Himmlische Choreografien bei Tempo 300: Zwei Breitscheider Teams „tanzen“ auf den Deutschen Fallschirm-Meisterschaften

(Foto: Michael Wagner)
 
Flotter Dreier: Chrissi Richter (links) Videofilmer Stefan Gessner (Mitte) und Sebastian Picard (rechts) sind das zweite Breitscheider Meisterschafts-Team im Bunde. Sie nutzen jede freie Minute zum Training. (Foto: Michael Wagner)
Am Boden Freunde, in der Luft Konkurrenten: Die besten Deutschen Skydiver kreuzen, im übertragenen Sinne, wieder die Klingen. Am Himmel West-Thüringens ermitteln die beschirmten Luftsportler in der kommenden Woche ihre Champions. Daselbst, hoch über Eisenach, gehen in der Zeit von 2. bis 7. September die Deutschen Meisterschaften im Fallschirmspringen über die himmlische Bühne. Um Sieg und Platz kämpfen dabei in verschiedenen Wettbewerbsklassen auch zwei Teams der Breitscheider Freifaller.
Zur Familienangelegenheit erklärt hat dieses rasante Kräftemessen das Heiligenborner Ehepaar Saskia und Chrissi (Christian) Richter. Motto: Getrennt marschieren, vereint zuschlagen. Der 35-jährige Autolackierer, der sich vor zwei Jahren schon einmal den Deutschen Vizemeister-Titel hat sichern können, tritt mit seinen Mitstreitern Sebastian Picard und Kameramann Stefan Gessner unter dem Namen „Vertigo“ im Fortgeschrittenen-Feld der Kategorie „Artistic Freefly“ an, während seine Gattin im Verbund mit Matthias „Matze“ Kraft (Langenhahn) und Videofilmer Michael Wagner (Wiesbaden) ihr eigenes Ding dreht. Mit ihrem Team, das den bezeichnenden Namen „Feierfly“ trägt, hatte sich die 31-Jährige Westerwälderin im vergangenen Jahr bei der DM im oberschwäbischen Bad Saulgau in der Anfängerklasse dieser Disziplin aus dem Stand die Silbermedaille geholt. Den Vizemeister-Titel gilt es jetzt zu verteidigen.
Seit Wochen bereiten sich die beiden flotten Dreier intensiv auf diesen anspruchsvollen Wettkampf vor und nutzten jede freie Minute, um auf und über der „Hub“ an ihren rasanten Choreografien zu feilen - in Theorie und vor allem in der Praxis. Freeflying, wie sie es praktizieren, ist nur eine unter vielen anderen Fallschirmsport-Varianten. Eine noch relativ junge Spielart, die aber immer mehr Anhänger findet. Sie stellt höchste körperliche und psychische Anforderungen an die Athleten.
Im Gegensatz zum „normalen“ Fallschirmspringen, beispielsweise zum Formationsspringen, sind die Akteure beim Freeflying nicht an eine fixe (horizontale) Fluglage gebunden, sondern können/sollen diese variieren, allerdings nach einem zuvor genau definierten und festgeklopften Muster. Da ist jeder Handgriff, jede Drehung, jede Rotation und jedes Manöver vorgegeben. Die Kunst besteht darin, bei Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h potentiell instabile Positionen wie „Headdown“ (Kopfstand), „Stand-Up“ (Stehen) oder „Sitfly“ (Sitzen) kontrolliert zu fliegen, zu variieren und miteinander zu kombinieren – und das im (überwiegend) synchronen Zusammenspiel mit dem Partner. Bei einer Absprunghöhe von 4000 Metern bleiben den Luft-Athleten dabei gerade mal 35 Sekunden Zeit, um ihr Programm abzuspulen.
Beim Freeflying besteht jede Man-/Frauschaft aus zwei „Performern“ und einem Kameramann, wobei letzterer alles andere als das fünfte Rad am Wagen ist. Ihm obliegt die lückenlose Dokumentation des High-Speed-Tanzes, auf die sich die Jury später bei der Bewertung stützt. Patzt der Videokollege, können seine beiden anderen Mitstreiter noch so brillant sein, es war für die Katz‘. Film ab!
Einen sehr schönen Eindruck darüber, was (und wie es) abläuft, wenn Skydiver um Meistertitel kämpfen, vermittelt das Video von Max Heidenfelder, der die letztjährigen Titelkämpfe in Oberschwaben in packenden Szenen und Sequenzen zusammengefasst hat. Es ist auf der Internetseite des Deutschen Fallschirmsport-Verbandes abrufbar: http://www.dm2014.dfv.aero
Blue Skies!
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