Familie Fuchs gesucht

  Heuchelheim: Deutschland | Ich schaue aus dem Fenster und kann kaum glauben, was ich sehe. Da ist etwas am Himmel. Etwas, was sich schon lange hinter Nebel, Regen und Sturm versteckt hat. Sonnenstrahlen fallen in meine Wohnung ein und locken mich in die Lahnaue. Klasse, Sonne an meinem freien Tag. Mal sehen, ob Herr oder Frau Fuchs zuhause ist. Ich schnappe mir meine Kamera und meine Jacke. Mein Hund schaut mich an und möchte eigentlich mit, aber der Opa wird diesen Spaziergang nicht mehr schaffen. Erst eine kurze Runde mit meinem treuen Begleiter und dann die große Runde für mich. Langsam muss ich mich daran gewöhnen. Der Tag des Abschieds kommt immer näher. Der Gedanke daran macht mich traurig. Ich gebe ihm noch einen Kuss auf die Fellnase, bevor ich losgehe. Ich hole tief Luft. Die Luft ist noch recht kalt. Die kleinen Pfützen sind noch gefroren von der Nacht, aber die Sonne hat schon Kraft. Haselnuss und Weide blühen, die ersten grünen Blätter an der Hecke sind zu sehen und in der Wiese leuchten kleine blaue Blümchen. Ich schließe meine Augen und lege meinen Kopf in den Nacken. Die Sonnenstrahlen kitzeln auf der Haut. Ist das schon ein bisschen Frühling? Ich lausche den Vögeln. Ein tolles Konzert. Noch mal tief Luft holen und Energie tanken. Ich wandere auf meinem Weg entlang der Lahn. In den Hecken und auf einem Baum sitzen Stare. Laut ist es unter diesem Baum. Es sind viele Vögel, die um die Wette singen. In der Wiese an der Lahn steht noch etwas Wasser. Jungschwäne weiden zwischen den Graugänsen. Es wäre friedlich, wenn die Stare nicht so laut singen würden. Ein leichtes Grinsen kommt in mein Gesicht. Frühling kommt bald. Noch ein bisschen weiter, dann kommt die Stelle, wo mich Fuchs gerne überrascht. Diesmal habe ich die Kamera an, den Finger auf dem Knopf, die Einstellung, die hoffentlich passt und die Hoffnung meinen Fuchs heute aufs Bild zu bekommen. Der erste Jogger rennt an mir vorbei, die Radfahrer sind auch schon da. Das wird wohl nichts mit dem Fuchs, denk ich mir. Ich biege ab Richtung See. Auf der Wiese toben einige Hunde. Lebensfreude pur,geht mir durch den Kopf. Ich denke wieder an mein Fleckenmonster, an die tolle Zeit die ich mit im in dieser Liegewiese am See hatte. Ich schaue Richtung Sonne und hoffe das die warmen Strahlen meine aufkommende Traurigkeit wegschieben. Mein Blick in die Wolken gibt mir ein Geschenk. Ein Turmfalke steht im Rüttelflug über der Wiese. Ein fantastisches Bild. Die Flügel schlagen schnell und der Schwanz ist breit gefächert. Er gleicht aus und steht in der Luft. Kurze Pausen und er dreht kurz ab, um wieder an einer anderen Stelle im Rüttelflug die Wiese nach Mäusen abzusuchen. Meine Gedanken sind beim Jäger. Aus dieser Höhe die Bewegung einer Maus sehen zu können. Ein toller Gedanke. Plötzlich klappt er die Flügel ein und stürzt nach unten. Kurz vor dem Boden breitet er die Flügel aus und die Beine streckt er weit nach vorne. Er scheint erfolgreich gewesen zu sein. Mit dem Schnabel hackt er auf etwas kurz ein. Er gönnt sich ein paar Happen, bevor er mit seiner Beute in einen hohen Baum verschwindet. Nur ein Paar Meter weiter steht ein Graureiher. Auch er sucht die Wiese nach Fressbarem ab. Der Wind bläst dem Vogel ins Gefieder, der mit langen Schritten über die Wiese schreitet. Ab und zu bleibt er regungslos stehen. Wie ein Standbild, starr und konzentriert ist der Blick in die Wiese. Der Wind bläst mir auch ins Gesicht. Puh mich fröstelt etwas. Ich schaue auf die Uhr und erschrecke. Es sind schon 2 Stunden vergangen. Also nichts wie ab nach Hause und einen schönen heißen Kakao zum Abschluss genießen. Ich fühle ein kleines Glücksgefühl. Glücksgefühl oder Frühling? Ich kann es nicht recht zuordnen aber es ist schön. Ich hoffe, ich konnte den ein oder anderen mitnehmen auf meine Tour in die Natur.
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3 Kommentare
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Katalin Thorndahl aus Hamm | 17.02.2016 | 23:03  
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Nicole Freeman aus Heuchelheim | 18.02.2016 | 09:04  
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Rainer Bernhard aus Seelze | 22.02.2016 | 07:05  
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