Interview mit Günzburgs Wirtschaftsbeauftragten Beate Agemar

Wirtschaftsbeauftragte Beate Agemar über den Wirtschaftsstandort Günzburg
 
Seit 7. Oktober 2014 ist Günzburg Fairtrade-Stadt!
 
Rege Bautätigkeit in Günzburg, im Hintergrund der Neubau des Amtsgerichts
mh bayern: Frau Agemar, die Stadt Günzburg erhielt am 7. Oktober das Siegel „Fairtrade-Town“. Herzlichen Glückwunsch dazu! Inwiefern steigt dadurch Günzburgs Attraktivität?

Beate Agemar: Die Ernennung von Günzburg zur Fairtrade-Stadt hat uns bestärkt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, einem Weg, den wir weiter konsequent beschreiten werden. So setzen wir auch künftig alles daran, das Bewusstsein für das Angebot an nachhaltigen Produkten zu schärfen und den fairen Handel zu stärken. Es geht hier darum, das Thema bewusst zu machen und auch Angebote zu schaffen. Der Titel zeichnet die Aktivitäten und den Einsatz vieler Menschen aus, die dazu beitragen, dass Fairtrade und der Faire Handel in Günzburg verankert sind und unterstützt werden. Es ist toll zu sehen, wie stark sich Unternehmen, Vereine, Organisationen bis hin zu Einzelpersonen für die Stärkung des Fairen Handels engagieren.

mh bayern: Passend zu dem Siegel gab es die 1. Günzburger Nachhaltigkeitswochen mit der Messe „Fair, Ökologisch, Regional“ in der Jahnhalle. 30 Aussteller waren beteiligt, das legt nahe, dass die Nachhaltigkeit sich zu einem wichtigen wirtschaftlichen Faktor in Günzburg entwickelt. Wie ist Ihre Einschätzung?

Beate Agemar: Die Faire Messe war ein Baustein der 1. Günzburger Nachhaltigkeitswochen, die mit rund 20 Veranstaltungen auf das Thema Nachhaltigkeit aufmerksam gemacht hatten. Das vielfältige Veranstaltungsprogramm, das die drei Organisatoren - Sparkasse Günzburg-Krumbach, AOK Günzburg und Stadt Günzburg - auf die Beine gestellt haben, hat eine breite Zielgruppe durch einen Mix aus Information und Interaktion angesprochen. Die Faire Messe dabei war ein voller Erfolg, und man hat gesehen, dass das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Fairer Handel vorhanden ist. Soweit ich weiß, denken die Organisatoren bereits an eine weitere Faire Messe im Jahr 2016.

mh bayern: Im Rahmen des integrierten Klimaschutzkonzeptes stand zusammen mit der Regionalmarketing Günzburg GbR auch die Bildung eines Energieeffizienz-Unternehmensnetzwerks auf der Agenda.

Beate Agemar: Ja, im April ist hierzu der Startschuss gefallen. Seitdem haben bereits fünf Unternehmen die Teilnahme zugesagt. Ziel ist es, mittels eines branchenübergreifenden Austausches zwischen den Unternehmen und einer externen Beratung die Effizienzpotentiale im eigenen Betrieb zu entdecken, Handlungsstrategien zu entwickeln und damit den Endenergieverbrauch zu senken. Denn die Wirtschaft nimmt mit knapp 48 % den ersten Rang beim Endenergieverbrauch der Stadt Günzburg ein. Das ist die Folge sowohl einer positiven Ansiedlungsstruktur als auch gesunder produktionsstarker Unternehmen.

mh bayern: Im Oktober fand die Infomesse „Beruf & Studium“ in der Günzburger Berufsschule statt. Gut 5.000 Besucher und 110 Aussteller waren vor Ort, eine neue Höchstzahl. Wie deuten Sie diese erfreuliche Entwicklung in Bezug auf die wirtschaftliche Stärke Günzburgs?

Beate Agemar: Sehr positiv: Die Unternehmen setzen einerseits auf die Ausbildung von Fachkräften, um dem Fachkräftemangel entschieden entgegenzutreten. Andererseits ist sie aber auch Beleg für die gute Entwicklung der heimischen Wirtschaft und des Wirtschaftsstandorts Günzburg.

mh bayern: Die Verzahnung von Ober- und Unterstadt geht weiter voran. Wie ist der Stand der Dinge?

Beate Agemar: Im sogenannten Lutz-Areal wird fleißig gebaut, erst vor wenigen Wochen wurde dort das Richtfest gefeiert. Mit einem Ärztehaus, Betreutem Wohnen und einer öffentlichen Tiefgarage wird dabei die Unter- an die Oberstadt angebunden und stellt gleichzeitig aber auch eine Verlängerung des Marktplatzes dar, da der Marktplatz vom Lutz-Areal aus zukünftig über einen öffentlichen Aufzug zum Podest des Lutzhauses barrierefrei angebunden sein wird. Mit diesem Quartier und dem in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Neubau des Amtsgerichts, bei dem im Herbst ebenfalls das Richtfest gefeiert wurde, wird unsere Innenstadt langfristig nachhaltig gestärkt.

mh bayern: Welche Pläne hat die Stadt für die Zukunft?

Beate Agemar: Wir wollen Günzburg unter anderem auch in Zukunft als Einkaufsstandort positionieren. Dazu werden wir unter anderem die Achse Bahnhofsplatz – Dillinger Straße – Marktplatz stärken. Mit der Baugenehmigung für den Guntiapark an der Dillinger Straße haben wir einen wichtigen ersten Schritt unternommen, um dieses Eingangsportal zu attraktivieren.

mh bayern: Im Rahmen der „Umsetzungsoffensive Citymanagement Günzburg“ fanden beispielsweise mit dem Osterfrühstück bereits erste Aktionen statt. Wie ist das Osterfrühstück bei den Kunden angekommen?

Beate Agemar: Beim Osterfrühstück haben sich mehr als 30 Geschäfte in der Innenstadt beteiligt. Es war eine gelungene Aktion, die nebenbei auch noch einem guten Zweck galt. Insgesamt 500,- Euro kamen bei dem Osterfrühstück an Spenden zusammen, die allesamt dem Leserhilfswerk der Günzburger Zeitung, der Kartei der Not, zugutekamn.

mh bayern: Wie wollen Sie die Attraktivität Günzburgs außerdem weiter erhöhen?

Beate Agemar: Im Rahmen unserer Veranstaltungen, Aktionen und Projekte streben wir eine kontinuierliche Optimierung und Weiterentwicklung an, um den Erlebnisfaktor unserer Einkaufsstadt Günzburg weiter hervorzuheben. So ist für uns die weiterhin partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsvereinigung ebenso ein wichtiges Zukunftsthema für die Steigerung der Attraktivität unserer Stadt wie auch die Umsetzung unseres Einzelhandelskonzepts mit der Etablierung eines Citymanagements.

mh bayern: Neben Ihrer Aufgabe als Wirtschaftsbeauftragte der Stadt Günzburg sind Sie auch für den Kauf und Verkauf von Grundstücken zuständig. Derzeit ist auch im Wohnbausektor ein enormer Bauboom zu verzeichnen. Profitiert davon auch die Stadt Günzburg mit ihren Baugebieten? Gibt es noch Flächenpotentiale?

Beate Agemar:Günzburg ist sehr beliebt als Wohnstadt, daher profitiert Günzburg natürlich vom derzeitigen Bauboom. In den Baugebieten „Unterm Schopfelerberg“ haben wir alle und im Neubaugebiet in Nornheim nahezu alle Grundstücke verkauft. Es gehen täglich Anfragen nach Baugrundstücken bei uns ein. Deshalb erweitern wir das Wohnbaugebiet in Nornheim auch und beginnen dort im nächsten Jahr mit den Erschließungsmaßnahmen des zweiten Bauabschnittes. Eine bedarfsgerechte Änderung des Bebauungsplans ist bereits auf den Weg gebracht worden. Wenn alle Planungsschritte soweit reibungslos umgesetzt werden können, können die ersten Wohnbaugrundstücke im 2. Bauabschnitt bereits im kommenden Herbst erworben werden. Bauwillige haben schon jetzt die Möglichkeit, sich als Interessent für den neuen Bauabschnitt in Nornheim vormerken zu lassen.

mh bayern: Herzlichen Dank für das Interview!

Die Fragen stellte Franziska Lanckow.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 07.01.2015
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