Damals in Döhren: Märchenhafter Karneval in der KBS

Faschingsfete in der KBS anno 1986.
Hannover: Döhren | Vor 30 Jahren ging im Fasching in der Kardinal-Bertram-Schule (KBS) die Post ab. Die katholische Grundschule (damals noch in Döhren gelegen) war kaum wieder zu erkennen. Wo sonst an kleinen Arbeitstischen ABC-Schützen die Schulbank drückten, sorgte im Februar 1986 eine düstere Räuberhöhle für Gänsehaut und lockte ein Hexenhaus im Märchenwald. In diesen Landschaften aus dem Reich der Phantasie wimmelte es von allerlei seltsamen Gestalten. Säbelrasselnde Seeräuber, in weiße Laken gehüllte Gespenster, schnuckelige Kätzchen, anmutige Prinzessinnen und Astronauten von fernen Sternen gaben sich ein Stelldichein. Das ganze Schulgebäude hatte sich in ein Narrenhaus verwandelt, als die KBS seinerzeit ihren Fasching feierte. Damals übrigens bereits zum neunten Male; eine schöne Tradition hatte sich damit entwickelt.

Seit weit über 30 Jahren gehe ich mit der Kamera auf Pirsch und begleite das Geschehen im heutigen Stadtbezirk Döhren-Wülfel fotografisch. Einige der Aufnahmen von damals scanne ich jetzt nach und nach ein, um sie ins digitale Zeitalter herüber zu retten. Unter der Überschrift "Damals in Döhren" bzw. "Damals in ..." möchte ich den myheimat-Usern kleine Einblicke in mein Fotoarchiv geben. Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere noch an die damaligen Ereignisse oder erkennt sich auf einem der alten Fotos sogar wieder. Heute geht es um den Schulfasching in der KBS, der damals ein großes Ereignis war.

Acht Tage lang werkelten Eltern und Schüler, um nüchterne Klassenzimmer in ein Märchenreich zu verwandeln. Jeder Raum war einem anderen Thema gewidmet. Der Döhrener Nachwuchs konnte eine Eislandschaft ebenso erkunden wie über den Jahrmarkt streifen oder in den Tropen auf Safari gehen. An allen Ecken vertrieben lustige Spielangebote die Langeweile. Wie weiland bei Wilhelm Busch mussten Hähnchen durch den Schornstein geangelt oder auf einer Raumfahrtrallye mit einem „Weltraumroller“ kosmische Hindernisse umschifft werden, um einen der begehrten Gewinne zu erhaschen. Sinn der Aktion: „Wir wollen Kinder, Eltern und Lehrer näher zusammenbringen“, erläuterte der damalige Rektor Felix Seidel und lobte vor allem die Elternschaft. „Ohne sie wäre so ein Fest nicht möglich.“

Mit dabei waren auch die italienischen Väter und Mütter, deren Sprösslinge in der KBS muttersprachlichen Unterricht erhielten. Unter dem Motto „Venezia nella commedia dell“ entführten sie nicht nur in einem Klassenraum die Gäste mit gemalten Stadtansichten und der Pappkulisse einer Kanalbrücke nach Venedig; sie stellten auch in einem Maskenspiel aus der fernen Lagunenstadt ihr komödiantisches Talent unter Beweis.

Der Reinerlös des Schulfestes kam einer noch ferneren Stadt zu Gute. Mit dem Geld sollte die Arbeit in einem Elendsviertel in Manila unterstützt werden.
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