Heimatbund zeichnete Gesa Klaffke-Lobsien mit dem Borgentrick-Stein aus

Gruppenbild mit zwei Bürgermeistern (von links) : Bezirksbürgermeisterin und Ratsfrau Christina Ranke-Heck, Heimatbund-Präsident Heinz-Siegfried Strehlow, Preisträgerin Gesa Klaffke-Lobsien und Oberbürgermeister Stefan Schostok.
 
Die Gruppe "Custos - Ensemble für frühe Musik" umrahmte die Feierstunde musikalisch.
Hannover: Mitte | Der 24. November ist der Borgentrick-Tag. Jedes Jahr zeichnen dann der Heimatbund Niedersachsen und die Landeshauptstadt Hannover im Gartensaal des Neuen Rathauses einen verdienstvollen Einwohner für sein bürgerschaftliches Engagement aus. Preisträgerin des Borgentrick-Steines im Jahr 2013 ist Gesa Klaffke-Lobsien.

Alljährlich im Sommer eines jeden Jahres öffnen private Gärten ihre Pforten, laden interessierte Bürger zum Schauen und Informieren ein. Dass es diesen „Tag der offenen Pforte“ gibt, ist im wesentlichen Gesa Klaffke-Lobsien zu verdanken. Mitgebracht wurde die Idee zwar von einem Großbritannienbesuch. Doch vor über zwei Jahrzenten bei einer Tasse Tee oder einem Glas Portwein – darüber gingen an diesem späten Sonntagnachmittag die Meinungen noch auseinander – kam der Gedanke, so etwas ebenfalls im Raum Hannover zu initiieren. Seit 20 Jahren nun öffnen sich auch bei uns die Gartentore, fand der "Tag der offenen Pforte" von Hannover aus bundesweite Nachahmer. In ihrer Laudatio zeichnete Prof. Dr. Bettina Oppermann den Weg dieser Idee nach und würdigte die Verdienste der Preisträgerin, die bis heute die jährlichen Programme mitgestaltet. Zuvor hatte schon Stefan Schostok, frischgebackener Hausherr im Rathaus, den Wert der Auszeichnung betont. „Es geht um die Würdigung des bürgerschaftlichen Engagements“, sagte der Oberbürgermeister und zeigte auf, dass sich „Bürgersinn heute in vielen Formen“ darstellt, und eben auch bei der Organisation der „offenen Pforten“. Und noch eines war Schostok wichtig. Der Borgentricktag erinnert zwar an eine kriegerische Auseinandersetzung mit Braunschweig. Aber seit jenen Tagen im 15. Jahrhundert, so Stefan Schostok, „gab es anschließend keine Feindschaft mehr zwischen den beiden Städten".

Das bekräftigte auch Gesa Klaffke-Lobsien. Sie sei eine gebürtige Braunschweigerin, bekannte sie und weiter: „Die Auszeichnung ist Folge der bekannten Großherzigkeit der Hannoveraner. “ Sie lebe zwar schon lange in Hannover, aber „jetzt fühle ich mich wirklich aufgenommen.“

Bevor die so Geehrte und die Gäste sich dann mit einer Tasse „Spartaner Suppe“ stärkten, überreichte Heinz-Siegfried Strelow eine Ehrenurkunde an Gesa Klaffke-Lobsien. Der eigentliche Borgentrick-Stein wird traditionsgemäß erst im nächsten Frühjahr am Döhrener Turm übergeben und dort in den Boden eingelassen. Umrahmt wurde die Veranstaltung von den drei Damen des Ensembles für frühe Musik „Custos“. Sie trugen einige mittelalterliche Weisen vor. Und Bruno Hanne zeigte einen kurzen Film über die Preisträgerin und ihr Projekt der „offenen Pforten“.

Der Borgentricktag geht auf ein Ereignis im ausgehenden 14. Jahrhundert zurück. Der hannoversche Ölschläger Cord Borgentrick hatte am 24. November 1490 einen Hinterhalt der Soldaten des Braunschweiger Herzogs bemerkt und noch rechtzeitig die Stadtwachen alarmiert. Zwar konnte der Herzog den Döhrener Turm erobern – die Sage von den sieben Spartanernberuht auf diesen Kampf – doch an der Stadtmauer bis er sich die Zähne aus. Unverrichteter Dinge musste der Herzog nach Braunschwieg zurückkehren. Lange Zeit war der Tag der Errettung Hannovers durch Cord Borgentrick ein gesetzlicher Feiertag in Hannover. Was spricht eigentlich dagegen, diesen Feiertag wieder einzuführen?
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