"Alles was atmet ... - Spiritualität und Gesang"

(Foto: Erzbistum Hamburg)
  Ich blicke zurück auf die 41. St. Ansgar-Woche 2014, die den singenden Glauben in den Mittelpunkt stellte. „Wir beten, wir schweigen, wir handeln, wir sprechen, wir denken – all dies tun wir aus dem Glauben heraus. Doch gerade unser Gesang und unsere Musik sind Ausdruck unserer Freundschaft mit Gott und miteinander. Manchmal sind es Freude und Glück, ein andermal sind es Trauer und Leid, die uns zum Singen und Musizieren anregen. Wo uns manchmal die Worte fehlen, um unseren Glauben auf den Punkt zu bringen, da kann uns die Musik weiterhelfen. Sie eröffnet in uns neue Möglichkeiten, um Gott wirken zu lassen. Sie schafft uns im Alltag Raum zum Atmen." So schrieb Erzbischof Dr. Werner Thissen in seiner Einladung. Der Eröffnungsgottesdienst mit ihm und fünf Kirchenchören begann am Sonntag, 2. Februar, um 10 Uhr im St. Marien-Dom - am Fest der Darstellung des Herrn, auch traditionell "Mariae Lichtmess" genannt. Das Erscheinen des neuen Gesangbuches „Gotteslob“ war der Anlass für den Themenschwerpunkt "Spiritualität und Gesang" zur diesjährigen Festwoche.

Im Rahmen der Festwoche wurde am 3. Februar die 50. Ökumenische St. Ansgar-Vesper um 17.00 Uhr in der St. Petri-Kirche zu Ehren des Heiligen mit einem besonders schönen musikalischen Programm gefeiert. (Siehe Beitrag: http://www.myheimat.de/hamburg/kultur/50-oekumenis...).

Spiritualität und Gesang standen auch im Mittelpunkt der weiteren Festwoche. Zu den 16 Veranstaltungen dieser Woche gehörte u. a. ein „dialogischer Abend“ zur Frage, wie konfessionelle Mentalitäten die Musik prägen mit „Mein Bach, dein Bach, unser Bach?“ (Kleiner Michel, Michaelisstraße 5), ein Abend mit Hauptpastor Alexander Röder über die Komponisten Paul Gerhardt und Angelus Silesius (Haus der kirchlichen Dienste, Danziger Straße 64), eine Liedrevue durch 2000 Jahre Kirchenmusik zum Mitsingen und Zuhören (Ökumenisches Forum HafenCity, Shanghaiallee 12).

Die Woche endete am Sonntag, 9. Februar mit einer Vesper um 17 Uhr in der evangelischen Hauptkirche St. Michaelis. Die Abschlussvesper der St. Ansgar-Woche ist ein besonders gut besuchter Gottesdienst der katholischen Kirche in Hamburg. Erzbischof Dr. Werner Thissen, Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke und Hauptpastor Alexander Röder sprachen Grußworte. Pastor Röder führte die Beziehung zum Leitwort "Alles was atmet ..." an: "Alles was Odem hat, lobe den Herrn."

1 Halleluja! Lobet den HERRN in seinem Heiligtum; lobet ihn in der Feste seiner Macht!
2 Lobet ihn in seinen Taten; lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit!
3 Lobet ihn mit Posaunen; lobet ihn mit Psalter und Harfe!
4 Lobet ihn mit Pauken und Reigen; lobet ihn mit Saiten und Pfeifen!
5 Lobet ihn mit hellen Zimbeln; lobet ihn mit wohlklingenden Zimbeln!
6 Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja!
Psalm 150, 1 -6

Die Predigt in der voll besetzten Michaelis-Kirche hielt der Benediktinerpater Anselm Grün aus der Abtei Münsterschwarzach. Seine Predigt beleuchtete religionsphilosophisch die Bedeutung von Gesang und Spiritualität für den glaubenden Menschen. „Wer singt, der lobt nicht nur, sondern er lobt in Fröhlichkeit, in wirklicher Freude.“ Zitat nach Aurelius Augustinus. Im Singen kehrt der Heilige Geist in die Seele ein. Anselm Grün wies auch hin auf die Bedeutung der Stille im innersten Raum, in dem Gott lebt. Auch Schönheit sei eine Gotteserfahrung. Gott ist die Ur-Schönheit. In der Schönheit schauen wir Gott. Das Schöne verwandelt Leiden und das Böse. Schönheit wird die Welt heilen. Mit seinen Worten berührte Anselm Grün mein tiefstes Empfinden. Anselm Grün gilt als einer der meistgelesenen spirituellen Autoren der Gegenwart.

Mit einem anschließenden Empfang im Gemeindesaal von St. Michaelis klang die St. Ansgar-Festwoche in Begegnungen und Gesprächen stimmungsvoll aus.

Ich blicke innerlich bereichert zurück auf eine Woche mit einem Erleben von "Großer Kirche" zu Ehren des Heiligen Ansgar - auf einen Pilger und Missionar des 9. Jahrhunderts, der große Glaubensgeschichte geschrieben und bis heute sichtbare Spuren hinterlassen hat. Wir haben in dieser Woche erfahren, dass sein Erbe gehütet und weiter gepflegt wird.
(Siehe dazu auch den Programmpunkt: Pilgerweg auf den Spuren des heiligen Ansgar - Ein Spaziergang mit Dr. Hinrich Bues durch das historische Hamburg.)
Ich freue mich über gemeinsame Erfahrungen in Eindrücken und Ausdrücken gelebten Glaubens mit Menschen der gegenwärtigen Zeit. Ich bin dankbar für persönliche Begegnungen mit führenden Geistlichen und Menschen, die spirituelles Leben aktiv mitgestalten und begleiten. Ich bin glücklich über ein tiefes persönliches Erleben von Spiritualität und Gesang.

Herzlich grüßt Kirsten Mauss

http://www.erzbistum-hamburg.de/ebhh/pdf/Ansgarwoc...
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