Der Herbst macht noch einmal mobil und badet in Licht und Farben - Impressionen aus dem Beauty-Salon der Natur

Wie aus dem Bilderbuch: Postkartenmotiv aus dem Grund bei Ehringshausen-Daubhausen. (Foto: Helmut Weller)
Da gibt es nichts zu Deuteln: Der Herbst ist von allen anderen die schönste und an Sinneseindrückenden reichste Jahreszeit. Und er ist noch längst nicht rum, auch wenn er das meiste seines optischen Pulvers inzwischen schon verschossen haben dürfte. Aber an manchen Tagen lädt er halt noch einmal nach. Vom Kalender her zwischen dem 23. September und dem 22. Dezember verortet, hätte der späte Nachsommer theoretisch zwar noch etwas Zeit, sich dahingehend auszutoben, überlässt aber der grauen Tristesse und der ungemütlichen Kälte des sich anbahnenden Winters zunehmend das Feld.
Doch hier und da blitzt im Zusammenwirken der Elemente mit der Natur noch mal etwas von seiner rauschmalerischen Genialität auf und beschert uns Augenblicke von großer, stimmungsvoller atmosphärischer Dichte. Das sind Momente von plastischer Ausdruckskraft, Schlaglichter, vergängliche, in Sekunden gegossene Szenarien und Impressionen. Wenn sich der aus dem Tal herauf wabernde Frühnebel in den Baumspitzen verfängt, die aufgehende Sonne sich mühsam durch den Morgendunst schiebt, um in Folge die üppigen Farbexplosionen im schrill-bunten Blätterkleid der Bäume auszuleuchten, bekommt die Fantasie Flügel und die für das natürlich Schöne empfängliche Seele geht auf Entdeckungsreise.
Astronomisch betrachtet startet der Herbst, wenn die scheinbare geozentrische Länge der Sonne 180 Grad beträgt. Dann schlägt die Stunde der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche, auch "Sekundar-Äquinoktium" genannt. Und man könnte das verschwenderische Farbenspiel in der Natur auch ganz einfach damit erklären, dass die Pflanzensäfte in Stämmen und Wurzeln auf dem Rückzug sind, Chlorophyll abgebaut wird und anderen, bereits vorhandenen, oder neu zu bildenden Blattfarbstoffen Platz macht. Dabei handelt es sich u.a. um Carotinoide und Anthocyane. Aber das klingt alles zu profan. Die Wirklichkeit jenseits der naturwissenschaftlichen Betrachtungsweise ist viel schöner und spannender...
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Jana Behm aus Lößnitz | 27.10.2015 | 21:26  
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