Helmut Schleich: "Mein aktuelles Programm ist ein Figurenkabarett"- Interview vor dem Gastspiel in Illertissen und Günzburg

Helmut Schleich kommt nach Illertissen und Günzburg
  Er Imitiert Papst Benedikt, Franz Josef Strauß, Horst Seehofer oder Helmut Schmidt , wie kein anderer. Im Bayerischen Fernsehen ist der Kabarettist ein Dauergast. Am 15. November in diesem Jahr ist er zu Gast in der Aula der Schulbrüder in Illertissen und drei Monate später, am 8. Februar ist er im Günzburger Forum am Hofgarten zu Gast. Trotz seiner vielen Termine ist es mir gelungen ein Interview über das Programm und über seine Karriere zu bekommen.

Für beide Veranstaltungen gibt es Tickets im Vorverkauf

Thomas Rank: Wie haben sie Ihre Liebe zum Kabarett entdeckt?

Helmut Schleich: Ich wollte nie etwas anderes sein als Kabarettist. Ich war nie der Schönste, oder der Schlauste, aber blöd daher reden, das hab ich schon immer gekonnt. Mit 20 hatte ich eine Freundin, die der Meinung war, dass Kabarett die völlig falsche Schiene für mich ist, und die mich mehr oder weniger zum Geografiestudium genötigt hat. Ich hab dann Geografie studiert und nach sechs Semestern wieder abgebrochen, um weiter Kabarett zu machen. Nicht, dass mich das Thema nicht interessiert hätte, aber ich glaube nicht, dass ich ein guter Geograf geworden wäre. In irgendeiner Stadtverwaltung als Stadtplaner zu arbeiten, hätte mich wahrscheinlich nicht so befriedigt wie mein jetziger Beruf.

Thomas Rank: Sie haben zusammen mit Christian Springer und Andreas Rüttenauer 1983 das Kabarett „Fernrohr“ gegründet. Wie kam es dazu?

Helmut Schleich: Angefangen hat es mit Schultheater, da haben wir den Leiter unserer Firmgruppe nachgemacht. Zu der Zeit hat auch der Strauß noch gelebt, und wir hatten da schon großen Spaß daran, ihn zu parodieren.

Thomas Rank: Sie sind nicht nur Kabarettist, sondern auch Imitator. Was liegt Ihnen mehr?

Helmut Schleich: Bei einer feindlichen Übernahme wie beim Strauß hilft es natürlich, wenn man die Figur gut parodieren kann. Als Strauß kann ich sagen, was ich will, deshalb bin ich speziell über ihn sehr froh. Keine andere Figur in Bayern ist so unangreifbar, auch wenn sie etwas völlig Unkorrektes sagt. Also, die Imitation gehört zum Kabarett dazu.

Thomas Rank: Papst Benedikt imitieren sie, als sei er persönlich da. Wie lange haben sie daran gearbeitet?

Helmut Schleich: Ratzinger zu parodieren, ist ein Genuss. Es macht immer mehr Spaß, kluge Leute zu parodieren als dumme. Der BR zeigt auf seiner Homepage einen Kurzfilm, der heißt „In einer Minute vom Schleich zum Papst“. In Wirklichkeit hat das natürlich ein bisschen länger gedauert.

Thomas Rank: Wenn sie auf Tour sind, wie viele Promis sind mit Ihnen unterwegs?

Helmut Schleich: Mein aktuelles Programm „Mit mir nicht“ ist ein Figurenkabarett, da reise ich mit großer Entourage. Immer dabei sind außer dem Strauß und dem Ratzinger der Helmut Schmidt, der Horst Seehofer, Ottfried Fischer... lauter schillernde Typen.

Thomas Rank: Wie lange müssen sie arbeiten, bis sie jemand Imitieren können?

Helmut Schleich Üben kann man sowas nicht. Da gibt’s vielleicht ein Gen, das man haben muss.

Thomas Rank. Sie machen sehr gerne Franz Josef Strauß. Was fasziniert sie an dem Mann, wenn sie Ihn so gerne Imitieren?

Helmut Schleich: Die Figur entwickelt sehr viel Kraft und ist die ideale Projektionsfläche, auch wenn ich politisch immer auf der anderen Seite stand. Los ging alles mit dem Abstieg vom Stoiber. Als die CSU bei der Wahl 2008 die absolute Mehrheit in Bayern verlor, kam plötzlich immer wieder die Frage auf, was wohl der Strauß zu alldem gesagt hätte. Und da habe ich dann selber die Antwort drauf gegeben. So viele Antworten, dass ich zusammen mit dem Journalisten Thomas Merk zum 25. Todestag von Strauß jetzt seine Tagebücher herausgegeben habe.

Thomas Rank: Sie kommen ja zweimal in unsere Region (November Illertissen und Februar Günzburg). Auf was dürfen sich die Besucher freuen?


Helmut Schleich: Auf einen Schleich in Bestform natürlich.
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