29. Martinsmarkt in Heuchelheim

Heuchelheim: Gießen | Es ist wieder soweit. Heuchelheim feiert den Martinsmarkt am 8.11.2015. Wie immer ist der Eintritt frei und es wird wieder die unterschiedlichsten Martstände geben. Von Deko über Kleidung bis hin zu Musik und Speisen. Um 9:30 beginnt der Gottesdienst in der Martinskirche nach dem der Markt um 10:30 dann eröffnet wird. Der Heuchelheimer Martinsmarkt ist ein noch recht junger Markt, der sich bei vielen Bürgern bereits fest in den Kalender eingetragen hat. Heuchelheim hat keine Stadtrechte und somit kann Heuchelheim auch nicht auf eine Lange Markttradition zurück blicken wie z.B. Grünberg oder Wetzlar. Aber auch zum Heuchelheimer Martinsmarkt gibt es eine erste Marktordnung die man im Heuchelheimer Heimatmuseum anschauen kann. Bei der Gründung des Marktes sollte es wohl den Anschein haben als sei es eine lange Tradition diesen Markt zu halten. Man bediente sich einer alten deutschen Sprachweise.
Ich habe die Marktordnung des Heuchelheimer Martinsmarktes für euch :

MARKTORDNUNG FÜR DEN MARTINSMARKT
1. Auf diesem Markt ist Handel nur mit der Lizens des
Oberhauptes dieses Dorfes erlaubt. So hohe
Marktkommision das will, muß die Lizens
vorgezeigt werden.

2.Ein jeder Krämer, Wirt und Handelsmannist gehalten,
sein Gewerbe ehrbar, rechtschaffen und ohne
Schaden für den anderen ausüben.

3.Mit Strafe muß einjeder rechnen, der belüget oder
betrüget. Ein jedes Gewicht muß immer gleich sein.
Alle Krämer sind gehalten zu zahlen wie es sich für
rechtschaffene Leut gezimet.
Wein, Bier und sonstige Tränke sollen bis zu Eiche
stehen.

4.Verboten ist die Wucherei.

5. So ein Käufer zuviel des Geldes gibt ist ihm
zurückzugeben bis der Preis stimmt.

6. Die Handelsleut seien gewaschen und sauberen
zustandes, vor allem bei den Händen und wenn sie
Speiß und Trank verkaufen.

7. Das gemeine Volk und Puplikum möge nicht
krakeelen und pöbeln und sich nicht der Trunksucht
hingeben.

8. Den Kindern ist der Verzehr von Alkoholica nicht
erlaubt.

9. Wo Gaukler,Radschläger, Sänger und Musikanten
ihre Kunst feilbieten hat ein jeder zur Seite zu
treten.

10. Jeder Dieb wisse, daß er auf das strengste bestraft
werde.

11. Wo solche Ordnung nicht eingehalten wird, ist die
hohe Kommission zu unterrichten.
Der Marktmeister bestimmt sodann an Ort und
Stell die Strafe.

So geschehen zu Heuchelheim im Jahre des Herrn
1987 am 8. Tage des November.

Der Sprachstil dieser Marktordnung ist älter als der Markt selbst. Warum der Markt Martinsmarkt genannt wurde liegt fast auf der Hand. Für Heuchelheim hat Sankt Martin eine wirklich alte Tradition. Die Kirche trägt seinen Namen und selbst die große Glocke heißt
Sanctus Martinus. Auf dem denkmalgeschützen Flügelaltar der alten Martinskirche ist Sankt Martin auch zu finden obwohl es sich um einen Marienaltar aus dem 15. Jahrhundert handelt.
Im 17. Jahrhundert wurde laut eimen Vermächtnis der Landgräfin Amalie von Hessen den Armen in Heuchelheim am Martinitag ein Gulden,22Albus,4Pfennig ausgezahlt. Die Summe wurde aus der landgräflichen Rentkammer in Giessen fällig. Dazu wurden aus dem Kirchenkasten 20 Albus, 4 Pfennig hinzugefügt. Natürlich wurden zum Martini auch die Pachtverträge erneuert. Die Martinsmännchen wurden und werden gebacken und an die Kinder gegeben.
Bei soviel Tradition zu diesem Tag in Heuchelheim sollte es doch ein gutes Zeichen sein den Markt auch nach Sankt Martin zu benennen.
Wenn der Markt so Bestand hat wie die alten Traditionen des Sankt Martin in Heuchelheim, dann wird er auch zum Traditionsmarkt. Also auf zum Heuchelheimer Martinsmarkt.
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