Zeitreise in das historische Hannover: Café Kröpcke

Café Kröpcke im Sommer 1935 (Foto Archiv Katja Woidtke) Wer kann mehr zu der dortigen Veranstaltung sagen?
Hannover: Kröpcke |

Wenn man sich in Hannovers Innenstadt verabredet, trifft man sich entweder "Unterm Schwanz" am Ernst-August-Denkmal vor dem Hauptbahnhof oder am Kröpcke. Der belebte Platz mitten in der City hat seinen Namen vom gleichnamigen Café, das von 1876 bis 1919 von Wilhelm Kröpcke gepachtet und betrieben wurde. Gebaut wurde das Café 1869 von Georg Robby. Auf dem historischen Foto kann man gut erkennen, dass es sich um einen gusseisernen Bau im orientalischen Stil handelt. Zu dieser Zeit hieß das Lokal noch Café Robby und Wilhelm Kröpcke war dort Oberkellner. Ende des 19. Jahrhunderts benannte der es in Café Kröpcke um.

Am äußersten Ende des Theaterplatzes und am Knick der Georgstraße gelegen, war das Café ein beliebtes Ziel der Hannoveraner, die sicher nicht nur zum Schorsenbummel am Kröpcke flanierten. Die Hannoveraner selbst gaben auch dem Platz vor dem Café den Namen Kröpcke. In den 1920er Jahren entwickelte sich das Café zum Künstlertreff. Auch Kurt Schwitters war hier regelmäßig anzutreffen.

Vor dem Café stand seit Ende des 19. Jahrhunderts eine große Uhr, die im Krieg stark beschädigt wurde. Mitte der 1950er Jahre wurde sie durch eine modernere Uhr ersetzt. Die Hannoveraner wollten aber "ihre" Kröpcke-Uhr zurück. Und die bekamen sie auch, als in den 1970er Jahren die alte Uhr in vereinfachter Ausführung am Kröpcke aufgestellt wurde. Heute wird regelmäßig Kunst im Inneren der Uhr ausgestellt und im Winter 2011 bekam sie sogar Mütze und Schal verpasst.

Das Café wurde im zweiten Weltkrieg komplett zerstört, nach Kriegsende aber in modernerer Form wieder aufgebaut. Mit Umbau des Platzes beim Bau des Kröpcke-Centers und der U-Bahn musste auch dieser Bau wieder weichen. Heute ist der Kröpcke mit seiner U-Bahn-Station über mehrere Ebenen ein Hauptverkehrsknotenpunkt der Stadt, auch wenn der Platz an sich in der Fußgängerzone liegt. Im Café lädt nun ein Mövenpick-Restaurant und eine Filiale von Jim Block Gäste ein, die sich auch heute noch an historischer Stelle kulinarisch verwöhnen lassen, sehen und gesehen werden.

Hier geht es quer durch Hannover:
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Weitere historische Aufnahmen aus Hannover finden Sie hier:
http://www.myheimat.de/themen/zeitreise-historisch...





Quellen:
"Hannover zu Fuß - 18 Stadtteilrundgänge durch Geschichte und Gegenwart" Ingo Bultmann, Thomas Neumann, Jutta Schiecke
"Hannover - Kunst- und Kulturlexikon" Helmut Knocke, Hugo Thielen
"Der Rote Faden" Stadt Hannover
"Geschichte der Stadt Hannover I/II" Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein
"Vom Kröpcke bis zum Ihmeufer" Helmut Zimmermann
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4 Kommentare
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Bernd Sperlich aus Hannover-Bothfeld | 30.04.2015 | 10:41  
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 30.04.2015 | 12:48  
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Jürgen Hameister aus Langenhagen | 03.05.2015 | 15:44  
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 04.05.2015 | 12:22  
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