Spätsommertag an der Lahn und ihrer Aue

  Heuchelheim: Deutschland | Heute nehme ich Euch auf meinen Spaziergang an der Lahn und ihrer Aue mit. Morgens geht es raus, bevor die Mittagsonne einem das Wasser aus allen Poren jagd.
Durch die Maisfelder geht mein Weg über die Brücke der Bieber in die Streuobstwiesen der Lahnaue. Ich dachte mir, dass so früh noch keiner unterwegs ist. Dieser Gedanke war falsch. Viele Menschen nutzen jetzt die Morgenstunden für ihren langen Spaziergang mit ihren Freunden auf 4 Pfoten. Das Gras in den Wiesen ist noch feucht vom Morgentau. Der Feldweg ist hart und von der Hitze der letzten Tage ausgetrocknet und staubig. In den Streuobstwiesen leuchten die reifen Früchte in den Bäumen. Manch ein Vogel erfreut sich am Fallobst. Einige Pferde dösen im Schatten eines Apfelbaumes. Ihre Hufe haben unter dem Baum keinen Grashalm stehen gelassen. Staubtrocken, ideal für ein Staubbad. Man erkennt deutlich, wo die Tiere die meiste Zeit verbringen. Das Fell glänzt im Licht der Spätsommersonne. Herrliche Tiere denke ich mir. Ich gehe weiter in die Aue. Dort, wo sich eine größere Weidefläche erstreckt, sind kleine Bauminseln zu sehen. Hier finden Rebhuhn und Feldhase genügend Platz und Deckung. Ich entdecke eine Gruppe Vögel, die auf dieser Weide nach Futter suchen. Es sind viele Tiere. Immer wieder fliegen sie auf, um nur einige Meter weiter wieder zu landen. Weiter geht es zur Mündung der Bieber. Man kann das Rauschen des Baches deutlich hören. Der Bach selbst versteckt sich noch im Grün der Uferpflanzen. Ein kleiner Weg führt zu den Trittsteinen. Stein für Stein geht es auf das andere Ufer. Am Bach tanzen Libellen. Eine friedliche Stimmung umgibt mich. Ich genieße diese warme Luft und den Duft wilder Blumen. Jetzt geht es weiter auf den R7, der an der Lahn entlang führt. Die ersten Radfahrer lassen nicht lange auf sich warten. Auch auf der Lahn sind die ersten Kanus unterwegs. Langsam bekommt die Sonne richtig kraft und es wird deutlich warm. Im Schatten der Bäume zwitschern einige Vögel. Schmetterlinge suchen nach Blüten. Diese friedliche Stimmung lädt zum Träumen ein. An der neuen Kropbachmündung entdecke ich das neue Geländer. Jetzt kann man sich ruhig anlehnen, wenn man in Heuchelheims kleinen Urwald schauen will. Licht und Schatten spielen hier fangen. Der kleine Bach ist ausgetrocknet, was selten vorkommt. Mein Weg führt mich zur Fischtreppe. Die dicken Steine sind deutlich zu sehen. Im Wasser glitzern die Sonnenstrahlen und sorgen so für einen grandiosen Auftritt. Im Wasser steht ein weißer Schwan, dessen Gefieder leuchtet im glitzernden Wasser. Ich setze mich einen Augenblick auf die bereits aufgewärmten Steine am Ufer und beobachte das Tier. Es scheint, als ob er wüsste, dass er in diesem Moment der Star auf dem Fluss ist. Romantisch ist dieser Moment und doch ist es wirklich nur ein Moment, den man genießen kann. Plötzlich fliegt etwas Blaues an mir vorbei. Kann das sein? Sollte ich jetzt wirklich meinen ersten Eisvogel ablichten können? Mit der Kamera suche ich die Böschung ab. Wo ist er hin? In einem Buch, direkt am Wasser finde ich ihn. Er ist weit weg, aber er sitzt und wartet. Tatsache, ich habe mein Erstes Eisvogel Foto. Glücklich und zufrieden, aufgetankt mit guter Laune mache ich mich auf den Weg nach Hause. Es wird echt heiß. Am kleinen See erwarten mich die nächsten Darsteller. Familie Nilgans ist auf dem abgeernteten Getreidefeld unterwegs. Eines der Elterntiere beginnt sein schnattern. Es hört sich an wie links, rechts, links, rechts. Ich bekomme ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert. Die Jungtiere beginnen genau in diesem Takt in Richtung See zu watscheln. Baden befohlen! Familie Nilgans holt sich Abkühlung im See. Kurz darauf kommt eine Gruppe Hundespaziergänger. Auch die Hunde gehen ins Wasser. Die Gänse stört es nicht, sie scheinen einander zu kennen. Kein Bischen kümmern sie sich.
Mir wird es zu warm. Also ab nach Hause. Ich bin nicht lange Zuhause da gibt es die Abkühlung von oben. Ein kräftiges Gewitter schenkt Wasser und kühle Luft. Nach dem Regen scheint die Natur gleich durchzuatmen. Die Wolken bekommen ein tolles Farbenspiel, was mich wieder nach draußen lockt. In der Dämmerung erscheinen die Farben noch schöner. In der Wiese liegt Nachbars Mietze auf der Lauer. Sie ist ein erfolgreicher Mäusejäger. Langsam geht die Sonne unter und der Tag findet seine Ruhe in einem tollen Abendrot. Ein schöner Spätsommertag in der Natur.
So schön kann ein Spätsommertag sein.
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3 Kommentare
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Rosmarie Gumpp aus Ellgau | 30.08.2016 | 09:16  
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 30.08.2016 | 11:41  
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Werner Szramka aus Lehrte | 30.08.2016 | 12:11  
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