Schirmsportler erobern den Himmel zurück : Gehüpft wie gesprungen - Breitscheider Skydiver fallen in die neue Saison

Auch die Vogelmenschen haben ihr Nest verlassen und spreizen über Breitscheid wieder ihr Gefieder: Die Wingsuiter fallen nicht, sie fliegen. (Foto: Sebastian Nossing)
 
Hab‘ meinen Wagen voll geladen: „Busfahrer“ Florian Hose (links) mit seinen erwartungsvollen Passagieren. Es geht wieder los. (Foto: Skydive Westerwald)
Letztlich bleibt (sich) das, was die Breitscheider Fallschirmsportler (am liebsten) tun, gehüpft wie gesprungen – im wahrsten Sinne des Wortes. Hauptsache ein paar tausend Meter Nichts zwischen sich selbst und der Landezone ganz tief da unten. Und dort, auf der „Hub“, erwachen nach der subjektiv als viel zu lang empfundenen winterlichen Zwangspause inzwischen wieder Frühlingsgefühle.
Der Anfang ist gemacht. Am vergangenen Samstag haben die Aktiven von „Skydive Westerwald“ (SDWW) die neue Saison eingeläutet – „just for fun“, wie gehabt, und früher als geplant. Das herrliche Frühlingswetter wollte genutzt sein. In den kommenden Monaten, bis mindestens November, werden die Luftsportler wieder bei jeder sich bietenden Gelegenheit bunte Farbtupfer an den (gewünscht blauen) Himmel klecksen. Und die Jumper hoffen, während dieser Spanne an die Schlagzahl der letztjährigen Spielzeit anknüpfen zu können, nach der, die Tandems mitgerechnet, immerhin 5.180 Eintragungen auf der Sprungkladde vermerkt waren. Und dies, obwohl das Wetter mitunter eher „suboptional“ daher kam. 3930 Mal waren die Damen und Herren mit dem charakteristischen „Packerl“ auf dem Rücken über Breitscheid aus dem Flugzeug gestiegen, 1.250 mal hoch über dem Siegerlandflughafen, der zweiten „Drop-Zone“ des Vereins.
Sicherheit, Aus- und Weiterbildung werden auch 2014 die Schwerpunktthemen bilden. So stehen u.a. acht Anfänger-Kurse nach dem AFF-System (beschleunigte Freifallausbildung) auf dem Programm, ebenso diverse Seminare für Fortgeschrittene in den unterschiedlichsten Disziplinen. Auch die Vogelmenschen gewinnen in Breitscheid an Boden. Das Wingsuit-Fliegen wird hier von einzelnen Aero-Athleten seit geraumer Zeit mit wachsender Begeisterung praktiziert. Wingsuits sind spezielle Ganzkörper-Anzüge mit Flächen aus Stoff zwischen Armen und Beinen, die, von Luft durchströmt, wie Flügel wirken. Sie verleihen ihren Trägern das Aussehen von Fledermäusen à la Batman und wandeln die vertikale Fallgeschwindigkeit teilweise in horizontale Flugbewegungen um. Das ähnelt dann ein bisschen dem (Gleit-)Flug eines Vogels. Deshalb auch der Begriff „Birdman“. Ein Seminar Ende Mai richtet sich speziell an diese „Kittelflieger“-Klientel.
Bei den Anfang September in Eisenach anstehenden Deutschen Meisterschaften hoffen die Breitscheider ihren Vorjahreserfolg wiederholen zu können. Eines ihrer Freefly-Teams hatte 2013 bei der DM im oberschwäbischen Bad Saulgau die Silbermedaille geholt. Während die Luftsportler bei solchen Wettkämpfen zumeist unter sich sind, auch weil sich das komplizierte Reglement Otto-Normal-Verbraucher nicht auf Anhieb erschließt, ist das „Passagierspringen“ eine der größten Schnittstellen zwischen Springern und (interessierter) Öffentlichkeit. Das eröffnet (fast) jedem die Möglichkeit, selbst einmal, und zwar ohne entsprechende Vorkenntnisse, den Rausch des freien Falls aus 4000 Metern Höhe zu genießen. Knapp 600 Tandemgäste waren im vergangenen Jahr in Breitscheid, bzw. auf dem Siegerland-Flughafen entsprechend über ihren eigenen Schatten gesprungen. Auf der „Hub“ beginnt die Tandem-Saison am 22. März. Weitere Infos unter www.springwerk.de und www.skydive-westerwald.de
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