Lasst euch das Lachen nicht verbieten! Michael Mittermeier hat bei seinem Auftritt auf Schloss Scherneck eine klare Botschaft

Michael Mittermeier reißt sein Publikum von der ersten Minute mit
Freitag, 22. Juli, 18.00 Uhr, München: In der Innenstadt fallen unweit des Olympia-Einkaufszentrums vor einer McDonald’s-Filiale Schüsse. Menschen sterben, Panik herrscht, die Stadt ist im Ausnahmezustand. 20.00 Uhr, Scherneck in Rehling, nur 65 Kilometer nordwestlich davon: Michael Mittermeier betritt die Bühne im Innenhof des Schlosses. „Wild“ heißt sein Programm, das witzig ist, von Anfang an mitreißt und politisch völlig unkorrekt ist. Darf man das? Mittermeier sagt Ja: „Wenn wir alle aufhören, das zu tun, was wir normalerweise tun, wären wir am Arsch“.

Was macht Michael Mittermeier wild? Nicht funktionierendes Klopapier und Lichtsensoren in öffentlichen Toiletten. Hat man es sich soeben auf der Schüssel gemütlich gemacht, geht das Licht aus. Der Sensor ist neben dem Eingang, so dass auch kein Fuchteln und Winken hilft. Wenn dann auch noch das vierlagige Klopapier nur eine von drei Lagen hergibt, wird er wild. Wild zu sein, bedarf es also wenig. Er findet das auch nicht weiter schlimm. Schließlich gäbe es einen Unterschied zwischen wild und krank. Entpuppt sich der nette Nachbar als Serienfrauenmörder, liest man über ihn in der Zeitung: „Er war ein ruhiger, höflicher und netter Mann.“ Das macht ihm ebenso Angst wie Donald Trump, der der erste „amerikanische Präsident mit einer toten Katze auf dem Kopf“ werden könnte.

Gerade 50 geworden – man sieht es dem ewigen Lausbuben wahrlich nicht an – erlaubt sich Mittermeier über die Generation Handy herzuziehen. Der Selfie-Wahn ist ihm ein Rätsel und „Pokémon Go“ entwickelt er weiter. „Wer den Innenhof verlässt, bevor die Show endet, ist ein Pokémon – frei zur Jagd“, wettert er zu Beginn seiner Show angesichts der aufziehenden Wolken. Das Wetter hielt, die Zuschauer blieben. Unverständlich sind für ihn auch Bodenampeln für Smobies. Für Mittermeier ist das moderner Darwinismus, schließlich „fotografieren sich die ganzen Idioten selbst heraus.“

Nach dem Applaus kommt er nochmals auf die Bühne, etwas ernsthafter, nachdenklicher. Auch er habe sich in der Pause nach seinen Freunden und Bekannten in München erkundigt, ob es ihnen gut gehe. Doch man dürfe sich nicht das Lachen und die Kultur verbieten lassen, so sein Appell zum Schluss. Dafür gab’s nochmals Applaus und stehende Ovationen.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.gersthofer | Erschienen am 06.08.2016
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Ulrike Beuer aus Jettingen-Scheppach | 25.07.2016 | 18:35  
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Basti S. aus Aystetten | 25.07.2016 | 19:26  
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