und ist abhängig von den Gewebemerkmalen (HLA-Merkmalen) des Patienten. Je genauer die Übereinstimmung zwischen den Merkmalen dieses DNA-Teilstückes des Spenders und denen des Patienten ist, umso größer sind die Erfolgsaussichten für eine Stammzelltransplantation.

Ab welchem Alter kann man sich typisieren lassen?
Jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren kann sich als Stammzellspender registrieren lassen. Mit dem Einverständnis der Eltern kann man sich bereits ab 16 Jahren typisieren lassen. Die Eltern sollten dann die Einverständniserklärung mit unterschreiben.

Warum liegt das Typisierungsalter bei der Stefan-Morsch-Stiftung bei 40 Jahren?
Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren registrieren lassen. Das Höchstalter für eine kostenlose Neuaufnahme haben wir für unsere Datei so festgelegt, da wir wissen, dass Spender, die älter als 40 Jahre sind, nicht mehr oder nur noch sehr selten von den Transplantationszentren als Spender angefordert werden. Das liegt unter anderem daran, dass sich mit zunehmendem Alter die Zellteilung verlangsamt und die Beschwerden zu nehmen. Deshalb bitten wir, Spender, die älter als 40 Jahre sind, einen Beitrag für die Typisierungskosten zu leisten. Denn als gemeinnützige Organisation finanzieren wir die Registrierungen aus Spendengeldern. Und diese Gelder wollen und müssen wir so verantwortungsvoll wie möglich einsetzen.

Kann man es sich auch anders überlegen?
Ja. Die Entscheidung zur Spende ist freiwillig und kann jederzeit ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Allerdings sollte sich jeder Spender schon vor der Aufnahme in die Datei gut informieren und eingehende Gedanken machen, ob er sich tatsächlich einmal als Spender zur Verfügung stellen möchte. Sobald die vorbereitende Phase zur Transplantation für den Patienten beginnt, kann der Patient ohne die "neuen", gesunden Stammzellen des Spenders nicht überleben. Ein Rücktritt zu diesem Zeitpunkt ist möglich, hätte aber fatale Folgen für den Patienten.

Ich bin bereits typisiert. Soll ich nochmal?
Wer bereits typisiert ist, sollte sich nicht noch einmal registrieren lassen. Egal, wo er registriert ist, die Daten aller Stammzellspenderdateien stehen anonymisiert über das deutsche Zentralregister des ZKRD für weltweite Suchanfragen zur Verfügung. Wer mehrfach registriert ist, würde als Mehrfach-Treffer erscheinen und so zunächst den Eindruck erwecken, es gäbe mehrere Spender zu Auswahl. Letztendlich wäre das eine trügerische Hoffnung. Wer schon typisiert ist, sollte jedoch überlegen, ob die Spenderdatei noch die aktuellen Kontaktdaten hat.
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