Klimaschutzmanager nimmt Arbeit auf Die Stadt Günzburg beschäftigt erstmals eine Fachkraft für Energie- und Klimaschutz-Mit einem Interview das uns die Stadt Günzburg zur Verfügung gestellt hat

Roman Holl ist seit kurzem Klimaschutzmanager der Stadt Günzburg. Er hat den Überblick über die Kernziele des Energiewandels und die Umsetzung des städtischen Klimaschutzkonzeptes vor Augen (Foto: Sabrine Schmidt/ Stadt Günzburg)
 
(Foto: Sabrina Schmidt/ Stadt Günzburg)
Die Bürger der Stadt Günzburg bei den Zielen des Klimaschutzkonzeptes mitnehmen – das will die Stadtverwaltung erreichen. Dazu hat sie vergangenen Monat sogar eine neue Stelle geschaffen: Seit 1. Juni ist der Lauinger Roman Holl Energie- und Klimaschutzmanager der Stadt Günzburg. Mittlerweile hat er sein neues Arbeitszimmer im Agenda- und Klimabüro Am Stadtbach 3a bezogen. Dort teilt er sich die Räumlichkeiten mit der städtischen Umweltschutzfachkraft Christine Hengeler. Im Interview erklärt Holl, was ein Klimaschutzmanager macht und was er sich in den kommenden Monaten vorgenommen hat.
Herr Holl, was macht eigentlich ein Klimamanager?

Meine Hauptaufgabe ist es, an der Umsetzung des vom Stadtrat beschlossenen Klimaschutzkonzeptes zu arbeiten. Ziel ist es dabei, den Gesamtenergieverbrauch in der Stadt in den kommenden Jahren sukzessive zu senken und den Energiebedarf fast komplett aus vorhandenen, einheimischen und regenerativen Energiequellen zu decken. Um diesen Prozess anzustoßen, hat der Stadtrat einen Maßnahmenkatalog beschlossen, an dessen Umsetzung ich die nächsten drei Jahre arbeite. Für diese Zeit wird Stelle vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

Wie sind Sie zu dieser Aufgabe gekommen?

Nach einem Bachelor-Studium der Geographie mit den Schwerpunkten Raum- und Landesplanung, Regionalmanagement und Erneuerbare Energien habe ich an der TU München einen Master in Nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energien erworben.

Sie bringen schon Erfahrungen im kommunalen Klimaschutz mit?

Ja. Meine Abschlussarbeit habe ich am Landratsamt Unterallgäu zum Thema Effizienzsteigerung von Biogasanlagen verfasst. In dieser Zeit habe ich viel über Energieeffizienz und vorhandene Energiepotenziale gelernt. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich die spannende und verantwortungsvolle Aufgabe als Klimaschutzmanager übernehmen darf. So kann ich einen direkten Beitrag zum Klimaschutz in meiner Heimatregion leisten. Das macht mich schon ein bisschen stolz.

Was sind denn konkret Ihre Aufgaben?
Meine grundsätzliche Aufgabe besteht in der systematischen Durchführung und Begleitung der Aktivitäten des beschlossenen Klimaschutzkonzepts. Hierzu gehören Öffentlichkeitsarbeit, Sensibilisierung und Aufklärung bezüglich Klimaschutz und Energieeffizienz. Für Bürger stelle ich als Klimaschutzmanager den Ansprechpartner in Bezug auf Information, Aufklärung und Beratung hinsichtlich Energieeinsparpotenzialen,
Gebäudesanierung und eventueller Fördermöglichkeiten dar. Weiterhin nehme ich an Treffen der regionalen Klimaschutz- und Energieforen teil, knüpfe Kontakte und baue ein Netzwerk auf mit dem Ziel, Erfahrungen und Ideen auszutauschen, zu diskutieren, und hierdurch gegenseitig zu profitieren.

Welche Projekte liegen momentan auf Ihrem Schreibtisch?

Günzburgs Teilnahme am European Energy Award. Dabei handelt es sich um ein Qualitätsmanagementsystem, das der Entwicklung neuer Klimaprojekte dient. Außerdem werden die Klimaschutzmaßnahmen der Stadt von einem externen Auditor kontrolliert und zertifiziert, um eine erfolgreiche Klimaschutzarbeit sicherzustellen. Daneben will ich das bestehende Förderprogramm der Stadt für energetische Sanierungen und energieeffiziente Bauvorhaben neu gestalten und plane verschiedene Aktionen zur Steigerung der Energieeffizienz.

Wie lautet Ihr erstes Fazit zu den Klimaschutzbemühungen der Stadt Günzburg?

Günzburg nimmt in Sachen Klimaschutz eine absolute Vorreiterstellung im Landkreis ein. Schon seit etlichen Jahren werden alle kommunalen Neubauten nur noch in Passivhausbauweise errichtet. Darüber hinaus betreibt die Stadt seit vielen Jahren ein kommunales Energiemanagement zur Erfassung des Eigenverbrauchs. Daran möchte ich anknüpfen und im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, mit Unternehmen und anderen Akteuren das Thema Klimaschutz weiterentwickeln und stärken und das große Potenzial hier in der Region ausschöpfen. Mein Eindruck ist, dass es hier viele Macher gibt, die Chancen schnell erkennen und Projekte praxis- und lösungsorientiert umsetzen wollen.

Die Stelle des Klimamanagers wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen.
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