Ermittlungen gegen Lehrer wurden eingestellt

  Hannover: Berta-von-Suttner-Schule | Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen zwei Lehrkräfte der Berta-von-Suttner-Schule in Hannover eingestellt. Zur Begründung hieß es, dass die betroffene Schülerin bei der späteren polizeilichen Befragung zu ungenaue Angaben gemacht habe. Dazu sei gesagt, dass die Vorfälle, die zur Anzeige gebracht wurden bereits vor den damaligen Sommerferien geschehen waren, ihre Zeugenaussage aber erst im darauf folgenden Herbst stattfand. Es scheint von einem Schüler der fünften Klasse recht viel verlangt zu sein, sich nach so langer Zeit wortgetreu an Äußerungen zu erinnern, die mehr als ein viertel Jahr zurück liegen. „Ich konnte mich nicht hundertprozentig an das richtige Wort erinnern und eh' ich bei der Polizei etwas falsches sage, habe ich gesagt, dass ich mich nicht mehr genau daran erinnere. Ich muss doch bei der Polizei die Wahrheit sagen, sonst tu ich etwas unrechtes“, sagte das Mädchen später zu seinem Vater.
Was war geschehen?
Das Mädchen wurde seit der Einschulung auf der Schule von ihren Klassenkameraden gehänselt und auch geschlagen. Oft kam es mit kleinen Verletzungen nach Hause. Nachdem ihr in den Magen getreten wurde erstatteten die Eltern Anzeige gegen den nun schon schulbekannten Täter. Zu der Zeit wurde dies auch von den Klassenlehrern befürwortet. Doch diese Unterstützung lies mehr und mehr nach. Das Kind hatte schon keine Lust mehr morgens in die Schule zu gehen und wusste auch nicht mehr, wie sie sich verhalten sollte um Streit und Attacken aus dem Wege zu gehen. Nach den Osterferien nahmen die Vorfälle dann weiter zu:

Schlägerei im Unterricht – Klassenlehrer sieht zu

Während einer kurzen Unterrichtsunterbrechung steht ein Junge von seinem Platz auf, geht zum Tisch seiner ahnungslosen Mitschülerin und kratzt sie im Gesicht. Durch ihre Abwehrreaktion wird der Klassenlehrer drauf aufmerksam und bringt beide auseinander. Erst nachdem die Eltern des Mädchen die Verletzung sehen und ein Gespräch mit dem Lehrer führen, ruft der Lehrer zu einer Klärung zusammen. Dabei bekommen beide beteiligten als Aufgabe, sie jeweils beim anderen mit einem selbstgemalten Bild gegenseitig zu entschuldigen.
Im weiteren Lauf der Woche kommt es zu Beginn des Unterrichtes, während sich der Klassenlehrer noch organisiert, erneut zu einer Auseinandersetzung, bei der die Schülerin mit einem Stuhl beworfen wird. Der Lehrer klärt nun die Situation, dreht sich um und der Schüler nutzt wieder die Gelegenheit auf die Schülerin zu zukommen. Diese flieht durch die Klasse, wird eingeholt und an die Wand gedrängt. Aus einem Befreiungsschlag heraus entwickelt sich eine Schlägerei, die durch den Lehrer erst beendet wird, nachdem die Klasse die Raufenden anfeuert. Daraufhin wurden beide Kinder durch den Rektor vom Unterricht ausgeschlossen.
In Gesprächen mit den Klassenlehrern und auch der Schulleitung wurde sämtliche Verantwortung zurückgewiesen bzw. das Geschehene als frei erfunden dargestellt.
Daraufhin entschlossen sich die Eltern das Kind in einer anderen Schule anzumelden, was sie bis dahin vermieden hatten, da sich ihre Tochter durch Umzug und eine Klassenaufteilung bereits immer wieder in neue Gemeinschaften einfinden musste. Dabei fanden sie auch die Unterstützung des Schulamtes. Der Wechsel der Schule war noch nicht bekannt, als das Mädchen durch die Eltern für die Nichtteilnahme an einer Nachmittagsveranstaltung vorab entschuldigt wurde. Am darauf folgenden Unterrichtstag wurde dieses Fehlen durch die Klassenlehrerin vor der gesamten Klasse als „asozial“ bezeichnet, worauf hin sich die Eltern zur Anzeige wegen unterlassener Fürsorge und Beleidigung entschlossen.
„Wir hätten nun noch gegen die Einstellung Einspruch einlegen können, da sich unsere Tochter in ihrer neuen Schule gut eingelebt hat und Freunde gefunden und Anerkennung bekommt, wollten wir sie mit den nun noch länger zurückliegenden Geschehnissen nicht weiter stressen,“ sagten die Eltern Abschließend.
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