Reisebus brennt am Dienstagabend während der Fahrt aus, 20 Fahrgäste getötet

Am Dienstagabend gegen 20.30 kam es auf der Autobahn BAB A2 zu einem folgenschweren Brand in einem Reisebus.
Aus bislang ungeklärter Ursache hat sich der Brand rasend schnell im hinteren Teil des Busses ausgebreitet, sodass 20 Mitreisende den Bus nicht mehr rechtzeitig verlassen konnten und in den Flammen ums Leben kamen.

Der Bus mit Fahrgästen aus Hannover befand sich auf dem Rückweg von einer Tagesfahrt ins Münsterland. Kurz hinter der Autobahnauffahrt Garbsen in Richtung Hannover hatten einer Zeugenaussage zufolge einige Mitreisende eine Rauchentwicklung aus der Bustoilette festgestellt. Nach dem Öffnen der Toilettentür kam es vermutlich in Sekundenbruchteilen zu einer Durchzündung und der hintere Teil des Busses stand schlagartig in hellen Flammen. Die sich dort befindenden Businsassen hatten keine Überlebenschance.
Zwölf Mitreisende aus dem vorderen Bereich des Busses konnten sich, nachdem der Fahrer den Bus geistesgegenwärtig auf der Standspur zum Stehen gebracht hatte, teilweise schwerstverletzt aus dem Bus ins Freie retten.

Um 20:34 Uhr wurde die Ortsfeuerwehr Garbsen mit dem Stichwort „Brennender Reisebus“ auf die Autobahn gerufen. Weiterhin wurden in den nächsten Minuten mehrere Rettungswagen und ein Notarzt alarmiert.
Einer der alarmierten Rettungswagen meldete wenig später von der Gegenfahrbahn aus, dass der Reisebus in voller Ausdehnung brannte.
Die Ortsfeuerwehr Garbsen konnte mit dem ersten Tanklöschfahrzeug schon 3 Minuten nach der Alarmierung abrücken, da sich noch einige Mitglieder der Feuerwehr nach einem kurz zuvor beendeten Ausbildungsdienst im Feuerwehrhaus befanden.

Um 20:40 Uhr traf das Fahrzeug an der Einsatzstelle ein und begann sofort sowohl mit der Betreuung der zum Teil schwerverletzten Businsassen als auch mit der Brandbekämpfung mit Wasser und Schaum.
Der Busfahrer teilte den Einsatzkräften sofort mit, das sich noch etwa 20 Personen im brennenden Bus befänden, die sich nicht hatten retten können.

Aufgrund der rasant fortgeschrittenen Brandausbreitung und der extremen Hitze des Brandes konnte die Feuerwehr den eingeschlossenen Personen nicht helfen und musste die Flammen zuerst niederschlagen.
Zu diesem Zeitpunkt war aber schon davon auszugehen, dass keine der noch im Bus befindlichen Personen eine Überlebenschance gehabt hatte.
Vermutlich Sekunden nach der Durchzündung der Brandgase waren die eingeschlossenen Fahrgäste durch die heißen Rauch- und Brandgase bereits ums Leben gekommen.

Parallel zu den ersten getroffenen Einsatzmaßnahmen wurde eine umfangreiche Nachalarmierung von Feuerwehr und Rettungsdienstkräften eingeleitet.
Aus der Stadt Garbsen wurden zur Unterstützung die Ortsfeuerwehr Berenbostel sowie der Einsatzleitwagen der Stadtfeuerwehr alarmiert. Von der Berufsfeuerwehr Hannover wurde ein Großtanklöschfahrzeug mit 6.000 l Löschwasser zur Einsatzstelle entsandt.
Für die Betreuung und Versorgung der verletzten Personen wurde das Alarmstichwort
MANV 2 (Massenanfall von Verletzten, mehr als 20 Verletzte) ausgelöst.
Daraufhin wurden weitere Rettungswagen, Kräfte der Berufsfeuerwehr Hannover, mehrere Notärzte sowie die Schnelleinsatzgruppen des DRK Garbsen/Neustadt und der JUH Langenhagen alarmiert.
Binnen weniger Minuten machten sich verschiedenste Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten auf den Weg zur Einsatzstelle.
Die Fahrspur in Richtung Hannover war zu diesem Zeitpunkt schon komplett gesperrt, sodass ein Großteil der nachrückenden Einsatzkräfte an der Anschlussstelle Herrenhausen entgegen der Fahrtrichtung zum Einsatzort gelangen konnten.

Die Feuerwehr setzte mehrere Trupps unter Atemschutz ein und konnte den Brand mit Wasser und Schaum aus mehreren Rohren nach ca. 20 Minuten unter Kontrolle bringen.
Anschließend bestätigten sich die schrecklichen Vermutungen.
Keine der im hinteren Bereich vom Feuer eingeschlossenen Personen hatte den Brand überlebt. Die Menschen verbrannten größtenteils bis zur Unkenntlichkeit.

Die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes kümmerten sich derweil und die drei schwer und neun mittel bis leicht verletzten Personen. Nach einer ersten Behandlung auf der Autobahn wurden die Verletzten in verschiedene Krankenhäuser in der Region Hannover zur weiteren Behandlung eingeliefert.
Hier kämpften die Ärzte um das Überleben der Personen.
Bei den drei schwer brandverletzten Personen gilt der Gesundheitszustand als kritisch.

Die Kräfte der Feuerwehr mussten sich anschließend noch einige Zeit lang um die Ablöschung der letzten schwelenden Teile des Busses kümmern.

Zur seelischen Betreuung der Betroffenen sowie der Einsatzkräfte wurden mehrere Seelsorger zur Unfallstelle bzw. zum Feuerwehrhaus in Garbsen entsandt.
Alle Einsatzkräfte der Feuerwehren hatten die Möglichkeit nach dem Einsatz mit den Seelsorgern über das Erlebte zu sprechen, um dieses besser verarbeiten zu können.
Auch für die Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Polizei fanden gleiche Gesprächsrunden mit ausgebildeten Seelsorgekräften statt.




Nachdem die letzten Brandnester abgelöscht waren, begannen Spezialisten der Polizei mit den ersten Ermittlungen zur Brandursache.
Des Weiteren wurde entschieden, die Bergung der sterblichen Überreste der getöteten Personen nicht auf der Autobahn, sondern durch Gerichtsmediziner der MHH und Spezialisten der Polizei anderenorts durchführen zu lassen.

Dazu wurde der Bus an der Einsatzstelle von der Feuerwehr mit mehreren großen Planen abgedeckt und anschließend durch ein Bergungsunternehmen von der Autobahn zur Bereitschaftspolizei verbracht.

Die Feuerwehr leuchtete dazu die Einsatzstelle noch für die gesamten Bergungsarbeiten aus.
Erst gegen 1.30 Uhr waren die letzten Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Garbsen wieder eingerückt.

Für die zahlreich an der Einsatzstelle anwesenden Medienvertreter wurde von der Feuerwehrführung eine Pressekonferenz im Gebäude der Autobahnpolizei Garbsen organisiert und durchgeführt. Die Medieninformation der Polizei erfolgte in einer abgesetzten Pressekonferenz am Mittwoch.

Sowohl direkt nach dem Einsatz als auch am folgenden Tag wurden mehrere teils intensive Gespräche der Einsatzkräfte mit den Seelsorgern durchgeführt.
Dieses Gesprächsangebot wurde von den Einsatzkräften dankend angenommen und half dabei das schreckliche Erlebte besser zu verarbeiten.
Auch viele Reaktionen aus der Bevölkerung von nah und fern, die den Einsatz der Rettungskräfte lobten, halfen bei der Verarbeitung der Erlebnisse.

Auch die Deutsche Feuerwehrverband (DFV) und der Landesfeuerwehrverband drückten ihr Mitgefühl mit den Betroffenen und deren Familien sowie allen eingesetzten Rettungskräften aus

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