Geschichtliches aus Döhren-Wülfel: Sieben junge Herren gründeten 1909 einen "Ballspiel-Club"

Jubiläumsball zum 75. Vereinsgeburtstag 1984: Ansprache des damaligen Vorsitzenden Erwin Roggenbuck.
 
Jubiläumsball zum 75. Vereinsgeburtstag 1984
Hannover: Döhren | Döhren und Wülfel werden durch ihre vielfältigen Vereine gelebt. Die Geschichte diese Zusammenschlüsse aktiver Döhrener ist deshalb auch ein untrennbarer Bestandteil der Historie unseres Stadtteils. Im Rahmen dieser Serie soll genau aus diesem Grund jetzt auch ab und zu ein Blick auf die Geschichte der Vereine geworfen werden.


"Blau-Weiß-Grün sind unsre Farben, die voran uns wehn." Das mündlich überlieferte Vereinslied der Spielvereinigung Niedersachsen-Döhren erklingt nun fast seit 90 Jahren. Begonnen hatte alles an einem Sonnabend im Jahre 1909. Sieben junge Herren im Alter zwischen 16 und 19 Jahren trafen sich am 10. Juli des Jahres in "Pickers Garten", damals ein beliebtes Döhrener Ausflugslokal an der Leine. Die sportbegeisterten Männer beschlossen die Gründung eines Ballspiel-Clubs. In Anlehnung an die heimatliche Landschaft tauften die Freizeitsportler ihren neuen Verein "Niedersachsen". Zum ersten Vorsitzenden wählten sie den 19jährigen Nikolaus Deschner; der Mitgliedsbeitrag wurde auf 50 Pfennig pro Monat festgesetzt.

Die Vereinsgeschichte startete dann mit einer Niederlage. Das erste Fußballspiel gegen einen anderen Klub ging 1910 verloren. Die Döhrener unterlagen 1:2 gegen die 3. Mannschaft des SC 02 Hannover.

Fußball ist zwar auch heute noch immer ein Schwerpunkt im Vereinsleben. Aber bereits auf das Jahr 1919 geht der Ursprung der Leichtathletiksparte zurück. Der Verein beteiligte sich an einem Staffellauf Hildesheim-Hannover. Insgesamt 29 Läufer mussten dabei jeweils 1000 Meter zurücklegen. Das Transportproblem der Sportler löste die Vereinsführung sehr elegant. Die "Elektrische", wie damals die Straßenbahn genannt wurde, befuhr noch die Strecke bis Hildesheim. Kurzerhand mietete der Verein einen Sonderwagen und setzte jeden Kilometer einen der Läufer ab. Auf die gleiche Weise wurden sie wieder eingesammelt.

Die "Niedersachsen" haben schon an vielen Stellen im Stadtteil den Kampf um den Ball geübt. 1910 wurde ein Sportplatz nahe der heutigen Bernwardswiese gepachtet, 1911 wechselte der Verein an die Hildesheimer Straße, Ecke Peiner Straße. Nach dem ersten Weltkrieg ging der Spielbetrieb auf einem Gelände an der Friedhofsallee weiter. Doch auch dieser Platz musste schon nach einigen Jahren verlassen werden. Am 15. Mai 1927 weihten die Vereinsmitglieder dann ihre Sportanlage an der Hildesheimer Straße nahe der Grenze zu Wülfel ein. Heute befindet sich auf den Flächen der Sitz der AOK und das Freizeitheim Döhren.

Das Jahr 1933 brachte dem Verein einschneidende Veränderungen. War die Spielvereinigung bisher der Satzung entsprechend neutral gewesen, so hatte sie jetzt den Weisungen des "Reichsausschusses für Leibesübungen" zu dienen. Am Ende des 2. Weltkrieges standen die Mitglieder vor dem Nichts. Die Besatzungsmacht verbot jede Vereinstätigkeit und beschlagnahmte das Sportgelände an der Hildesheimer Straße. Im Herbst 1945 erlaubte die Millitärregierung dann die Bildung von 20 Sportvereinen im Stadtgebiet. Die ehemaligen Döhrener Vereine schlossen sich zur "Niedersächsischen Turn- und Sportgemeinschaft Döhren" zusammen. Fast an derselben Stelle wie 1910 wurde zum ersten Mal nach dem Zusammenbruch erneut mit dem Fußball gekickt.

Ab 1950 konnte die jetzt wieder selbständige Spielvereinigung Niedersachsen-Döhren auf ihren angestammten Platz an der Hildesheimer Straße zurückkehren. Doch 25 Jahre später mussten die Koffer erneut gepackt werden. Auf dem Sportgelände entstand das Döhrener Freizeitheim .Ein neues Quartier wurde für 1,24 Millionen Mark an der Schützenallee errichtet. Die Spielvereinigung betreibt diese neue Sportstätte zusammen mit dem FC Schwalbe. JS
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1 Kommentar
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 22.07.2015 | 05:19  
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