Mit Gisela im Harz – und mit Lars Zimmermann, dem Direktor des Morada Hotels spazieren wir durch Alexisbad.

Wir machen von hier aus viele Ausflüge, Wanderungen, Spaziergänge
 
Der Ort ist vom Tourismus geprägt und lebt gut davon. Es gibt mehrere Hotels, Pensionen und Gaststätten. Für Wanderer erschließen Wanderwege die nähere landschaftlich wunderschöne Umgebung.
 
.... und mit Lars Zimmermann, dem Direktor des Morada Hotels, ein Spaziergang durch Alexisbad.
Harzgerode: ... | Ich befinde mich hier in Alexisbad inmitten des faszinierenden Harzes mit seinen Zauberwäldern, den klaren Bächlein und Flüssen und den vielen Seen und bin total verzaubert von diesem kleinen Kurort. Was diesen Ort umgibt ist nicht nur eine Hexenlanschaft, sondern auch Feen wohnen in den Wäldern, so habe ich jedenfalls das Gefühl.

Lars Zimmermann zeigt uns „seine kleine Kurstadt“ bei einem Spaziergang, der vor dem Morada Hotel beginnt. Von hier aus sehen und hören wir die Selketalbahn wenn sie durch das Tal schnauft und zum Gruß tutet, pfeift, klingelt und aus allen Rohren zischt. Mir wird immer ganz warm ums Herz, wenn ich sie schon von Weitem höre. Eine Fahrt mit der romantischen Harzer Schmalspurbahn, wie sie offiziell heißt, ist ein echtes Erlebnis und der Höhepunkt eines Harzaufenthalts. Eine Tagesfahrt von Alexisbad auf den Brocken ist einfach ein Muss, erzählt uns Lars Zimmermann.

Weiter hören wir von Herrn Zimmermann, dass Alexisbad ein Stadtteil von Harzgerode ist und nur knapp 40 ständige Einwohner hat. Seine Lage im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt beschert dem Ort viele tausend Urlauber im Jahr, ohne dass er überlaufen wirkt.

Einige Einwohner haben mir erzählt, dass sie sehr glücklich sind, dass es das Morada Hotel hier gibt. Davon lebt der ganze Ort und viele Arbeitsplätze wurden geschaffen, bzw. erhalten nach der Wende.

Ursprünglich stand ab 975 ein Kloster dort, wo wir heute Alexisbad sehen. Sein Name war Hagenrode. Um das Kloster bildete sich ein Dorf, welches schon 993 Marktrechte erhielt. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, während dem Bauernkrieg, wurden Dorf und Kloster zerstört. Nach der Reformation fielen die Ländereien an die Landesherren von Anhalt.

Ab Ende des 17. Jahrhundert wurde mit Unterbrechung Schwefelkies (Pyrit) in der Nähe von Hagenrode gewonnen. Durch Destillation wurde ab Mitte des 18. Jahrhunderts Schwefel erzeugt. 1766 dann wurde die Heilkraft es Wassers untersucht und 2 Jahre später für Heizzwecke freigegeben und erstmals zum Kuren verwendet. Leider blieben die Kurgäste aus und 1772 wurde der Badebetrieb wieder eingestellt.

Erst Anfang der 19. Jahrhunderts wurde ein erneuter Versuch unternommen den
Kurbetrieb wieder aufleben zu lassen. Es wurde eine Brunnendirektion gegründet. Es entstand eine Badeanstalt und eine Spielbank...und so entstand Alexisbad. Von keinem Geringeren als Karl Friedrich Schinkel stammt die Architektur und Ortsplanung. Alexisbad wurde überregional bekannt. 1820 kurte auch Carl Maria von Weber hier. Am 12. Mai 1856 wurde hier der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) gegründet. Die Spielbank war im frühen 19. Jahrhundert nur sonntags geöffnet. Der Mindesteinsatz war 8 Groschen.

Die Spielbank wurde vor allem von einfachen Leuten besucht. Nach dem Glücksspielverbot durch die Paulskirchenversammlung ab 1. Mai 1849, wurde der Betrieb eingestellt.

Heute erinnert die im Park vor dem Morada Hotel 1993 aufgestellte Replik einer Stele an diese Gründung, zeigt uns Lars Zimmermann. Das Original der ursprünglich aus dem Jahr 1931 stammenden Stele befindet sich seit 1981 am Sitz des VDI in Düsseldorf, bedauert er.

Mit den Steinen des alten Dorfes erbaute man 1870 das Hotel Klostermühle, welches ab 1912 den Strom für Alexisbad lieferte. In der DDR war die Klostermühle ein Ferienheim.

Wer kennt nicht den Roman von dem Schriftsteller Walter Kempowski „Tadellöser & Wolff“? Er beschrieb Alexisbad in dem Kapitel „Harzreise“. Er nannte den Ort allerdings „Sophienbad“. In seinem Roman beschreibt er seine Kindheitserlebnisse während des Sommerurlaubs 1939 hier in Alexisbad, Die Familie Kempowski wohnte im „Offiziersheim“ als Feriengäste. Das „Offiziersheim“ ist erhalten und in dem Hotelkomplex Habichtstein integriert, erzählt uns Lars Zmmermann.

Dem Morada Hotel gegenüber steht ein noch heute erhaltenes Teehäuschen der ehemaligen Herzogin aus dem Jahr 1815. Es wurde schon im 19. Jahrhundert zur evangelischen Petruskapelle umgebaut und heute finden während des ganzen Jahres donnerstags abends klassische Konzerte statt für die Gäste des Morada Hotels. Zählkarten erhalten die Gäste kostenlos an der Rezeption.

Den Bahnhof schauen wir uns an. Ihn gibt es seit 1887 und er ist der Betriebsmittelpunkt der schmalspurigen Selketalbahn. Hier treffen sich die Strecken von Gernrode, Harzgerode und Hasselfelde. Hier werden hauptsächlich als Dampflokomotiven verschiedene Einzelstücke eingesetzt. Die Gebäude werden nicht mehr genutzt und sind geschlossen. Langsam werden sie auch zu einem Schandfleck, wie so manch anderes historisches Gebäude, welche von ausländischen Investoren nach der Wende erworben wurden und seitdem nicht mehr genutzt werden. Sie verfallen langsam. Vor dem Bahnhof befindet sich der Busbahnhof mit mehreren Bushaltestellen. Die Busse fahren Linie nach Ballenstedt, Quedlinburg, Harzgerode und Güntersberge.

Der Ort ist vom Tourismus geprägt und lebt gut davon. Es gibt mehrere Hotels, Pensionen und Gaststätten. Er liegt in einer Höhe von ca. 330 m im Selketal und hat noch folgende Ortsteile, die man alle gut zu Fuß erreichen kann: Drahtzug, Klostermühle, Stahlhammer und Schneidemühle, erfahren wir von Lars Zimmermann.

Für Wanderer erschließen Wanderwege die nähere landschaftlich wunderschöne Umgebung. Lars Zimmermann steht auf der Wiese vor seinem Hotel und zeigt in die Höhe zu den einzelnen Aussichtspunkten und erklärt uns die Routen der einzelnen Wanderwege, welche nach Osten sehr gut ausgeschildert sind. Nach Westen ist die Beschilderung weniger, da sich dort der Naturpark befindet (mein Märchenwald).

Sehr viele Tiere gibt es hier im Märchenwald: Rothirsche, Wanderfalken, Tannenhäher, Ringdrossel, die Europäische Wildkatze, der Auerhahn, der Raufußkautz, Waldbaumläufer, Haubenmeisen, Erlenzeisige, der immer noch vom Aussterben bedrohte Sperlingskauz. Außerdem haben zahlreiche Großschmetterlingsarten sich hier angesiedelt. In den Hochmooren des Oberharzes gibt es Alpen-Smaragdlibellen und die vom Aussterben bedrohte Hochmoor-Mosaikjungfer. In den Harzer Gebirgsbächen tummeln sich zahlreiche Fischarten wie die Bachforelle und die Groppe. Weitere für den Harz typische Säugetiere sind Rothirsch, Reh und Wildschwein. Insgesamt sind im Harz weit über 5.000 verschiedene Tierarten beheimatet.

Eine Besonderheit bildet der Eurasische Luchs, der seit dem Jahr 2000 sehr erfolgreich im Harz ausgewildert wird und sich mittlerweile sehr gut an die dortigen Lebensbedingungen angepasst hat, ebenso wie die Mufflons. Lars Zimmermann erzählt uns, dass der Luchs genau so geschützt ist wie das Mufflon. Nur – das Mufflon hält sich dran und der Luchs nicht, deshalb wird die Luchspopulation immer größer und die des Mufflons immer kleiner, weil der Luchs die Lämmer und Geißen reißt. Wie drückte sich Lars Zimmermann aus? „Das dumme Schaf (Mufflon) rennt weg wenn der Jäger (Luchs) kommt. Es rennt aber nicht weiter und bleibt bei ca. 100 Metern stehen, dreht sich um und schaut nach seinem Verfolger. Dieser lacht laut und dann gibt es wieder ein Mufflon weniger.“

Unglaublich schöne mittelalterliche Städte, wie z.B. Stolberg, Wernigerode, Quedlinburg und noch vieles mehr gibt es hier auf unseren Ausflügen zu sehen. Unsere Fremdenführer Evi, Inge, Dieter, Manfred und wie sie alle heißen erzählen viele Geschichten über Land und Leute.

Wir machen von hier aus viele Ausflüge, Wanderungen, Spaziergänge oder wir lassen in dem weitläufigen Park mit vielen Bänken einfach nur die Seele baumeln, erholen uns und genießen den zu jeder Jahreszeit herrlichen Harz.
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2 Kommentare
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Karl Heinz Winkler aus Naumburg (Saale) | 28.10.2014 | 12:42  
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 28.10.2014 | 15:15  
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