Damals im Landesmuseum: Von Höhlenmenschen und Riesenechsen

Der Erdmittelaltersaal im Landesmuseum vor langer Zeit: mit dem Großdiorama aus der frühen Kreisezeit.
Hannover: Südstadt | Als Heranwachsender hatte ich ein für mein Alter etwas ungewöhnliches Hobby. Schon damals interessierte ich mich für Archäologie und Paläontologie. Deshalb ging ich gerne ins Landesmuseum. Seinerzeit war der Eintritt noch kostenlos und schmälerte nicht mein ohnehin kaum nennenswertes Taschengeld-Budget.

Nicht das Aquarium des Museums gehörte zu meinen Lieblingsplätzen - obwohl, den Zitteraal, der damals hier lebte und ab und zu Stromstöße absonderte, den fand ich schon irgendwie interessant. Faszinierend war natürlich daneben der „rote Franz“ in der Archäologieabteilung. Die Moorleiche, die auch heute noch in den Ausstellungsräumen ruht, hatte (und hat) etwas Gruseliges. Besonders zogen mich damals aber zwei Großdioramen in der Naturkundeabteilung an. Früher knickte der Rundgang nach dem der Besucher die Erdneuzeit erreichte, etwas ab. Hier hatten die Museumskuratoren eine dunkle Ecke eingerichtet, in dem der Besucher in eine düstere Höhle der Steinzeitmenschen blicken konnte. Wenn ich mich recht erinnere, erlegten unsere Vorfahren gerade einen Höhlenbären. Dieses Groß-Diorama verschwand leider schon bald und wurde durch kleine Schaubilder ersetzt. Ein Foto davon habe ich leider nicht. Meine damalige Kamera kam mit den dunklen Lichtverhältnissen nicht zurecht und der Gebrauch eines Blitzes war verboten. Als ich dann mit hochoffizieller Genehmigung für meine Zeitungsartikel im Landesmuseum fotografieren durfte (mit besserer Kamera, höherempfindlichem Film und unter Einsatz eines seinerzeit sogenannten „Computer“blitzes), war es schon zu spät, das Diorama abgebaut.

Dafür blieb mir das Iguanodon noch eine Zeit lang erhalten. Im Erdmittelalter erwanderte sich diese Riesenechse einst auch unsere Gegend, wie versteinerte Fußandrücke aus der Umgebung von Hannover belegen. Und so gab es im Erdmittelaltersaal ein Großdiorama mit dem Dinosaurier, gestiftet von der Conti. Ich konnte lange vor dem Modell mit der nachgebauten Urzeitlandschaft stehen und mir vorstellen, ich befände mich nunmehr wirklich in der frühen Kreidezeit inmitten von Dino-Herden, Riesenfarnen und rauchenden Vulkanen am Horizont. Doch auch dieses Schaustück ist inzwischen längst Geschichte. Die Gummi-Echse gibt es zwar immer noch im Landesmuseum, sie wird aber derzeit weitaus nüchterner ohne Landschaft ringsherum gezeigt. Das mag im Sinn der reinen Lehre richtig sein, entspricht die Nachbildung doch nicht mehr so ganz den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Aber trotzdem: ich vermisse das alte Ausstellunskonzept.
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 12.01.2014 | 04:07  
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